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Oberösterreich

Diebesbande nach Einbruch im Mühlviertel aufgeflogen

04. Dezember 2020 00:35 Uhr

Diebesbande nach Einbruch im Mühlviertel aufgeflogen
Rumänen ließen auch das Einbruchswerkzeug zurück. (BPK Urfahr-Umgebung)

REICHENAU IM MÜHLKREIS. Einbrecher wurden von 70 Polizisten in sieben Ländern gesucht.

In Deutschland, Schweden und Belgien waren sie erfolgreich. Doch ihr Einbruch bei einem Quadhändler in Reichenau im Mühlkreis wurde einer rumänischen Diebesbande zum Verhängnis: Der Chef überraschte die Einbrecher. Bei ihrer Flucht ließen sie persönliche Dokumente zurück. Das Bezirkspolizeikommando Urfahr-Umgebung konnte die Profibande nun in Zusammenarbeit mit Europol ausforschen.

"Die Täter haben es auf Sportfahrzeuge wie Quads abgesehen. Sie sind hervorragend organisiert", sagt der stellvertretende Bezirkskommandant Erwin Pilgerstorfer. "Erst wird die Lage ausgekundschaftet und der Auftraggeber in Rumänien kontaktiert. Wenn der grünes Licht gibt, schlagen die Einbrecher zu." Mindestens 20 Personen sollen der Bande angehören. Mehr als 70 Ermittler fahndeten europaweit nach den Dieben, neun sitzen mittlerweile in Haft, drei wurden in Österreich geschnappt.

Überstürzte Flucht

Der nächtliche Einbruch in eine Firma in Reichenau im Mühlkreis ging für sechs Bandenmitglieder Ende Juni des Vorjahres gehörig schief. "Die Täter hatten den Zaun aufgezwickt und sieben Quads nach draußen geschoben, wo sie auf den Transporter warteten, der die Fahrzeuge abholen sollte", sagt Pilgerstorfer. Doch der Chef machte den Dieben einen Strich durch die Rechnung.

"Mein Bruder wohnt neben der Firma und hat den Einbruch gehört", sagt David Watzinger. "Gemeinsam haben wir uns auf die Suche nach den Einbrechern gemacht." Knapp 100 Meter von der Firma entfernt waren die Diebe gerade mit dem Verladen der Quads beschäftigt, als sie von den beiden überrascht wurden. Überstürzt ergriffen die sechs Rumänen ohne Beute die Flucht. Und ließen ein geleastes Fluchtauto zurück. "Im Fahrzeug fanden wir persönliche Dokumente, DNA-Spuren und sogar ein Handy", sagt Pilgerstorfer. "So kamen wir auf die Fährte der Bande." Nur kurze Zeit nach dem gescheiterten Einbruch meldete einer der Täter das zurückgelassene Leasingauto in Tschechien als gestohlen. Somit wussten die Fahnder nun auch, wohin die Rumänen geflohen waren.

Mittlerweile konnten der Tätergruppe Einbrüche in Deutschland, Schweden und Belgien nachgewiesen werden. Jedes Mal hatten es die Täter auf Sportfahrzeuge abgesehen. Im September wurden in Belgien drei Täter festgenommen, darunter auch ein 30-Jähriger, der beim Einbruch in Reichenau beteiligt war. Der Schaden, den die Bande bei ihren Einbrüchen anrichtete, soll mehr als eine Million Euro betragen.

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