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Oberösterreich feierte sein 100-jähriges Bestehen

18. November 2018, 15:34 Uhr
Bild 1 von 87
Bildergalerie Oberösterreich feiert seinen 100. Geburtstag
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Vor genau 100 Jahren wurde aus dem "Erzherzogtum Österreich ob der Enns" der zerfallenen Monarchie das Bundesland Oberösterreich. Dieses historische Ereignis feiert das offizielle Oberösterreich am Sonntag mit einem Festakt.

Erinnert wurde an die Konstituierung der Provisorischen Landesversammlung und an die Wahl des Landeshauptmannes Johann Nepomuk Hauser am 18. November 1918. Festredner hoben die Bedeutung der Demokratie hervor. Gewarnt wurde aber auch vor einem Abtriften nach "weiter rechts" oder "weiter links".

Oberösterreich sei ein weltoffenes Land, wo die Menschen anpacken und zusammenhalten, erklärte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) vor dem Landhaus. Oberösterreich könne und solle Ansprüche an sich stellen, sich etwas zutrauen und mutig in die Zukunft gehen. "Oberösterreich soll ein Land der Möglichkeit sein, für alle, die hier leben, arbeiten und unser Land gemeinsam weiterentwickeln wollen." Kommende Generationen sollten die Möglichkeiten haben, dieses Land nach ihren Vorstellungen zu gestalten und "wo wir jenen helfen, die sich selbst nicht helfen können".

OÖNTV hat die Feierlichkeiten live übertragen:

 

Landtagspräsident Viktor Sigl betonte, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. "Erst die Entwicklung einer stabilen Demokratie ab 1945 hat für Österreich und unser Bundesland die Möglichkeiten des breiten Wohlstandes und der persönlichen Entfaltung gebracht." Oberösterreich habe dabei die Chancen eines modernen Föderalismus immer bestmöglich genutzt, "das heißt vor allem Bürgernähe und Vorteile im Wettbewerb der Regionen". Sigl warnte aber auch vor den Folgen einer Vertrauenskrise aufgrund von Abstiegsängsten. "Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich manche Teile der Gesellschaft nach weiter rechts oder weiter links bewegen. Dem müssen wir konsequent entgegensteuern und wieder Begeisterung für Demokratie und Mitbestimmung schaffen, vor allem bei der Jugend."

Die österreichische Historikerin und Autorin Gudula Walterskirchen spannte in ihrer Rede einen Bogen von historischen Ereignissen zu heutigen demokratiepolitischen Herausforderungen. "Es braucht Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit, nicht nur in der Politik, sondern auch in den Medien - ansonsten ist die Demokratie in Gefahr." Eine Gesellschaft, die Demokratie als hohes Gut betrachte, müsse tolerant, aber auch wehrhaft sein. "Das zeigt Geschichte immer wieder", so Walterskirchen.

 

Als aus dem Erzherzogtum das Bundesland wurde

Als aus dem Erzherzogtum das Bundesland wurde
Am Übergang zur Republik kam es zu zahlreichen Demonstrationen, im Bild in der Linzer Klosterstraße. Bild: OÖN

Milch, Kristallzucker oder Zwiebeln waren schwer erschwingliche Lebensmittel. Ein Liter Milch kostete, umgerechnet auf die Kaufkraft, im Vergleich zu heute 39 Cent, das Kilo Zucker 72 Cent und ein Kilo Zwiebeln 1,13 Euro. Teuer und knapp: Im Schleichhandel wurde für Zucker oder Mehl das Zehn- oder Fünfzehnfache kassiert. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug lediglich rund 45 Jahre, und auf den oberösterreichischen Straßen waren 134 Autos unterwegs – eines auf 6422 Einwohner.

Erste Landesversammlung

Solche Vergleiche errechneten die Landesstatistiker, um das Oberösterreich des November 1918 zu illustrieren. Am Sonntag ist es genau 100 Jahre her, dass die Konstituierung der Provisorischen Landesversammlung und die Wahl des Landeshauptmannes Johann Nepomuk Hauser und seiner Stellvertreter stattfanden (siehe auch Artikel rechts). Aus dem "Erzherzogtum Österreich ob der Enns" der zerfallenen Monarchie wurde das Bundesland Oberösterreich.

Dieses historische Ereignis feiert das offizielle Oberösterreich am Sonntag mit einem Festakt. Begonnen wird um 9 Uhr vor dem Landhaus mit einer Flaggenparade des Bundesheeres. Auch alle Einsatzorganisationen sind vertreten. Friedens- und Dankesworte sprechen Bischof Manfred Scheuer und Senior i. R. Friedrich Rößler, eine von Gerhard Knogler gestaltete Gedenktafel wird enthüllt, die dokumentieren soll, dass Oberösterreich auf "den Säulen seiner vier Viertel" ruht. Musikalisch umrahmt wird diese Feier von der Militärmusik und dem Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz.

Danach folgt der Staatsakt im Steinernen Saal des Landhauses mit Festreden von Landeshauptmann Thomas Stelzer und der Historikerin Gudula Walterskirchen. Die Klubobleute der im Landtag vertretenen politischen Parteien kommen in einer Gesprächsrunde zu Wort. Zur Feier "100 Jahre Oberösterreich" wurde auch eine Sondermarke aufgelegt, die in einem Sonderpostamt im Schlossmuseum (13 bis 17 Uhr) erhältlich sein wird.

"Es war keine lineare Entwicklung, wir müssen auch auf dunkle Kapitel zurückblicken", sagt Landeshauptmann Stelzer. Aber dennoch habe das Land "in den vergangenen 100 Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben". "Die Feier soll nicht nur dazu dienen, uns in der Vergangenheit zu bewegen", sagt Landtagspräsident Viktor Sigl: "Demokratie ist nicht geschenkt. Wir müssen sie immer aufs Neue definieren." (bock)

 

Der erste provisorische Gemeinderat

Gedenken der Stadt Linz an Neukonstituierung am 16. November 1918.

Auch der Linzer Gemeinderat feierte: In einer außerordentlichen Sitzung gestern, 17 Uhr, gedachte das Stadtparlament im Gemeinderatssaal des Alten Rathauses seiner Neukonstituierung vor 100 Jahren. Am 16. November 1918 trat ein provisorischer Gemeinderat zusammen, dessen Mandatszahl wegen der 1915 erfolgten Eingemeindung von St. Peter von 48 auf 57 erhöht wurde. Er setzte sich aus 31 Deutsch-Freiheitlichen, 19 Sozialdemokraten und 7 Christlichsozialen zusammen.

„Mit der Neukonstituierung des Linzer Gemeinderates am 16. November 1918 wurde ein Signal für den politischen Wandel nach dem Ende der Monarchie gesetzt. Damit erfolgte auch ein entscheidender Schritt zur Schaffung demokratischer Verhältnisse auf kommunaler Ebene“, sagte Bürgermeister Klaus Luger. Die Sondersitzung sei ein weiterer Beitrag im Gedenkjahr, die historische Dimension der Ereignisse des Jahres 1918 aufzuzeigen.

In einem Festvortrag „Die Stadt Linz am Beginn der Ersten Republik“ schilderte der Direktor des Archivs der Stadt Linz, Walter Schuster, die Geschichte des Linzer Gemeinderates in der Anfangszeit der Ersten Republik.

 

Wie gut wissen Sie über unser Bundesland Bescheid? Machen Sie unser Oberösterreich-Quiz!

 

 

 

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10  Kommentare
10  Kommentare
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azways (5.892 Kommentare)
am 18.11.2018 18:03

Es ist beschämend, wenn auf dem Foto der Hr. Landeshauptmann der einzige Zivilist ist.

Oder doch vielleicht bezeichnend für eine rechts stehende Koalition ???

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jago (57.723 Kommentare)
am 18.11.2018 20:05

Honor wem honor gebührt ...

Im Text durfte sogar der Herr Landtagspräsident was sagen. Ich durfte ihn noch sogarer in den 10 min ORF 2 min lang hören.

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spoe (13.905 Kommentare)
am 18.11.2018 09:35

Jetzt lassen sich die Beamten und Politiker wieder einmal feiern. Buffets und Catering, noch bevor es mit den Weihnachtsfeiern bis zur Neujahrsfeuer weiter geht.

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vinzenz2015 (46.881 Kommentare)
am 18.11.2018 09:40

Bitte ladets den @spoe möglichst bald zu einem Buffet ein!
Er vahungat sunst!!

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spoe (13.905 Kommentare)
am 18.11.2018 14:05

Keine Sorge, ich würde auch ohne gesammelte Nüsse über den Winter kommen, Winterspeck. zwinkern

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herzeigbar (5.104 Kommentare)
am 18.11.2018 09:07

Ein Bundesland Oberösterreich das durch einen Landeshauptmann Stellvertreter bekannt ist der das schöne Landeswappen fälscht um es blau zu färben mit einem an die deutsche Wehrmacht ähnlichen Adler

https://kurier.at/chronik/oesterreich/fpoe-nutzt-blaues-fantasie-landeswappen-und-entfernt-das-kreuz/400324092?fbclid=IwAR1lH0oST-S2-dnmWQXILgLjVhkq_DO4kI-EN3jfNDQTjvBDRBhYDb39m0w

und mit Bürgermeister wie in Wels die Geschichtsfälschung bei der eigenen Ahnengeschichte betreiben.

https://www.tt.com/politik/innenpolitik/14953564/geschichtsfaelschung-empoerung-ueber-welser-buergermeister-rabl-fpoe

Tolle Leistungen.

Wenn sowas zum Feiern ist. Eher Beschämend für die aufrichtigen und ehrlichen Bürgern des Landes Oberösterreich.

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vinzenz2015 (46.881 Kommentare)
am 18.11.2018 09:48

Ein "herrliches" Bundesland
in dem der LHStv.Heimbuchner
- nicht "damals", sondern in unseren Tagen!-
FPÖ-LandtagsAbg Haimbuchner es geschafft hat

einen SS-Brigadeführer öffentlich zu ehren!?

... und jetzt erst recht und noch immer LHStv ist!?!?

Wenn man HC Strache eine „Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut“
lt. Gerichtsurteil nachsagen darf,

wie darf man erst den
oberösterreichischen LHSt.Haimbuchner (FPÖ)nennen,
der am 16.11.2016
den 1. FPÖ-Parteiobmann und
ehem.. SS-Brigadeführer Anton Reinthaller
im Rahmen eines Festaktes ehrt?
Natürlich NUR als Gründungsmitglied der FPÖ OÖ!

hier sogar mit Bild!

http://m.oe24.at/oesterreich/politik/Aufregung-um-FPOe-Festakt-fuer-SS-Brigadefuehrer/25957035

Hoamatlond, i han di so gern!!
Ja, aber mit Ausnahmen!

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jago (57.723 Kommentare)
am 18.11.2018 10:20

Wenn du sowas postest, dann machst du für deine Pendel-Gegenüber Reklame.

Das ist eine andere Gschicht als die Selbstbeweihräucherei der neuadeligen LandesHERRschaften.

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herzeigbar (5.104 Kommentare)
am 18.11.2018 16:22

Werbung im Forum Nachrichten.

Wenn Wir sowas da posten sind die FPÖ Kommentatoren
wenigstens schweigsam und ärgern sich vlt.

oder so Gott gelobe werden gscheiter
und denken über Sich nach.

Ich will ja nicht glauben,
ich weiss es sogar,
das der Grossteil dieser Herrschaften denen folgt,
weil wer dagegen ist,

sondern weil es Grossteil FPÖ Wählern eigentlich an allem Fehlt,

was einen sozialen mitfühlenden helfenden Menschen ausmacht.

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jago (57.723 Kommentare)
am 18.11.2018 00:53

Der präpotente Zentralismus lässt sich noch einmal feiern traurig traurig

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