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Die Erfolgsgeschichte des Herrn Lanzl: Mit Klipp zum Friseur-Marktführer

WELS. Vor 30 Jahren hat der Thalheimer Friseurmeister seine erste Filiale gegründet.

Die Erfolgsgeschichte des Herrn Lanzl: Mit Klipp zum Friseur-Marktführer

1300 Mitarbeiter – zu 97 Prozent Frauen – arbeiten bei Klipp, das seine Zentrale in Thalheim bei Wels hat. Bild: werk

Als er vor 30 Jahren seinen ersten Friseursalon unter dem Namen Klipp eröffnete, war nicht absehbar, dass Ewald Lanzl einst zum Marktführer unter den Friseuren werden würde. Der Friseurstaatsmeister des Jahres 1976 betreibt heute 185 Klipp-Salons in Österreich – und ein Ende der Expansion ist nicht in Sicht.

"Ich habe keinen konkreten Plan, aber wir haben heuer schon zwei neue Standorte fixiert. Das Tempo der Expansion hängt von den verfügbaren Geschäften ab", sagt Ewald Lanzl. Je rund ein Drittel der Läden hat er in Einkaufszentren, ein weiteres Drittel in Fachmarktzentren und ein Drittel in "guten Lauflagen".

Am wenigsten weit verbreitet ist Lanzls Konzept in Wien. Dort sieht der 65-Jährige auch noch Expansionschancen. Eines macht der Unternehmer aber nie: bestehende Salons übernehmen – dies obwohl "mir pro Woche mindestens einer angeboten wird".

40 Prozent sind mobile Friseure

Dahinter steckt eine massive Veränderung in der Branche. Ältere finden kaum Nachfolger. Junge Friseurinnen machen sich weniger mit einem eigenen Salon und hohen Fixkosten, dafür mit dem eigenen Privatauto selbstständig. Laut der Wirtschaftskammer hat sich die Zahl der mobilen Friseurinnen auf 40 Prozent unter den Mitgliedsbetrieben innerhalb von nur fünf Jahren verdoppelt. Weil diese Ein-Frau-Dienstleister nicht ausbilden, ist im gleichen Zeitraum allein in Oberösterreich die Zahl der Lehrlinge von 1200 auf 800 zurückgegangen.

Das hatte auch Konsequenzen für den Marktführer: Klipp hat die Lehrlingsausbildung forciert und bietet pro Jahr 60 bis 70 Lehrstellen. "In jeder unserer 185 Filialen soll es mindestens einen Lehrling geben", hat der Firmengründer als Devise ausgegeben.

Auch seine eigene Nachfolge bereitet er vor: Zwei der vier Söhne arbeiten im Unternehmen, Andreas leitet den IT-Bereich, Georg ist ebenfalls im technischen Bereich. Sohn Christoph ist Friseurmeister, derzeit mit einer eigenen Eventorganisation selbstständig tätig. "Die Mitarbeiter wissen, dass ich bis 2019 operativ tätig bleibe."

Jahrelang war Lanzl mit seinem Filialisierungskonzept – keine Terminvereinbarung, fixe Preise – von der eigenen Branche kritisch beäugt worden. Heute beschäftigt Lanzl als größter Friseur 1300 Mitarbeiter – zu 97 Prozent Frauen. "Als Marktführer hat man auch eine Verantwortung und muss beispielgebend sein", sagt der Thalheimer, der schon im Friseursalon der Mutter Dienstleistungsorientierung gelernt hat. Im seit Jänner gültigen Kollektivvertrag ist erstmals enthalten, dass Trainings- und Schulungszeit zu 100 Prozent als Arbeitszeit gilt. Das gilt bei Klipp ebenso, wie zwei Prozent der vereinbarten Arbeitszeit für Schulungen zu verwenden. Dafür wird die Zahl der Schulungssalons gerade auf acht erhöht.

 

Die Erfolgsgeschichte des Herrn Lanzl: Mit Klipp zum Friseur-Marktführer

Klipp-Entwicklung

  • 1972 übernimmt Ewald Lanzl den von seiner Mutter Maria bereits 1951 gegründeten Friseursalon in Thalheim bei Wels.
  • 1986 gründet Lanzl die erste Klipp-Testfiliale. An dem Konzept tüftelt er Jahre. Mit seinem Stammsalon war er Anfang der 1970er Jahre unter den Ersten, die Terminvereinbarungen eingeführt haben. Bei Klipp gibt es keine Termine, dafür einen Kostenvorschlag vor dem Start. Die Philosophie dahinter: „Die Kunden sollen entspannt sein und nicht nachdenken müssen, was das alles kostet“, sagt Lanzl.
  • Bis 1995 entstehen 49 weitere Friseursalons. 2005 sind es bereits 150 Filialen.
  • 2012 betreibt Klipp 180 Filialen. Zunehmend werden schlechtere Standorte durch bessere ersetzt.
  • 2015 macht das Unternehmen mit Zentrale in Thalheim 42 Millionen Euro Umsatz. Die Ertragslage hat sich nach kräftigen Investitionen in den Jahren zuvor (vernetztes Kassensystem, Online-Shop) deutlich verbessert. „Wir ernten, was wir vorher investiert haben“, sagt Eigentümer Lanzl.
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Artikel Sigrid Brandstätter 08. März 2016 - 00:04 Uhr
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