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Wie aus 7800 Euro Schulden 44.000 werden

LINZ. In so manchen Beratungen der Schuldnerberatung und Schuldnerhilfe verstehen die Klienten die Welt nicht mehr.

Viele Rechnungen, zu wenig Geld Bild: (Cbox)

Denn statt der ursprünglich als Kredit aufgenommenen 20.000 oder 30.000 Euro wurden über die Jahre sechsstellige Beträge. Der Grund dafür sind Zinsen, Verzugszinsen, Mahnspesen, Eintreibungskosten von Inkassobüros und Anwaltshonorare.

Ferdinand Herndler, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Oberösterreich, sagt anlässlich der Jahresbilanz der Schuldnerberatung, dass Schuldner oft viel zu lange versuchen, ohne Insolvenz einen Ausweg zu finden. In dieser Zeit vervielfacht sich das ursprüngliche Darlehen. Es dauere oft nur vier Jahre, bis sich die Außenstände aufgrund der Zusatzkosten verdoppelt hätten, so Herndler.

Thomas Berghuber, Geschäftsführer der Schuldnerberatung, weist darauf hin, dass die Reform des Privatinsolvenzrechts eine neue Klientel gebracht habe: Weil sie nun eine Chance auf Entschuldung hätten, würden vermehrt gescheiterte Unternehmer und Geringstverdiener kommen. Jeder vierte, fünfte Klient war früher selbständig. Diese Personen kommen zumeist mit sehr hohen Verbindlichkeiten.

70.000 Euro Schulden

Im Durchschnitt lägen die Schulden bei 70.000 Euro. Im Vorjahr wurden 1060 Privatkonkurse neu beantragt, das ist eine Zunahme von 20 Prozent. Dazu kamen fast 14.000 persönliche Beratungsgespräche.

Finanziert werden die Beratungsstellen vom Sozialressort des Landes und dem Familienministerium. Das Budget wird von 3,85 Millionen auf 3,96 Millionen Euro aufgestockt, berichtet Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ). Sie weist darauf hin, dass dieses Geld gut investiert sei, weil sonst Folgeausgaben im Sozialbereich, für die Gesundung und in den Sozialhilfeverbänden benötigt würden. 

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Artikel (sib) 14. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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