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Auto-Zulassung dauert 15 Minuten statt fünf Stunden

LINZ. Seit knapp 20 Jahren wickeln in Österreich die Versicherer die Kfz-Zulassung ab, nicht mehr die Behörden. Als "Muster-Beispiel einer gelungenen Privatisierung" bezeichnete das am Freitag Josef Stockinger, Generaldirektor der OÖ Versicherung. Man solle dies auch bei anderen Behördengängen überlegen.

Josef Stockinger, Generaldirektor der OÖ Versicherung Bild: OÖ Versicherung

Mehr als 1,5 Millionen Kraftfahrzeuge wurden im Vorjahr neu zugelassen oder umgemeldet, davon 291.329 in Oberösterreich. Insgesamt haben die Versicherungsunternehmen seit 1999 rund 25 Millionen Fälle abgewickelt. Früher waren für diese Tätigkeiten die 15 Bezirkshauptmannschaften und drei Magistrate in Oberösterreich zuständig. Heute gibt es insgesamt 128 Zulassungsstellen bei den Versicherern im Land, davon 39 bei der Oberösterreichischen.

„Das hat zu einer deutlichen Verschlankung des Behördenapparates geführt, und die Kunden sparen sich heute unzählige Stunden in Warteschlangen“, sagte Josef Stockinger, Chef der OÖ Versicherung. Früher habe der Behördengang bis zu fünf Stunden und der gesamte Prozess zwei Tage gedauert, heute sei das in 15 Minuten erledigt. Der Komfort sei viel größer. Für Versicherer sei es eine zusätzliche Möglichkeit, Service zu bieten.

Die Anmeldegebühren kassiert weiter die öffentliche Hand, es sind 190 Euro pro Anmeldung. Die Versicherer bekommen von den Kunden die Bearbeitungsgebühr von 30 bis 40 Euro pro Fall. 

„Diese Erfolgsgeschichte sollte Mut machen und den Leuten die Angst davor nehmen, weitere Behördengänge und öffentliche Akte auszulagern“, sagte Stockinger. Konkret kann er sich das beim Katastrophenfonds vorstellen, der in eine Versicherungslösung umgewandelt werden solle. Wie berichtet, wünscht sich die Versicherungsbranche auch schon seit Jahren eine Hochwasser-Pflichtversicherung in Österreich.

Prämien sinken, Steuern steigen

Nicht nur die Kfz-Zulassung, auch die Einhebung der Versicherungssteuer wickeln heute die Unternehmen ab. Seit 1993 ist die Ära der Steuerkarte, in die die Autofahrer Marken einkleben mussten, vorbei. Auch das bringe mehr Komfort, sagte Stockinger. 

Jedoch habe es auch einen Nachteil für die Versicherer. „Während die durchschnittliche Versicherungsprämie stetig sinkt, erweckt der nun in der Vorschreibung enthaltene Steueranteil den Eindruck, dass sich die Prämie für die Kfz-Haftpflichtversicherung kontinuierlich verteuern würde.“

Tatsächlich sei die durchschnittliche Kfz-Haftpflicht-Prämie in den vergangenen 15 Jahren um rund acht Prozent gesunken. Das sei auf den Wettbewerb und die gesunkenen Unfallzahlen dank stark verbesserter Sicherheitseinrichtungen zurückzuführen. 

Bei einem VW Golf beträgt die durchschnittliche Prämie derzeit laut OÖ. Versicherung 273 Euro. Dazu kommt noch die Steuer, die 506 Euro ausmacht.

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Artikel az 05. Mai 2017 - 13:24 Uhr
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