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Roboter machen im Ars Electronica Center Kunst

Von nachrichten.at/apa   03. Februar 2016 13:46 Uhr

LINZ. Die Schau "Kreative Robotik" zeigt, wie Teamwork von Mensch und Maschine in kreativen Prozessen funktionieren kann.

Das Projekt soll aber nicht nur eine temporäre Ausstellung sein, sondern der Grundstein einer Kooperation zwischen AEC, Unis und der Wirtschaft, wie der künstlerische AEC-Leiter Gerfried Stocker betonte.

"Industrie 4.0" - so der viel strapazierte und etwas nebulose Begriff, unter dem man eine "vierte Industrielle Revolution" und die künftige Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter subsumiert. Der JKU-Professor und Robotik-Experte Andreas Müller bezeichnete es bei der Presseführung am Mittwoch als "Übergang zu einer Wissensgesellschaft, wo bestimmte Tätigkeiten nicht mehr nötig sind". Das berge Herausforderungen - "man kann durchaus auch von Gefahren sprechen" -, aber auch enorme Chancen.

Kooperation mit Linzer Kunstuni

Ein wichtiger Drehpunkt der Kooperation ist das Robotik-Labor der Linzer Kunstuni. Dort dürfen neben den Studierenden auch andere Forscher arbeiten und künftig sollen sogar Volksschulkinder mit dem Thema auf Tuchfühlung gehen können. Über spielerische und künstlerische Herangehensweise an das Thema neue Anwendungsmöglichkeiten finden, so die Intention.

Im AEC zeigen bereits einige Ausstellungsstücke, was Roboter im künstlerischen Bereich leisten können. So setzt ein Maschinenarm mit einem Kalligrafie-Stift Fotos in Zeichnungen um - allerdings völlig anders, als ein Mensch an die Aufgabe herangehen würde: Er malt einen vertikalen Strich neben den anderen auf das Papier. Weil er aber den Stift je nach Grauwert auf die dicke oder die dünne Seite dreht, entsteht am Ende ein klar erkennbares Bild. Der malende Roboter ist ein Gemeinschaftsprojekt der Linzer Kunstuni, der Association for Robots in Architecture, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Firma KUKA CEE GmbH.

Tischler und Maler

Ein anderer Roboter zeichnet mit einem LED-Stab Motive aus Licht. Durch Langzeitbelichtung und eine entsprechende Software werden die überraschend räumlichen Motive auf einer Leinwand - gelegentlich auch im Deep Space des AEC - sichtbar gemacht. Entwickelt hat die Technik Chris Noelle von der Linzer Kunstuni.

Die JKU hat einen Würfel beigesteuert, der sich selbst stabilisieren kann: Er richtet sich auf einer Kante oder sogar einer Ecke stabil aus ohne umzufallen. Anwendbar ist die dahinterstehende Technik etwa für Satelliten, wie Professor Müller erklärte.

Philipp Hornung von der Universität für angewandte Kunst in Wien hat einem Roboter das Fräsen eines Leichttragwerks in Form eines ornamentierten, asymmetrischen Bogens aus Sperrholz beigebracht. Die Maschine erledigte in 72 Stunden, wofür Tischler Wochen gebraucht hätten. Beim Zusammenbauen der einzelnen Teile benötigte er dann aber sehr wohl menschliche Hilfe. Zu sehen ist das Mensch-Maschine-Teamwork ab Donnerstag bis auf Weiteres im Foyer des AEC.

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