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Flug MH370: Flugzeug stürzte in Indischen Ozean

Von nachrichten.at/apa   24. März 2014 15:10 Uhr

Rätsel um den Boeing-Flug MH370

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Bild 1/51 Bildergalerie: Rätsel um den Boeing-Flug MH370

PERTH. Die seit mehr als zwei Wochen verschollene malaysische Passagiermaschine mit der Flugnummer MH370 ist nach Angaben der Regierung in Kuala Lumpur in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Alle 239 Insassen dürften dabei ums Leben gekommen sein.

"Mit großer Betroffenheit und Bedauern muss ich Sie informieren, dass Flug MH370 nach diesen neuen Informationen im südlichen Indischen Ozean endete", sagte Regierungschef Najib Razak am Montag.

Die Auswertung von Satellitendaten habe ergeben, dass die letzte Position des Fluges MH-370 westlich der australischen Küstenstadt Perth gewesen sei, sagte Ministerpräsident Razak .

Das Flugzeug sei weit von jeglicher Landemöglichkeit entfernt gewesen. Der Flug der Maschine habe dort sein Ende gefunden.

Ursache immer noch unklar

Die Boeing 777 war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Personen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Über die Ursache der Kursänderung und des Absturzes gibt es nach wie vor keine Erkenntnisse. Bisher wurde auch noch kein Wrackteil geborgen. Allerdings wurde 2.500 Kilometer südwestlich von Perth Treibgut geortet. Schiffe sollen die Teile bergen und untersuchen, ob es sich um Flugzeugteile handelt.

So wird erwartet, dass bis Dienstag ein Schiff der australischen Marine den Ort erreicht, an dem ein Suchflugzeug des Landes zuvor zwei Teile ausgemacht hatte, die dicht unter der Wasseroberfläche schwammen. Bisher ist es den beteiligten Schiffen noch nicht gelungen, die von Satelliten oder von Flugzeugen aus georteten Teile in dem Gebiet tatsächlich zu finden. Wegen der starken Strömungen kann das Treibgut innerhalb weniger Tage Hunderte Kilometer zurücklegen oder auch untergegangen sein.

Die von den Australiern gefundenen Teile wurden als graues, rundes sowie oranges, rechteckiges Objekt beschrieben. Die Besatzung benötige am Dienstag möglicherweise die Hilfe eines weiteren Suchflugzeuges, sagte John Young vom australischen Seenotrettungsdienstes Amsa.

Hochmodernes Gerät von der US-Marine

Zuvor hatte ein chinesisches Militärflugzeug zwei große und mehrere kleine Teile im Ozean ausgemacht. Ein US-Militärflugzeug in dem Gebiet konnte diesen Fund jedoch nicht bestätigen. Da in den vergangenen Tagen auf Satellitenbildern und Luftaufnahmen immer mehr Treibgut entdeckt worden war, sind die Suchkräfte optimistisch, dass sie bald konkrete Hinweise auf das Schicksal der Boeing der Malaysia Airlines finden werden.

Die US-Marine brachte hochmodernes Gerät zur Lokalisierung der Flugschreiber in die Region. Die beiden Kästen - der Flugdatenschreiber und der Cockpit-Stimmenrekorder - senden ein Signal, mit dem sie geortet werden können. Nach etwa 30 Tagen könnten sie aber wegen schwacher Akkus verstummen. Die Hälfte der Zeit ist verstrichen.

Über die Ursache des Verschwindens des Flugzeugs gibt es nur Mutmaßungen. Sie reichen von technischen Problemen über Sabotage bis hin zu einer Entführung oder Selbstmord des Piloten.

MH370
Gewissheit und Verzweiflung bei den Angehörigen

Gewissheit und Erschütterung bei den Angehörigen (Bild: Reuters)

Angehörige gingen auf Reporter los

Die Familien der chinesischen Insassen an Bord des Flugzeugs der Malaysia Airlines sind nach der Nachricht vom Absturz der bisher verschollenen Boeing auf wartende Journalisten losgegangen. Im Pekinger Lido Hotel, wo sie am Montag informiert wurden, dass niemand überlebt habe, kam es anschließend zu Tumulten zwischen Verwandten und Reportern.

Wütende Angehörige gingen auf wartende Medienvertreter los. Diese hatten den Saal belagert, in dem die Familien die erschütternden Informationen erhalten hatten und trauerten. Eine Frau schlug empört mit der Tasche auf Kameras ein. "Haut ab!", schrie sie.

Ärzte mussten Angehörige versorgen

Zuvor waren mehrere Verwandte mit tränenüberströmten Gesichtern aus dem Raum gekommen und von Reportern gejagt worden. Einige brachen vor laufenden Kameras auf dem Weg zusammen. Eine Angehörige schlug auf eine Kamera ein, die einen Mann am Boden filmte.

Die Verwandten waren bereits vor der Pressekonferenz des malaysischen Ministerpräsidenten Najib Razak in dem Hotel informiert worden, dass die Boeing 777-200 abgestürzt sei. Einige reagierten mit Schreien und lautem Weinen. Mehrere mussten mit Krankenwagen weggebracht werden. Etwa zwei Drittel der 239 Insassen von Flug MH370 waren chinesische Staatsbürger.

Skepsis unter chinesischen Experten

Chinesische Experten haben mit Vorsicht auf die Angaben der malaysischen Regierung reagiert. Ohne Trümmer gebe es keine klaren Beweise, kommentierten Fachleute am Montag laut "China Daily". Es brauche noch "eine beträchtlich lange Zeit", um die Schlussfolgerung zu verifizieren, sagte der Luftverkehrsexperte Wu Peixin der Zeitung.

Außerhalb der Satellitenfirma Inmarsat, den britischen Absturzermittlern (AAIB) und der malaysischen Regierung habe niemand "solide Beweise" wie etwa Wrackteile gesehen. Der Vize-Chefredakteur eines Fachmagazins für Luftfahrt, Wang Ya'an, sah auch noch kein "endgültiges Ergebnis", weil klare Beweise fehlten.

Die malaysische Regierung habe nicht erklärt, wie sie zu der Schlussfolgerung gekommen sei, dass die Maschine nach Süden geflogen sei. Der Kommentator für Militärfragen, Song Xiaojun, forderte laut "China Daily", dass die Satellitendaten auch von anderen Spezialisten analysiert werden müssten. Ohne Trümmerteile seien die Ableitungen "ein bisschen blind" gezogen worden.

 

Chronologie

Rätsel und Spekulationen haben die bisher erfolglose Suche nach dem Wrack begleitet.

Samstag, 8. März:

Die Boeing ist nahe der vietnamesischen Insel Tho Chu abgestürzt, heißt es. Dies bestätigt sich aber nicht. Auf der Passagierliste befinden sich die Namen eines Österreichers und eines Italieners. Doch beide sind wohlauf, es wurden ihnen vor einiger Zeit die Pässe gestohlen.

Sonntag, 9. März:

Mehr Auffälligkeiten auf der Passagierliste werden publik. Wegen der Insassen mit offenbar falscher Identität werden Spekulationen über einen Anschlag laut. Aufklärer sichten im Meer einen "ungewöhnlichen Gegenstand". Dieser entpuppt sich als Holz.

Montag, 10. März:

Ein Offizier gibt zu bedenken: "Dass wir bisher keine Trümmerteile finden konnten, deutet darauf hin, dass die Maschine wahrscheinlich in 10.000 Meter Höhe auseinandergebrochen ist." Schiffe sollen ein Objekt, bei dem es sich um ein aufblasbares Rettungsboot handeln könnte, überprüfen. Der Gegenstand entpuppt sich als Hülle einer Kabelrolle. Weiterer Rückschlag: Im Südchinesischen Meer entdeckte Ölspuren stammen nicht von einem Flugzeug.

Dienstag, 11. März:

Polizeichef Khalid Abu Baker in Kuala Lumpur widerspricht Anschlagvermutungen: Ein 19-jähriger Iraner, der mit dem Pass eines Salzburgers unterwegs war, wollte vermutlich nach Deutschland auswandern. Auch Interpol geht von einem Menschenschmuggel und nicht von einem Terror-Fall aus. Radarbilder zeigen, dass die Boeing ihren Kurs geändert habe, heißt es aus Militärkreisen.

Mittwoch, 12. März:

Zwei Touristinnen erzählen in Australien skandalöse Geschichten über den Copiloten der Unglücksmaschine. Der 27-Jährige habe mit ihnen bei früherer Gelegenheit während des Flugs, inklusive Start und Landung, im Cockpit geblödelt und dort auch geraucht. Die Suche nach dem Wrack wird in die südliche Andamanensee nördlich der indonesischen Insel Sumatra verlegt. Die malaysische Regierung gerät zunehmend unter Druck, das Krisenmanagement wird vehement kritisiert. China setzt nun auch Satelliten zur Ortung des Wracks ein.

Donnerstag, 13. März:

Der Transportminister Malaysias weist einen Bericht zurück, wonach das verschwundene Flugzeug nach dem letzten Radarkontakt noch vier Stunden weiterflog. Das "Wall Street Journal" legt dessen ungeachtet unter Berufung auf Ermittler nach: Malaysische Satelliten hätten noch Stunden nach der durch das Radar bekannten Position Signale erhalten.

Samstag, 15. März:

Das Verschwinden deutet laut Ermittlern eher auf Sabotage als einen Unfall hin. Die Maschine sei von ihrem Kurs abweichend nach Nordwesten gesteuert worden, berichtete der malaysische Ministerpräsident Najib Razak.

Sonntag, 16. März:

Malaysias Polizei ermittelt nun offiziell wegen Entführung, Sabotage und Terrorismus.

Montag, 17. März:

Australien übernimmt auf Bitten Malaysias die Koordinierung der Suche nach dem Flugzeug im Indischen Ozean. 26 Länder sind mittlerweile an der Aktion beteiligt.

Dienstag, 18. März:

Die Suche wird auf China ausgeweitet. "Die gesamte Suchregion umfasst nun 2,24 Millionen Quadratseemeilen (etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer)", sagt der malaysische Verkehrsminister Hushamuddin Hussein.

Mittwoch, 19. März:

Auf dem privaten Flugsimulator des Piloten der verschwundenen Maschine sind am 3. Februar Daten gelöscht worden. Das sagt Polizeichef Khalid Abu Bakar in Kuala Lumpur.

Donnerstag, 20. März:

Australische Experten entdecken auf Satellitenbildern vom Indischen Ozean möglicherweise Wrackteile.

Samstag, 22. März:

China verfügt nach Angaben aus Malaysia über neue Satellitenbilder von schwimmenden Objekten im Indischen Ozean. Schlechtes Wetter behindert die Suche.

Montag, 24. März:

Australien sichtet zwei weitere verdächtige Objekte im Ozean. Das eine Objekt sei kreisförmig, das andere rechteckig. Schiffe werden ausgeschickt. Bei einer Pressekonferenz sagt Malaysias Regierungschef Najib Razak, das verschollene Flugzeug ist nach neuesten Analysedaten über dem Indischen Ozean abgestürzt.

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