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„Corriere della Sera“: Stift Lambach inspirierte Hitlers Hakenkreuz

Von apa/nachrichten.at   14. Juli 2009 08:16 Uhr

LAMBACH. Der „Corriere della Sera“ hat sich kürzlich mit der in Oberösterreich und auch darüber hinaus durchaus bekannten Tatsache befasst, dass das monumentale Grab eines Abtes des Stiftes Lambach aus den 19. Jahrhundert von einer goldenen Hakenkreuz-Darstellung geziert wird.

Da Adolf Hitler sein drittes Volksschuljahr 1897/98 in der oberösterreichischen Stiftsschule verbrachte, läge die Vermutung nahe, die Darstellung hätte den späteren Führer bei der Wahl seines Erkennungszeichens - jedenfalls indirekt - inspiriert. Das schrieb der italienische Schriftsteller und Journalist Vittorio Messori in der Online-Ausgabe des italienischen Blattes.

„Für sein Wappen hat der Abt damals ein Hakenkreuz gewählt, vielleicht weil es Zeichen des Zusammentreffens von christlicher Tradition und jener anderer Weltreligionen ist“, schrieb Messori in seinem Beitrag. Das Kreuz mit den abgewinkelten Ecken sei seit prähistorischer Zeit ein heiliges Zeichen auf allen Kontinenten gewesen. Die Darstellung auf dem Grab des 1869 verstorbenen Abtes Theoderic Hagn, die sich in der Sakristei des Benediktinerstift befindet, sei aber nicht die einzige in Lambach. Auf dem Brunnen im Garten vor dem Klostereingang befinde sich noch ein weiteres Hakenkreuz, allerdings sei die Sicht darauf seit Kriegsende mit Blumentöpfen verstellt, so Messori in seinem Bericht über den Stift.

Adolf Hitler selbst gab niemals einen Hinweis darauf, während seines einjährigen Aufenthalts von der Darstellung im Stift Lambach bei der Wahl seines Erkennungszeichens inspiriert worden zu sein. Es gebe aber zwei Episoden, die laut Messori „zu denken geben“: Nach dem Anschluss Österreichs 1938 stattete Hitler, trotz tausenderlei anderer Verpflichtungen, dem Stift Lambach einen Besuch ab und verweilte vor dem Grabmal in der klösterlichen Sakristei. Und weiters: Wie zuvor in Deutschland hätten die Nazis sofort nach dem Anschluss auch in Österreich die Klöster geschlossen - mit Ausnahme des Stiftes Lambach, dessen Mönche erst im Jahr 1942 den Ort verlassen mussten. Schließlich bringt Messori auch die vier Buchstaben rund um die Lambacher Darstellung in Verbindung mit Hitlers Hakenkreuz auf der Fassade der Räumlichkeiten der Kanzlei in Berlin: In Lambach sind die vier Buchstaben T.H.A.L. rund um das Hakenkreuz angeordnet, sie stehen für „Theoderic Hagn Abt (von) Lambach“. Ebenso beinhalten sie aber die Initialen Hitlers H. und A., die Hitler in der Berliner Reichskanzlei in ähnlicher Weise angebracht habe, so Messori.

Das fraglich Grab des Abtes in der Sakristei ist für Besucher nicht zugänglich. „Im Endeffekt haben die Mönche beschlossen, den Zugang zu verbieten, um eine spezielle Art von Pilgerschaft zu unterbinden: Wohin auch immer Neugierige kommen, dorthin kommen auch, so scheint es, unheimliche Nostalgiker und gefährliche Verrückte“, so Messori.

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