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"Die Hollywood Vampires sind die teuerste Bar-Coverband aller Zeiten!"

Alice Cooper über Weihnachten, Alkohol, Johnny Depp und den Burg-Clam-Auftritt.

"Die Hollywood Vampires sind die teuerste Bar-Coverband aller Zeiten!"

Gemeinsam mit Aerosmith-Gitarrist Joe Perry und Hollywood-Star Johnny Depp gastiert Alice Cooper am 30. Juni beim OÖN-Konzertsommer auf Burg Clam. Bild: APA

Mit Hits wie "Poison" und "School’s Out" und seinen Bühnen-Exzessen schrieb er Rockgeschichte, kommenden Juni gastiert er im Trio mit Joe Perry und Johnny Depp als Hollywood Vampires auf Burg Clam. Alice Cooper (69) im exklusiven OÖN-Interview:

 

OÖN: Haben Sie Ihre Weihnachtseinkäufe schon erledigt?

Alice Cooper: Wir haben drei Kinder, zwei Enkelkinder – meine Frau und ich kaufen Unmengen von Geschenken. Meine Töchter bekommen irgendwelches Fashion-Zeug. Mein Sohn ist leichter zu beschenken, er ist wie ich leidenschaftlicher Golfer. Zu schräg, zu hässlich, zu teuer – ich verschenke Dinge, die sich die Beschenkten selbst nie kaufen würden. Johnny Depp habe ich Golfschläger gekauft, obwohl er gar nicht golft.

Gemeinsam mit Depp und Joe Perry gastieren Sie am 30. Juni als Hollywood Vampires auf Burg Clam. Wie lautet die musikalische Mission der Hollywoodvampire?

Die originalen Hollywood Vampires waren ein Trinker-Club in den 70ern. Jeden Abend ließen Harry Nilsson, John Lennon, Ringo Starr, Keith Moon und ich es im "Rainbow" in L.A. krachen. Auch Hendrix und der junge Springsteen kamen vorbei. Nach und nach starben immer mehr Club-Mitglieder an Überdosen. Eines Tages sagte ich zu Johnny Depp: "Warum gründen wir nicht eine Band, die die Verstorbenen und ihre Songs würdigt?" Viele Leute meinten, das sei pietätlos. Blödsinn! Glauben Sie mir, meinen Trinkkumpanen hätte die Idee gefallen. Hey, die Hollywood Vampires sind die teuerste Bar-Coverband aller Zeiten! (lacht)

Joe Perry und Sie wurden mit den gleichen Bands sozialisiert. Musste Johnny Depp viele der alten Klassiker erst lernen, als er zum "Vampir" mutierte?

Johnny ist ein absoluter Vollblutmusiker, der jeden Seventies-Song auswendig kennt. Er kam damals mit seiner Band nach L.A., nicht um Schauspieler zu werden. Kein Witz, Joe Perry nimmt Gitarren-Unterricht bei Johnny! Wir sehen ihn gar nicht als Schauspieler, sondern einfach nur als einen von uns.

Wird’s auf der Tournee auch neue Songs der Vampires zu hören geben?

"Raise The Dead", "Dead Drunk Friends" und "As Bad As I Am" aus unserem Debüt-Album spielen wir sicher. Wir alle schreiben fleißig an neuem Material und wollten vor Tourstart noch eine neue Platte rausbringen. Aber das wird sich zeitlich wohl eher nicht ausgehen.

Werden die Shows ähnlich pompös wie Ihre Solo-Konzerte?

Das Lustige für mich ist, dass ich bei den Vampire-Shows nicht die Kunstfigur Alice Cooper sein muss. Wir tragen aufgemalte Bissspuren am Hals und unsere Vampire-Ringe am Finger – das ist aber auch schon alles. Alice Cooper ist eine Rolle, bei den Vampires bin ich aber ich selber. Ich rede sogar mit dem Publikum, was ich bei Solo-Shows ja nie tue, um die Illusion der Kunstfigur nicht zu zerstören. Das ist extrem erfrischend!

In den vergangenen Monaten starben viele Rock-Größen. Werden Sie diesen Tribut zollen?

Bowies "Rebel Rebel" und "Sufragette City" haben wir bereits live gespielt, jetzt sind leider aber noch einige Große gestorben. Vielleicht spielen wir Soundgardens "Black Hole Sun" für Chris Cornell, mit dem ich einige Lieder geschrieben habe. Chester Bennington von Linkin Park habe ich gezeigt, wie man Golf spielt. Ihre Tode waren totale Schocks für mich. Sie hatten doch alles, oder nicht? Ich litt aber auch nie an klinischen Depressionen, ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, derart in seiner Verzweiflung gefangen zu sein.

Sind Sie überrascht, dass Sie überlebt haben?

Ja. Ich habe die wilden Zeiten genossen, bin aber froh, dass ich meinen Freunden nicht ins Grab gefolgt bin. Ich sollte tot sein, Johnny und Joe auch. Wir haben unseren Körpern viel angetan. Der Doktor gab mir noch ein Monat zu leben, wenn ich nicht mit dem Saufen aufhöre. Ich dachte: "Verdammt, ich will nicht sterben! Ich habe eine wunderschöne Frau und noch so viele Alben, die ich schreiben muss." Also hörte ich auf. Ich bin direkt aus dem Spital in eine Bar gegangen und habe mir an der Theke ein Cola bestellt. Ich habe gewartet, dass das Verlangen nach Alk kommt – es kam nicht. Nie wieder.

 

OÖN-Konzertsommer

Wenn der OÖN-Konzertsommer auf Burg Clam 2018 in seine 28. Saison geht, dann ist für wirklich jeden Musikgeschmack etwas dabei:

28. Juni: Nick Cave & The Bad Sees 
Heuer feierte Nick Cave seinen 60. Geburtstag, kommenden Juni gibt es Grund für seine Fans zu feiern, wenn der Australier mit den Bad Seeds erstmals in Clam gastiert.

29. Juni: Clam Rock 
Zum ersten Mal seit dem Tod von Rick Parfitt kehren Status Quo beim „Clam Rock 2018“ zurück nach Clam. Sein Clam-Debüt gibt Reggae-Legende Jimmy Cliff. Weiters mit dabei: US-Rocker Gary Clark Jr. und Ten Years After.

30. Juni: Hollywood Vampires
Alice Cooper, Joe Perry und Johnny Depp spielen die größten Rock’n’Roll-Klassiker der Geschichte – was soll da schiefgehen?

27. Juli: James Blunt
Der britische Schmusesänger präsentiert sein aktuelles Album „The Afterlove“ in Clam – und natürlich alle Hits!

Karten für alle Gastspiele des OÖN-Konzertsommers 2018 auf Burg Clam sind erhältlich bei der OÖN-Tickethotline unter 0732 / 7805 - 805 und in den OÖN-Verkaufsstellen Linz, Wels und Ried.

 

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Artikel Lukas Luger 02. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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