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Pro & Contra

Nur mehr geimpft in die Disco: Ist 1G sinnvoll oder nicht?

26. August 2021 06:00 Uhr

(Symbolbild)

Die 1-G-Regel für die Nachtgastronomie steht in Österreich im Raum. Was sagen die OÖN-Redakteure und Leser dazu? Hier können Sie abstimmen.

Markus Staudinger
Markus Staudinger

Ressortleiter Oberösterreich

PRO
Notwendig

Nur 55 Prozent der Oberösterreicher sind derzeit vollständig immunisiert – und dieser Prozentsatz erhöht sich nur schleppend. Impfstoff ist vorhanden. Und davon, dass die restlichen 45 Prozent aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können und/oder jünger als zwölf Jahre sind, sollte man nicht ausgehen.

Im Frühjahr 2022 könnte nach zwei Jahren Pandemie Normalität einkehren, prognostiziert US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci – aber nur, wenn sich genügend Menschen impfen lassen. 55 Prozent reichen nicht. Ich wünsche mir – mit Verlaub – Normalität. Und solange die Durchimpfungsrate zu niedrig ist, sollten manche Bereiche nur Geimpften zugänglich sein – allein schon, um einen weiteren Lockdown für alle zu vermeiden.

Alexander Zens
Alexander Zens

Redakteur Politik

CONTRA
Kontraproduktiv

Kein Lockdown für Geimpfte, das muss die oberste Maxime für den Herbst sein. Und Ungeimpfte, von denen es leider noch zu viele gibt, werden es schwerer haben müssen. Aber gleich alle sozialen Aktivitäten mit der 1-G-Regel zu belegen, geht zu weit und ist kontraproduktiv. Das hätte enorme gesellschaftspolitische Sprengkraft und würde vieles vom Gasthaus oder Sportstadion ins Wohnzimmer verlagern. Außerdem gibt es Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Daher sollten für den Zutritt weiter auch negative PCR-Testergebnisse für 24 bzw. 48 Stunden zugelassen werden, aber keine einfachen Antigen-Tests. Und bei Genesenen soll es davon abhängen, wie hoch der Antikörper-Wert noch ist.

Nachgefragt: Das sagen die Landsleute

"Ich bin geimpft und würde es persönlich auch nicht schlecht finden, wenn die 1-G-Regelung kommen würde. Dann wäre es ein bisschen übersichtlicher. Was ich so mitbekommen habe, gibt es auch viele Leute, die ihre Tests fälschen, das ist natürlich nicht gerade sinnvoll. Auf der anderen Seite sollte jeder selbst entscheiden können, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht. Insgesamt würde ich 1 G aber nicht schlimm finden" – Natalie San, Rezeptionistin, Wels

"Ich selbst gehe nicht in die Disco, aber ich habe zwei Kinder. Mein Sohn ist gegen das Impfen, weil er und seine Partnerin einen Kinderwunsch hegen. Die beiden haben deswegen Bedenken. Es gibt ja nicht nur Discos, sondern auch verschiedene Festln, wo diese Anforderung ja auch kommen könnte. Ich selbst bin sehr fürs Impfen und froh, dass ich geimpft bin, und ich würde es auch empfehlen. Aber bei Kinderwunsch muss man halt abwarten" – Maria Walz, Angestellte im öffentlichen Dienst, Laakirchen

"Einerseits finde ich, dass alle – egal, ob geimpft oder ungeimpft – die Möglichkeit haben sollten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Mit der Umsetzung der 1-G-Regel würde man Ungeimpfte diskriminieren und die Gesellschaft weiter spalten. Andererseits glaube ich, dass man so die Impfquote erhöhen könnte, was sich positiv auf das Pandemiegeschehen auswirkt" – Anna Kazda, Studentin, Linz

"Ich kann das nicht nachvollziehen. Durch diese Regelung werden die privaten „Garagentreffen“ wieder mehr. Dort kontrolliert definitiv niemand – das kann auch nicht das Ziel sein. Dabei zahlen wieder die Betreiber der Nachtgastronomie drauf. Ich glaube, dass die Gastronomen zum Großteil bewiesen haben, dass die Corona-Regelungen sehr gut eingehalten werden" – Markus Eisschiel, Außendienst-Mitarbeiter, Rohrbach-Berg

"Mir ist zu wenig klar, wie es sich wissenschaftlich verhält, ob die Beschränkung auf 1 G in Discos und in der Nachtgastronomie den erwünschten Effekt bringt, dass Ansteckungen verhindert werden. Es geht bei dieser Entscheidung auch um einen Wirtschaftsbereich, der sehr unter der Coronakrise zu leiden hatte. Andererseits geraten jetzt immer mehr junge Leute auf die Intensivstation und dagegen muss auch alles getan werden" – Günther Briedl, Mittelschuldirektor, Steyr

"Meine persönliche Meinung ist, dass sich jeder impfen lassen sollte, für den es medizinisch möglich ist. Das gilt nicht nur für die Nachtgastronomie. Ich bin geimpft, also würde es für mich auch keinen Unterschied machen, ich könnte genauso fortgehen wie vorher. Ich glaube, dass trotz der 1-G-Regel einiges in der Nachtgastronomie los sein würde" – Johannes Rölz, Lehrling, Wels

"Dazu kann ich eigentlich nicht mehr tun, als lachen. Ich war letztes Wochenende bei der Moto GP in Spielberg, da waren an die 85.000 Leute. Man war entweder geimpft oder konnte einen PCR-Test vor Ort machen, der 100 Euro gekostet hat. Wer um 100 Euro in die Disco gehen will, sollte sich das Geld sparen und daheim bleiben. Vonseiten der Nachtgastronomie ist das ein Wahnsinn. Wenigstens PCR-Test und Impfung" – Nico Havel, Koch, Ohlsdorf

"Aktuell auf die 1-G-Regel umzustellen, fände ich aus wirtschaftlicher Sicht problematisch. In Steyr ist die Durchimpfungsrate leider noch viel zu gering. Ich würde es derzeit bei der 3-G-Regel belassen, das funktioniert doch eigentlich ganz gut. Es sollte auch jedem selbst überlassen sein, wie er sich schützt. Aufklärung, dass die Impfung sinnvoll ist, wäre wichtiger" – Tina Forster, Gastronomin, Steyr

"Ich glaube, dass die 1-G-Regel auf jeden Fall kommen wird. Ich bin nicht geimpft, das heißt, dass ich dann nicht mehr in die Nachtgastronomie gehen würde. Ich denke, dass sich die Leute mit der 1-G-Regel generell wieder mehr zu Hause zusammensetzen werden. Ich empfinde es als Impfzwang. Es ist mein Körper und meine Gesundheit, ich möchte selbst darüber entscheiden" – Kerstin Flixeder, Friseurin, Thalheim

"Das ist nicht in Ordnung. Wenn die Testgültigkeit, so wie in Wien angedacht, verkürzt werden würde, fände ich das ausreichend. Die Fallzahlen werden in den nächsten Wochen so oder so steigen. Es macht aber keinen Sinn, das Land wieder zuzusperren. Und wer sich impfen lassen könnte, es aber nicht tut und so eine schwere Erkrankung in Kauf nimmt, ist selbst schuld" – Martin Majer, Hotel- und Gastgewerbeassistent, Steyr

"Ich persönlich gehe zwar nicht mehr so oft in die Nachtgastronomie, aber eine 1-G-Regel würde ich gar nicht gut finden. Ich bin nicht geimpft, weil mir der Impfstoff einfach viel zu wenig erforscht ist. Ich möchte mich dafür nicht schief anschauen lassen und finde auch diese Ausgrenzungen sehr fragwürdig. Es heißt immer, dass kein Impfzwang besteht, die 1-G-Regel wäre für mich aber definitiv ein Zwang" – Hassan Demir, Disponent, Thalheim

"Das ist ein schwieriges Thema. Es wäre nicht gut, wenn Ungeimpfte nichts mehr machen könnten. Ich finde aber, dass sich jeder impfen lassen sollte, der es gesundheitlich kann. Das Virus wird nicht von alleine weggehen und einen Lockdown möchte auch keiner mehr haben. Meine Freunde und ich sind geimpft, also würde sich für mich nichts ändern" – Judith Weinhäupl, Lehrling, Atzbach

"Ich bin zwar dafür, dass sich alle impfen lassen, im Endeffekt muss aber jeder selbst entscheiden können, wie er sich gegen das Virus schützt. Manche können sich nicht impfen lassen, das muss man auch berücksichtigen. Testen ist für mich sowieso ein Muss. Mit der 1-G-Regel würden sich viele Leute zum Impfen gezwungen sehen, ich glaube nicht, dass das gut wäre" – Celina Proche, Schülerin, Wels

"Ich tue mir schwer damit, dass man eine Trennung macht zwischen Gastronomie und Nachtgastronomie. Im Gasthaus oder beim Fest kann’s genauso ein Gedränge werden wie in einer Disco, das hängt oft einfach von der Veranstaltung ab. Ich würde mir für die gesamte Gastronomie die gleichen Regeln wünschen und dabei aus Sicherheitsgründen 1G bevorzugen" – Michael Franz Eibl, Student und VP-Bürgermeister, Windischgarsten

"Die 1-G-Regel wäre in meinen Augen durchaus sinnvoll. Das würde sicherlich viele Jugendliche, die derzeit noch nicht geimpft sind, dazu anregen, sich doch noch impfen zu lassen. Und das würde garantiert auch mithelfen, dass es nicht neuerlich zu Verschärfungen in der Gastronomie und im täglichen Leben kommt. Ich finde es während dieser Corona-Pandemie aber generell gut, wenn man sich impfen lässt" – Aline Marie Wurm, FH-Studentin, Steyr

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