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Gesundheit

Sind Sie ein "Smombie"? Warum das Handy beim Gehen so gefährlich ist

04. September 2019 00:04 Uhr

Sind Sie ein "Smombie"? Warum das Handy beim Gehen so gefährlich ist
Gehen und gleichzeitig Nachrichten verschicken oder chatten: Fast alle tun es, gefährlich ist es trotzdem.

Jeder zweite Österreicher ist mittlerweile ein Smartphone-Zombie, kurz "Smombie" genannt – Bodenampeln könnten Verletzungsgefahr reduzieren.

Immer mehr Menschen wandeln wie ferngesteuert über die Gehsteige und schreiben, lesen oder spielen dabei auf ihrem Smartphone. Dadurch erhöht sich das Unfallrisiko. Was sich dabei im Gehirn der "Smombies" abspielt, haben kanadische Forscher untersucht. Auch er gehört zu den Smartphonezombies, kurz "Smombies", gesteht der Studienautor Pierre Léger von der École des Hautes Études Commerciales, Kanadas ältester Wirtschaftshochschule. Er kann nicht widerstehen, Nachrichten an Freunde und Kollegen zu schreiben, während er geht. Kann man doch so die Gehzeit besonders effizient nutzen, findet der IT-Experte.

Die Hälfte tippt beim Gehen

Damit geht es ihm wie vielen Menschen. Auch in Österreich schreibt oder tippt fast die Hälfte der Befragten zumindest hin und wieder beim Gehen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Allianz Versicherung. Das Risiko, einen Unfall zu haben, verdoppelt sich dadurch, heißt es laut aktueller Umfrage. "Den meisten Menschen ist vollkommen klar, dass es gefährlich ist, trotzdem tun sie es", so Léger.

Umfrage: Gehören auch Sie zu den "Smombies"?

 

 

Den Kopf ganz woanders

Ein Blick auf die Gehirnaktivität zeigt, weshalb die Nachricht an die Arbeitskollegin oder einen Freund beim Gehen so gefährlich ist. Wenn wir eine Nachricht schreiben, sind wir mit unserer Aufmerksamkeit ganz bei der Unterhaltung und konzentrieren uns auf das Tippen. Den Kopf zu heben, um den Blick zwischendurch auf die Straße und die anderen Fußgänger zu richten, dauert zwar nur einige Millisekunden. Unsere Gedanken bleiben allerdings bei der Konversation, berichtet ORF.at. Pierre Léger beschreibt es so, als würde unsere Aufmerksamkeit wie mit einem elastischen Band mit dem Smartphone verbunden bleiben. "Auch wenn man das Auto auf sich zukommen sieht, ist das Gehirn noch mit dem Handy beschäftigt." Das zeigt die Studie mit 54 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Sie mussten auf einem Laufband gehen und entgegenkommenden Hindernissen ausweichen. Ihre Gehirnaktivität wurde dabei mithilfe eines EEGs gemessen. Dabei zeigte sich: Je mehr sich das Gehirn anstrengen musste, um sich vom Handy loszureißen und die Aufmerksamkeit ganz auf das Hindernis zu lenken, desto mehr Fehler machten die Teilnehmer. "Je tiefer man also in der App oder der Konversation versunken ist, desto fehleranfälliger ist man im Straßenverkehr."

Geht es nach Léger, müsste man auf das gefährliche Verhalten reagieren und entweder Menschen daran hindern, während des Gehens zu schreiben, oder den Straßenverkehr sicherer machen. Aktuell gibt es weltweit unterschiedliche Ansätze.

Bodenampeln oder Strafen?

So führte man in Augsburg beispielsweise bereits vor drei Jahren Bodenampeln ein, damit auch Smombies erkennen können, wenn sich eine Straßenbahn nähert. In New York wiederum überlegt man derzeit, ob man gleichzeitiges Tippen und Gehen nicht wie in Honolulu verbieten und mit Geldstrafen ahnden sollte. Léger begeistert sich für die Idee, dass sich die Handykamera in einem kleinen Fenster öffnet und den Straßenübergang am Bildschirm sichtbar macht.

Appell an die Vernunft

Ob sich dadurch Verkehrsunfälle tatsächlich vermeiden lassen, ist allerdings nicht klar. Bleibt zuletzt noch der Appell an die Vernunft, das Tippen, Spielen und Lesen zu unterlassen, während man über die Straße geht.

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