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Impfstoff zu 90 Prozent wirksam: EU steht kurz vor Vertragsabschluss

Von Alexander Zens, 09. November 2020, 13:27 Uhr
Die Welt verbündet sich und sammelt 7,4 Milliarden Euro für Corona-Impfung
(Symbolbild) Bild: APA/AFP/NICOLAS ASFOURI

FRANKFURT. Biontech und Pfizer wollen nächstes Jahr 1,3 Milliarden Dosen ausliefern, Studie läuft noch. Wissenschafter reagieren zuversichtlich, aber auch mit Vorsicht auf die Erfolgsmeldung.

Mehr als 90 Prozent Schutz und keine schweren Nebenwirkungen – dieses Zwischenergebnis vermeldeten am Montag das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer. Sie entwickeln seit Jänner gemeinsam einen Corona-Impfstoff. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie läuft seit Juli in mehreren Ländern.
Biontech und Pfizer kündigten an, schon im November die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen und noch heuer weltweit bis zu 50 Millionen Dosen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden Dosen auszuliefern. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn geht von einer Beantragung bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA ebenfalls im November aus.

Die Erfolgsmeldung sie „die beste Nachricht“, die er seit Jänner gehört habe, sagt Florian Krammer, aus der Steiermark stammender Virologe an der Icahn School of Medicine in New York: „Das sind fantastische Resultate. Die Wirksamkeit könnte höher sein als vermutet.“ Noch besser wäre es, altersspezifische Daten zu sehen, diese würden aber wohl bald publiziert. Die Weltgesundheitsorganisation äußerte sich auch optimistisch. Bei einer Auslieferung an Risikogruppen bis März könnte der Verlauf der Pandemie eine fundamental andere Richtung einschlagen.

Video: ZIB-Beitrag zum möglichen Durchbruch: 

Die Virologin Heidemarie Holzmann von der Medizinischen Universität Wien sieht einen „vielversprechenden Trend“, man warte aber noch auf Details, belastbare Aussagen seien nur eingeschränkt möglich. Wichtig sei, dass der Einsatz des Impfstoff-Kandidaten minutiös nachbeobachtet werde. Ebenso abwartend reagiert Petra Apfalter, Leiterin des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin am Ordensklinikum Linz. Jeder Fortschritt in der Entwicklung von Impfstoffen sei positiv. „Es müssen aber erst die weiteren Schritte gesetzt und abgeschlossen werden – unter Wahrung der notwendigen Qualitätsstandards.“ Viele Fragen seien offen, etwa bei der Wirksamkeit nach Bevölkerungsgruppen, der Produktion und der Impfstrategie. Um alle Fragen zu beantworten, brauche es normalerweise Jahre.

Die EU-Kommission verhandelt schon seit Längerem mit Biontech und Pfizer. Bald soll laut Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfdosen abgeschlossen werden. Österreich könnte in etwa sechs Millionen davon bekommen, so viele wie beim schon bestehenden Rahmenvertrag mit der Pharmafirma AstraZeneca.

„Ich bin weiter optimistisch, dass wir tatsächlich eine gute Chance haben, dass im ersten Quartal 2021 die ersten Lieferungen von Impfdosen nach Österreich gelangen“, sagte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne). Strenge Sicherheitsüberprüfungen seien entscheidend.

Der künftige US-Präsident Joe Biden zeigte sich erfreut über die Fortschritte, sagte aber auch, es würden noch Monate vergehen, bis in den USA in großem Stil geimpft werden könne.

Der Impfstoff und die Studie

Biontech und Pfizer sind die ersten westlichen Hersteller, die einen Erfolg vermelden. Ihr Impfstoff wird zwei Mal verabreicht – im Abstand von drei Wochen. Impfschutz soll eine Woche nach der zweiten Injektion eintreten.

Für Corona-Impfstoffe gilt ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bis Montag haben 43.500 Studienteilnehmer mindestens eine Biontech/Pfizer-Impfung bekommen. 94 Corona-Fälle wurden bestätigt – die weitaus meisten davon bei der Kontrollgruppe, die das Placebo-Präparat erhalten hatte. Die Ergebnisse werden erst dann abschließend ausgewertet, wenn insgesamt 164 Corona-Fälle erreicht sind.

Zudem wird geprüft, in welchem Maß die Impfung nicht nur vor Corona an sich schützt, sondern auch vor schweren Verläufen der Krankheit. Schutzwirkung und etwaige Nebenwirkungen sollen über insgesamt zwei Jahre beobachtet werden.

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Autor
Alexander Zens

Redakteur Wirtschaft

Alexander Zens

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