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Gesundheit

Symptome von Parkinson einbremsen

Von Dietlind Hebestreit   08. April 2015 00:04 Uhr

Symptome von Parkinson einbremsen
Logopädie kräftigt die Stimme und kann beim Schlucken helfen

Große Bewegungen und laute Sprache: Ein innovatives Konzept unterstützt Patienten im Therapiezentrum Gmundnerberg im Kampf gegen die Krankheit.

Wie man das Beste aus einer Krankheit macht, lebt der kanadische Schauspieler Michael J. Fox vor: Er bekannte sich nicht nur öffentlich zu seiner Parkinson-Erkrankung, sondern integriert deren Symptome sogar in aktuelle Filmrollen. Dass ein Patient – wie der Filmstar – bereits in den 30ern Anzeichen von Parkinson spürt, ist jedoch ungewöhnlich.

"Meist tritt die Erkrankung im höheren Erwachsenenalter, zwischen 60 und 70 Jahren auf", sagt Primar Hermann Moser. Der ärztliche Leiter des Neurologischen Therapiezentrums Gmundnerberg in Altmünster hat mit seinem Team dort ein speziell auf Parkinson-Patienten abgestimmtes Programm entwickelt. Folgende Symptome können auf Parkinson hindeuten:

  • Kraft- und Energielosigkeit ist eines der ersten Anzeichen, die bereits Jahre vor motorischen Symptomen auftreten können.
  • Der Verlust des Geruchssinns kann auf die Erkrankung hindeuten.
  • Zittern – typischerweise einer Hand
  • Probleme beim Gehen, oft sind nur noch kleine Schritte möglich.
  • Steifigkeitsgefühl
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Die Stimme wird leiser
  • Die Schrift wirkt zittrig und wird kleiner
  • Depressionen

Glückshormon als Medizin

"Je früher die Diagnose gestellt und mit einer Behandlung begonnen wird, umso besser ist die Lebensqualität in den ersten Jahren", sagt Moser. Zellen, die das Glückshormon Dopamin produzieren, werden bei dieser Krankheit zerstört. Die Gaben von Dopamin und dopaminähnlichen Stoffen können deshalb in den ersten Jahren die Beschwerden fast zur Gänze beseitigen. Die Krankheit schreitet allerdings fort, Heilung gibt es zur Zeit noch keine. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist geringfügig verkürzt.

Patienten am Gmundnerberg profitieren seit Februar davon, dass Therapeuten speziell ausgebildet sind: Beim Konzept LSVT-Big üben die Betroffenen in täglichen Physio- und Ergotherapie-Einheiten besonders große Bewegungen und Schritte zu machen. Das wirkt der für Parkinson typischen Tendenz entgegen, dass Bewegungen mit der Zeit immer kleiner werden. Ähnlich funktioniert das LSVT-Loud-Konzept: Die Logopädin hält den Patienten dabei an, besonders laut zu sprechen und sogar zu schreien. Damit soll die Stimme wieder mehr Kraft bekommen. "Mit diesem Konzept ist oft sogar eine gewisse Verbesserung der Fähigkeiten möglich", sagt Moser.

Im Angebot des Zentrums sind für Patienten aber genauso herkömmliches Stimm- und Schlucktraining, Physiotherapie, computergestütztes Gleichgewichtstraining, Kraft- und Ausdauerübungen sowie die Stärkung von Gedächtnis und planerischen Aufgaben enthalten. Die Psyche ist ebenfalls ein wichtiges Arbeitsfeld. "Wir haben auch wirksame Medikamente, die großteils gut verträglich sind und die Organe nicht schädigen", sagt der spezialisierte Neurologe.

 

Welt-Parkinson-Tag

Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Dazu gibt es am 16. April von 14 bis 17 Uhr eine Veranstaltung im Neuen Rathaus Linz: Primar Dieter Volc referiert über die Erkrankung, Neuropsychologin Marlene Hofer berichtet über Tests und gibt Tipps für Betroffene. Die Parkinson-Selbsthilfegruppe OÖ präsentiert sich, Betroffene und Angehörige berichten. Mehr Infos unter www.parkinson-sh.at

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