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Gesundheit

Forscher warnen: "Der Klimawandel bringt Tropenkrankheiten nach Europa"

09. August 2017 00:04 Uhr

Forscher warnen: "Der Klimawandel bringt Tropenkrankheiten nach Europa"
Gelsen und Stechmücken könnten auch hierzulande zu Überträgern von Tropenkrankheiten werden.

Mit der globalen Erwärmung wandern neue Gesundheitsrisiken in Europa ein. Tropeninfektionen könnten sich im Laufe des 21. Jahrhunderts noch stärker nach Europa ausbreiten, warnen Wissenschafter jetzt.

Einzelne Malaria-Fälle in Griechenland, Dengue-Fieber auf Madeira (Portugal) und Chikungunya in Italien: Tropeninfektionen könnten sich im Laufe des 21. Jahrhunderts noch stärker nach Europa ausbreiten, warnen Wissenschafter jetzt. Beschleunigt wird das durch die Erderwärmung. Denn Stechmücken fühlen sich in heiß-schwülem Klima besonders wohl.

Wissenschafter der Universität Liverpool in Großbritannien haben untersucht, welchen Einfluss steigende Temperaturen auf die hundert wichtigsten Infektionskrankheiten haben könnten.

Sie kommen laut ihrem aktuellen Artikel im Fachblatt "Scientific Reports" zum Ergebnis, dass sich zwei Drittel dieser Erkrankungen infolge des Klimawandels mit ziemlicher Sicherheit weiter ausbreiten werden – auch in Europa. Und zwar stärker und schneller als bisher gedacht.

"In Österreich beobachten wir schon seit einigen Jahren das Auftreten des ,West-Nil-Virus’. Das Risiko, sich anzustecken, ist derzeit noch sehr gering. Bisher wurden 17 Fälle in Ostösterreich nachgewiesen, die durch Gelsen übertragen wurden. In Oberösterreich hatten wir noch keinen Fall", sagt Heidrun Kerschner, Virologin und Mikrobiologin vom Ordensklinikum Elisabethinen in Linz.

Bei etwa 80 Prozent der Infektionen verläuft die Erkrankung ohne Symptome, bei 20 Prozent kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden. "In Einzelfällen kann es zu einer tödlichen Meningitis kommen, in Österreich war das noch nicht der Fall", sagt Kerschner.

Erreger lieben schwüle Wärme

"Wird es in Österreich wärmer, können sich auch neue Insektenarten ansiedeln", sagt Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Es könne aber auch sein, dass Stechmücken und Zecken, die bereits hier sind, zu Überträgern neuer Krankheitserreger werden. Die höheren Außentemperaturen würden auch dazu führen, dass sich die Erreger in Mücken oder auch Zecken noch schneller vermehren könnten als bisher. "Die sehr warmen Sommer haben schon derzeit eine echte ,Nebenwirkung’: Jene Zecken, die FSME und Borreliose-Bakterien übertragen können, erobern neue Lebensräume. Sie kommen plötzlich in Regionen vor, in denen es noch vor wenigen Jahren gar keine Zecken gab", sagt Virologin Heidrun Kerschner.

"Zecken" auch in den Bergen

Denn wenn es wärmer ist, könnten sie auch in höheren Regionen Österreichs – auch im Gebirge – überleben. Außerdem beobachten die britischen Wissenschafter, dass infizierte Zecken immer weiter in den Norden Europas vordringen.

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