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Diabetiker auf Urlaub Gute Vorbereitung muss sein

Von Ulrike Griessl, 20. Juli 2011, 00:04 Uhr
Diabetiker auf Urlaub Gute Vorbereitung muss sein
Peter Hopfinger ist seit mehr als 15 Jahren Diabetiker . Bild: privat

Ohne Vorbereitung auf Urlaub zu fahren, ist für Diabetiker ein Ding der Unmöglichkeit. Was Betroffene beachten müssen, damit ihre Ferien komplikationsfrei verlaufen, erklärt Peter Hopfinger (56) von Diabetes Austria. Er ist selbst zuckerkrank.

OÖN: Wie muss man sich als Diabetiker auf seinen Urlaub vorbereiten?

Hopfinger: Man muss ausreichend Medikamente dabei haben und auch genügend Messstreifen, um den Zucker zu messen. Wenn man Insulin spritzt, darf man es keinesfalls zum eingecheckten Gepäck geben. Es muss im Handgepäck transportiert werden.

OÖN: Warum?

Hopfinger: Weil im Frachtraum Minus-Temperaturen herrschen, die das Insulin unbrauchbar machen. Wenn das Ziel ein Urlaubsort ist, an dem es heiß ist, hat man das umgekehrte Problem. Man muss das Insulin gekühlt lagern, damit es verwendbar bleibt. Es gehört in den Kühlschrank. Für den Strand empfiehlt sich seit Jahren das nur auf dem Verdunstungsprinzip beruhende FRIO-System, das im Shop von Diabetes Austria geordert werden kann. (Anm. d. Red.: Homepage unten)

OÖN: Was muss ein Diabetiker noch einpacken?

Hopfinger: Ausreichend Traubenzucker, um im Fall von Unterzuckerung, auch Hypoglykämie oder Hypo genannt, gleich reagieren zu können.

OÖN: Gibt es am Urlaubsort besondere Verhaltensregeln?

Hopfinger: Im Prinzip sollte alles wie zu Hause sein. Schwierigkeiten kann es bei Speisen geben, die man von zu Hause nicht kennt. Fisch und Fleisch sind meist unbedenklich, wenn sie nicht zu fett herausgebraten werden. Schwieriger ist es bei Pasta oder Lasagne. Um Probleme zu vermeiden, sollte man bei derartigen Speisen vorsichtig sein.

OÖN: Wie sieht es mit Diabetiker-geeigneter Kost aus? Ist sie in anderen Ländern schwer zu bekommen?

Hopfinger: In Urlaubsorten, wo viele ältere Menschen sind, gibt es oft auch Diabetiker-Nahrung zu kaufen, wenn auch nur vereinzelt. Aber im Prinzip können Diabetiker heute ohnehin alles essen. Sie sollten halt darauf achten, dass sie nicht zu viele Kohlehydrate zu sich nehmen. Wer unsicher ist, sollte einfach öfter den Zuckergehalt im Blut messen.

OÖN: Gibt es im Urlaub noch andere Risiken, die den Zuckerhaushalt durcheinander bringen können?

Hopfmüller: Wer im Urlaub mehr Bewegung macht als zu Hause, ist gefährdet, eine Unterzuckerung zu bekommen. Da helfen süße Getränke oder Traubenzucker. Auf erhöhte Aktivität kann man sich aber auch mit der vorbeugenden Einnahme von sogenannten „Sport-Broteinheiten“ helfen. Das sind Getränke wie Apfel- oder Orangensaft.

OÖN: Was kann man tun, wenn man sein Insulin zu Hause vergessen hat?

Hopfinger: In südlichen Ländern bekommt man das Insulin meist nur im Krankenhaus, da nur dort die Kühlkette garantiert werden kann. Aber auch da muss man vorsichtig sein, weil Insulinpräparate in anderen Ländern oft andere Markennamen haben. Hier gilt es, mit einem Arzt das geeignete Präparat zu finden.

OÖN: Wie sollen sich Mitreisende verhalten, wenn sie einen Diabetiker mit akutem Unterzucker vorfinden?

Hopfinger: Erkennen kann man einen Unterzuckerzustand am Zittern, an der Gesichtsblässe und an plötzlichen Schweißausbrüchen. In diesem Fall gilt die Regel: Erst essen, dann messen. Das heißt, man sollte dem Diabetiker süße Nahrung oder ein Getränk geben und ihn dann erst zum Blutzucker-Messen auffordern.

OÖN: Ist das Wissen, wie man einem Diabetiker im Ernstfall hilft, weit verbreitet oder sind Passanten meist hilflos?

Hopfinger: Familienangehörige wissen meist, was zu tun ist, Fremde kaum. Hier rate ich zum Diabetes-Notfall-Anhänger vom Verein Diabetes Austria, der seinen Träger eindeutig als Diabetiker ausweist und präzise Anweisungen für den Notfall gibt.

Tipp: Weitere Infos zum Thema Diabetes finden Sie unter http://www.diabetes-austria.com/. Außerdem berät der Verein „Chronisch krank“ unter Tel. 0676 / 74 51 151, Internet: http://www.chronischkrank.at/.

 

Notfallanhänger für Diabetiker

Der Wiener Journalist Peter P. Hopfinger ist seit mehr als 15 Jahren Diabetiker. Er hat nun eine englischsprachige Version des bereits bekannten Diabetes-Notfall-Anhängers herausgebracht.
„Mehr als 12.000 Diabetiker tragen schon die deutsche Version dieser Plakette, die präzise Anweisungen für den Notfall einer massiven Unterzuckerung gibt und vielleicht sogar lebensrettend ist“, sagt Hopfinger. Da sei es auf der Hand gelegen, für die Urlaubssaison eine Version zu entwickeln, die auch im fremdsprachigen Urlaubsland verstanden wird. Besonders wichtig ist der Notfall-Anhänger laut Hopfinger für Kinder mit Diabetes, weil sie bei vermehrter körperlicher Aktivität zur Unterzuckerung neigen. Zu bestellen ist der Notfall-Anhänger unter Tel. 01/470 53 86 oder unter office@diabetes-austria.com

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