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Der neben den Bären tanzt

Von Philipp Braun 09. August 2019 00:04 Uhr

Der neben den Bären tanzt
Der Bärenhof steht für gute Hausmannskost und für Haubenküche.

Im Waldviertler Arbesbach erweist Michael Kolm den Genießern einen großen Dienst.

Das Waldviertel dürfte ein besonders gutes Fundbüro sein: Von der Sommerhitze geplagte Urlauber finden hier Waldfrische in der reinsten Form vor. Pilz- und Beerensammler dürfen sich regelmäßig zufrieden auf die Schultern klopfen, und falls Genießer in den verwunschenen Wäldern leer ausgehen, kommen sie in Arbesbach auf ihre Rechnung.

Michael Kolm vom Bärenhof gibt wenige Kilometer von der oberösterreichischen Landesgrenze vielen Suchenden die Möglichkeit, ihr kulinarisches Glück aufzuspüren. Direkt neben dem Bärenwald, einem öffentlich zugänglichen Bärenschutzzentrum, lädt die Disco Cinderella Tanzwütige ein; die Gaststube animiert zum Sitzenbleiben, eine Kegelbahn zum Aufstehen, drei neu errichtete Lodges, die sich geschmeidig in die Natur einbetten, zum Niederlegen und ein Haubenrestaurant zum Niederknien. Es scheint, Michael Kolm tanzt auf allen Hochzeiten und schafft neben Arbeitsplätzen einen Wohlfühlort für Einheimische, Tagesausflügler und Feinspitze.

Der Haubenkoch interpretiert das Waldviertel auf erfrischende Art neu und leichtfüßig. Viele Lebensmittel stammen von umliegenden Betrieben, die meisten davon (Kolm spricht von nahezu 80 Prozent) sind biozertifiziert.

Im Restaurant kann man von der Wirtshauskarte Klassiker wie Krautfleisch (10,50 Euro), gebackene Champignons (10,40 Euro) oder Kalbsrahmgulasch mit Serviettenknödel (12,40 Euro) bestellen.

Oder man entscheidet sich für die ambitionierte Haubenküche und findet Aromen und Konsistenzen vor, die Kolm elegant und gekonnt kombiniert, ohne sich in einem Dickicht an Zuviel des Guten zu verlieren. Der lauwarme Karottensalat mit marinierter Lachsforelle und Korianderkresse (11,90 Euro) ist ein herrlicher Einstieg ins Menü. Die Karottenspitzen aus den Feldern von Franz Farthofer sind fein mit Tomatenessig mariniert und begleiten das zarte Filet. Dazu verlockende Korianderkresse und man fühlt sich im Waldviertel gut aufgehoben.

Der nächste Gang verlängert den sensorischen Segen: Fisch-Minestrone (5,90 Euro), eine erfrischend tomatisierte Suppe, mit knackigem Kraut und Karpfen umgesetzt. Waldviertel mit Wohlfühlfaktor.

Es geht erquicklich weiter. Gnocchi mit Eierschwammerl und Parmesanmilch (12,40 Euro). Bei den Mehlspeisen gibt es Kombinationen, die immer wieder gesucht werden. Schoko und Kirsch ist so eine. In Kolms Küche findet man sie als Interpretation mit warmem Kuchen, Eis, Espuma und Schokochip (10,40 Euro).

*****

OÖN-Wertung - Küchenleistung 
fünf von sechs Kochlöffeln

Infos zum Lokal 

Bärenhof
Kategorie: Restaurant
Schönfeld 18, 3925 Arbesbach, Telefon: 02813/242
Ruhetage Juli, August: Montag, sonst zusätzlich Dienstag
www.baerenhof-kolm.at

 
Barrierefrei, zehn Weine werden glasweise ausgeschenkt 

 

 

Artikel von

Philipp Braun

Kulinarik-Redakteur

Philipp Braun
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