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OÖN-Filmkritik

„Paranormal Activity“: Kammerspiel des unsichtbaren Grauens

Von Von Lukas Luger   20. November 2009 00:04 Uhr

Ein Kammerspiel des unsichtbaren Grauens
Gefilmt mit einer herkömmlichen Digitalkamera, setzt „Paranormal Activity“ auf subtilen Psycho-Horror anstatt auf teure Spezialeffekte. (Paramount)

„Paranormal Activity“: USA 2007, 99 Min.; Regie: Oren Peli (Cineplexx, Megaplex)

OÖN Bewertung:

Fürchte, was du nicht siehst. Fürchte, was du nicht erklären kannst. Es ist ein gekonntes Spiel mit menschlichen Urängsten, das Regisseur Oren Peli in „Paranormal Activity“ treibt. Nirgends sind wir so verwundbar wie im Schlaf, so schutzlos der Gefahr ausgeliefert.

Es ist das namenlose, nicht fassbare Grauen, das eindringt in die beschauliche Vorstadtidylle von Katie (Katie Featherston) und Micah (Micah Sloat). Türen bewegen sich wie von Geisterhand, Schritte hallen durch die Gänge, gutturale Laute stören die Nachtruhe. Und treiben das Pärchen langsam in den Wahnsinn. Mit einer Videokamera beginnen sie ihren Schlaf zu überwachen. Doch was sie dabei entdecken, trägt keineswegs zur Beruhigung ihrer zum Bersten angespannten Nerven bei. Ganz im Gegenteil.

Der Horror in „Paranormal Activity“ spielt sich – wie in der ähnlich gelagerten Pseudo-Dokumentation „Blair Witch Project“ – fast ausschließlich in den Köpfen der Zuschauer ab. Mit einem Minimalbudget von 15.000 Dollar produziert, verzichtet Oren Pelis Debütfilm auf plumpe Gruseleffekte. Es sind vielmehr die persönliche Vorstellungskraft und die unterdrückten Ängste jedes Einzelnen, aus denen sich der subtile Leinwand-Horror speist.

Der durch den Einsatz handelsüblicher Handkameras und die improvisierten Dialoge der Laiendarsteller erzeugte Realismus garantiert eine kammerspielartige, gar klaustrophobische Atmosphäre. Eine Atmosphäre der schieren Angst, in der das Grauen nicht sichtbar, aber zunehmend spürbar wird.

Bis das Blut gefriert. Und sich die aufgestaute Spannung in einem verstörenden Finale entlädt.

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