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Kultur

Rene Rodrigezz: 27-jähriger Puckinger "mischt" ganz oben mit

Von Markus Prinz   22. November 2013 10:28 Uhr

Rene Seidl tritt als Deejay unter dem Künstlernamen Rene Rodrigezz auf.

HAID. Am Freitag präsentiert der öberösterreichische Erfolgs-DJ Rene Rodrigezz seine neue Single "Born 2 Rock". Wir baten ihn schon davor zum Exklusiv-Interview.

Am Mittwochvormittag gab uns Rene Seidl - in der elektronischen Musikszene besser bekannt als Rene Rodrigezz - Antworten auf unsere brennendsten Fragen. Der 27-jährige Puckinger ist Österreichs heißester Export in der DJ-Szene. Mit Auftritten in Deutschland, Polen und Südkorea in den letzten zwei Jahren hat er sich einen Namen gemacht.

Bereits im Alter von acht Jahren trat Seidl den St. Florianer Sängerknaben bei. Ein untypisches Alter, wie er bestätigt: "Normalerweise ist das Projekt auf das Hauptschulalter ausgelegt." Es folgte die Spezialisierung auf den elektronischen Musikstil. Seit einigen Jahren ist er Resident-Deejay in der St. Martiner Discothek "Empire".

Warum er seine Lieder nicht mehr "Babys" nennt, wem er in Zukunft die Treue halten wird und warum er sich als Unternehmer sieht, verrät er im Interview mit nachrichten.at-Redakteur Markus Prinz.

 

nachrichten.at: War es die Kooperation mit DJ Antoine („Shake, Shake, Shake“), die dir letztendlich den Erfolg gebracht hat?

Rene Seidl: Wer mich kennt weiß, dass ich vielseitig an zehn bis fünfzehn Projekten gleichzeitig arbeite. Man braucht natürlich etwas Glück, dass manche Dinge aufgehen. Aber man kann behaupten, dass mir in den letzten zwei Jahren der Knopf aufgegangen ist. Der Hype durch „Shake, Shake, Shake“ war sicher da, aber wenn ich seitdem nicht breit genug aufgestellt gewesen wäre, hätte ich nichts nachlegen können…

Und dann wärst du ein One-Hit-Wonder geblieben.

Ja, genau. Ich habe dann wirklich mit Druck an meinem Album gearbeitet. Und ein Album ist irrsinnig viel Arbeit. Gott sei Dank kam das Album gut an. Es entstand ein Hype und die Leute gehen bei mir jetzt schon von einem sehr hohen Standard aus. Das ist auf der einen Seite gut und bringt auf der anderen Seite natürlich Druck.

Wie stolz hält man ein eigenes Album nach getaner Arbeit in Händen?

Früher habe ich zu einem Song immer „Baby“ gesagt. Vergiss das! Ein Album ist ein Baby. Es ist Arbeit auf neun Monate und wenn du die erste Promo aus dem Presswerk zugeliefert bekommst, ist das Gefühl einfach unbeschreiblich. Nachdem durch Downloads immer weniger CDs verkauft werden, ist es etwas Besonderes, seine Schöpfung in Händen halten zu können. Ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres im Leben, als wenn man für etwas arbeitet, wo man kein Ergebnis sieht.

Das Album hat ja ordentlich eingeschlagen.

Wir waren mit dem Album „Love, Peace & Rock’nRoll“ sogar in den österreichischen Verkaufs-Charts – auf Platz vier. Das hat bis dahin noch kein Dance-Act erreicht. Das war natürlich das I-Tüpfelchen. Und gegen die großen Schlagerstars hast du in Österreich keine Chance, das ist eben so.

Du bist trotzdem in Oberösterreich geblieben und bist nach wie vor Resident-DJ im Empire St. Martin. Sind deine Engagements durch die steigende Bekanntheit und den Erfolg gefährdet?

Nein. Solang die Freundschaft und der gegenseitige Respekt bestehen bleibt – und es schaut so aus, als ob es noch jahrelang so bleiben wird – werde ich dem Empire auch immer treu bleiben, in welcher Frequenz auch immer.

Elektromusik kommt immer stärker. Das merkt man auch in den Charts. Linkin Park wäre früher wohl kaum eine Kooperation mit Steve Aoki eingegangen. Siehst du die Rockmusik am absteigenden Ast?

Ich kann mich erinnern an eine Zeit, in der die deutschen Bands extrem im Vormarsch waren. Im Radio wurde nur dieser Sound gespielt. Ich glaube, der Mensch sucht immer etwas Neues. Und wenn neue Generationen dazu kommen, brauchen die neue Musik. Aber ich glaube, dass sich dabei die Spreu vom Weizen trennt. Die guten Bands überleben diese Dürreperiode und irgendwann kommt sicher wieder Rock und Pop. Die Klassiker drehen sich mit den Trends ein bisschen mit, behalten aber ihren eigenen Stil. Bestes Beispiel dafür ist derzeit Linkin Park. Die Nummer („Lights“, Anm.) ist echt eine geile Mischung.

Siehst du die klassischen Rockfestivals à la Nova Rock in Gefahr?

Es werden die besten Festivals sicher überleben, während das Angebot im elektronischen Bereich größer wird. Ich bin kein Alternativ-Fan, aber Nova Rock sagt auch mir etwas. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht für das Nova, wenn kleinere Festivals verschwinden. Dann gibt es eben weniger, dafür intensivere Highlights im Festivalkalender. Egal in welcher Branche – die Starken überleben zur Zeit.

Blicken wir auf dich. Du warst auch heuer wieder bei Gigs in Südkorea. Auch dort ändert sich der Markt gerade.

Korea ist immer ein Highlight. Die haben ihre eigenen Acts, siehe Psy („Gangnam Style“, Anm.). David Guetta hat dort nicht die Größe wie in Europa oder in den USA. Dort ist ein Rene Rodrigezz fast so groß wie ein David Guetta.

Du hast dir mit vielen großen Namen die Bühne geteilt. Wer war der sympathischste DJ-Promi für dich?

Ich bin jetzt nicht so der Ober-Fan von jemandem. Aber es gibt ein Level, ab dem man sich akzeptiert und respektiert. Bei 90 Prozent der DJ-Größen ist es kein Glück, dass sie groß sind. Das sind Top-Leute, die jahrzehntelang an sich gearbeitet haben und jetzt dort stehen, wo sie hingehören. Und deshalb ist auch das Miteinander in diesem Kreis entspannt.

Man sieht bei DJs eigentlich nur in der Disco oder bei einem Festival. Wie viel Zeit machen diese Auftritte von der Gesamtarbeitszeit aus?

Diese Auftritte sind eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Man arbeitet ja jahrelang darauf hin, dass man die zwei Stunden spielen darf. Wenn man das nicht drauf hätte, bräuchten einen ja keiner.

Siehst du dich eher als Künstler, oder als Unternehmer?

Es gibt beide Seiten. Ich sehe mich zu 70 Prozent als Künstler und zu 30 Prozent als Unternehmer. Du musst auf der einen Seite hinter dem Produkt stehen und es verkörpern. Auf der anderen Seite muss es aber auch wirtschaftlich sein.

Wie schaut man als Künstler auf das akute Problem der illegalen Downloads?

Die Musik verliert leider – durch illegale, aber auch legale Downloads – immer mehr an Wert. Zum Beispiel bei Spotify: Da zählt doch nur noch die Masse. Mobilfunkanbieter werben damit, dass es zu einem Handyvertrag eine Million Songs geschenkt gibt. Für den Endkunden super, für den Künstler eine Katastrophe. Wo bleibt denn da bitte der Wert des einzelnen Künstlers?

Du hast angedeutet, dass 2014 etwas Neues kommt. Wirst du dich im und deine Musik ändern?

Ich will, dass die Marke Rene Rodrigezz in Zukunft auch international mitreden darf. Man wächst und wächst, aber die Strukturen sind noch nicht so professionell, wie sie sein sollten. Das muss man im Hintergrund verbessern. Ich will in Zukunft außerdem mehr mit Talenten arbeiten. Ein eigenes Label ist geplant, um langfristig Bestandteil dieser Musik zu bleiben.

Deine nächste Single kommt am Freitag. In welche Richtung geht sie?

„Born 2 Rock“ wird mit einer Radio-Version und zwei etwas härteren Mischungen kommen. Ich freu mich schon drauf. Auch das Video ist mal was anderes. Wir haben diesmal nicht eine Frau als Eye-Catcher, sondern haben diesmal einen kleinen Jungen, der die Hauptrolle übernimmt. 


Eine Vorschau auf die neue Single "Born 2 Rock".

Zur Person

Name: Rene Seidl
Künstlername: Rene Rodrigezz
Wohnort: Pucking
Alter: 27
Beruf: Deejay und Produzent
Resident-Disco: Empire St. Martin
Bekannteste Single: Shake Shake Shake (feat. DJ Antoine)
Bekanntestes Album: Love, Peace & Rock'n'Roll
Größte Awards: Best Artist und Best Remixer 2012 (Austrian Dance Awards)
Website: www.rodrigezz.at

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Born 2 Rock:

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