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Kultur

Georg Nussbaumer: „Musik ist viel mehr als Klang“

Von Von Karin Schütze   10. Dezember 2010

landeskulturpreis für Musik
Die Werke des Linzers sind klangvolle Erlebniswelten.

Musik ist immer viel mehr als Klang, ein plastischer und damit auch physikalischer Vorgang, bei dem – fast am Rande – auch Klang entsteht. Aber zum Beispiel auch Wärme und Wind, ein soziales Gefüge, der Geruch des Publikums, die Gravitation des Klaviers, alles Mögliche“, sagt der Linzer Komponist Georg Nussbaumer, seit heuer Landeskulturpreisträger für Musik.

Ob erweiterte Musikinstrumente, verschiedenste Materialien, Maschinen, lebende Tiere – die Kompositionen des 46-Jährigen sind Gesamtkunstwerke, Klanginstallationen. 2009 spürte der dreifache Vater etwa beim „Festival 4020“ im Stift St. Florian mit Luftballons und Orgelpfeifen der Vergänglichkeit nach, bis zum letzten Atemzug. Linzern mag seine Tristan-Adaption in Erinnerung sein, für die er 1999 das Parkbad mit Nebel, schwimmenden Eisblöcken und Richard Wagners Musik, unter Wasser, in eine klangvolle Erlebniswelt verwandelte. Mit Wagner hat seine Vorliebe für sagenhafte Stoffe jedoch nichts zu tun: „Meine Wagner-Arbeiten beginnen ja dort, wo der aufgehört hat.“ Vielmehr reizt ihn das Archetypische am Sagenhaften: „Egal wo ich beginne, läuft’s darauf hinaus. Es ist wenig überraschend, auf diesen ‚Grund’ zu gelangen.“ Zur Musik gelangte der einstige Schüler des Musikgymnasiums Linz früh, an der Bruckneruni und später in Amsterdam studierte er Blockflöte.

Wie sein Publikum auf seine Werke reagiert? „Naja, an gröbere Ablehnungen kann ich mich schon fast nicht mehr erinnern. Ich mache die Dinge so, wie sie mir richtig erscheinen, nicht um zu provozieren.“ Wobei ihm weniger oft mehr ist: „Ich kann ein aufwändiges Bühnenspektakel veranstalten mit viel Blut, Waffen und Nacktheit, ich kann aber auch nur die Axt neben der Violine abstellen.“

Freude bereiten ihm späte Rückmeldungen, als Beweis, dass sein Werk weiter beschäftigt: „Dann hatte ich das Glück, ein Stückchen Leere verschenken zu können, das jemand anders nutzt. Für sich selbst.“

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