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"Die Zukunft ist ein Gemüsegarten"

"Die Zukunft ist ein Gemüsegarten"

Biogärtner Karl Ploberger war in Berlin und hat sich dort mit zwei Expertinnen getroffen, die günstig und gut Gärten planen.

Von Karl Ploberger, 12. Oktober 2018 - 03:32 Uhr

Sie sind nach England gegangen, haben dort eine Gärtnerei aufgebaut, bei der Chelsea Flower Show eine Medaille errungen und sind schließlich nach Berlin zurückgekehrt, um mitten in der Großstadt eine blühende Schatzkammer einzurichten: Die "Königliche Gartenakademie".

Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen planen aber auch Gärten für jede Geldtasche. Ein Euro pro Quadratmeter – und der perfekte Plan liegt auf dem Tisch, bereit für die Umsetzung durch den Gartengestalter. Mehrere hundert Gärten sind so entstanden. Unser Biogärtner Karl Ploberger hat die beiden in Berlin besucht:

 

Karl Ploberger: Wie hat sich der Gartentrend in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Gabriella Pape: Nicht die neuesten Sonnenschirme oder Gartengriller sind gefragt, sondern perfekte Kompostsilos. Die Menschen haben verstanden, dass nichts mehr geht, wenn der Boden nicht in Ordnung ist. Isabelle Van Groeningen: Der Verkauf von Gemüsesaatgut hat sich verzehnfacht. Die Menschen wollen Geschmack selbst ziehen. Keine wässrigen Tomaten oder geschmacklose Gurken.

Wie sehen die Gärten der Zukunft aus?

Isabelle Van Groeningen: Obst und Gemüse müssen in jedem Garten Platz finden. Und nicht nur dort. Auch am Balkon und auf der Terrasse darf Essbares nicht fehlen. Was garantiert nicht passieren soll, ist die falsche Verwendung von Kies. Das Zudecken des Bodens macht die Erde kaputt. Richtig angelegt, ohne Folie darunter und mit den richtigen trockenheitsliebenden Pflanzen ist das wahrscheinlich eine der wichtigsten Entwicklungen.

Lässt man sich seinen Garten heutzutage von Experten planen?

Pape: Planen ist hip! Da waren wir die Vorreiter, als wir gesagt haben: Planung kostet nicht mehr als einen Euro pro Quadratmeter. Damit ist es für jeden leistbar. Die künftigen Gartenbesitzer müssen eifrig mitarbeiten denn es wird ja kein ‚Pape-Garten‘, sondern der ganz persönliche Garten des jeweiligen Kunden. Mit seinen Pflanzen und seinen Vorlieben. Als Endprodukt gibt es einen fertigen Plan und eine schöne farbige Skizze.

Wird der Garten jünger?

Isabelle Van Groeningen: Wir sind jetzt seit zehn Jahren hier in Berlin. Waren es früher die 55- bis 60-Jährigen, sind die Kunden heute deutlich jünger. Schrebergärten sind derzeit so in, dass es lange Wartezeiten gibt. Pape: Die Vorlieben des jüngeren Publikums wirken sich auch auf die großen Schaugärten in England aus. Sissinghurst, Great Dixter und viele andere haben nur noch teilweise kurzgemähte Rasenflächen, dafür bunte Blumenwiesen, wo die Insekten summen und mit Sensen gemäht wird. Das ist der Gartentrend der Zukunft: viel mehr Natur im eigenen Garten.

"Die Zukunft ist ein Gemüsegarten"
Berliner Gartenplanerin Gabriella Pape

Die sieben Trendpflanzen

  • Katzenminze steht extrem hoch im Kurs. Am besten verkauft wird die Sorte „Walkers Low“, eine tolle Bienenpflanze.
  • Rosen sind sehr beliebt, aber nicht die gefüllten Blüten, sondern die offenen Sorten.
  • Lavendel wird als „Gute Laune“-Pflanze verkauft: Im Frühjahr macht er Lust auf Urlaub, im Spätsommer erinnert er uns daran.
  • Kosmeen sind populärer denn je, weil sie fast bis Weihnachten blühen.
  • Kräuter sind bei der Gestaltung von Garten und Terrasse wichtig. Garten und Genuss gehören einfach zusammen.
  • Hortensien sind unter den Gehölzen am beliebtesten.
  • Zwiebelblumen sind wieder total in. Aber viele Newcomer haben Berührungsängste und fragen sich: „Ja, kann denn aus diesem Knubbel eine blühende Pflanze werden?“
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