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Mehr als Punsch aus Punjab in Wels

Zur Weihnachtszeit wird man mit Gewürzen verzaubert. Zeit, ins indische Indiya zu reisen

Thali, ein aromatisches Potpourri Bild:

Zimtstangen, Orangen, Nelken und Punscharoma. Dem Weihnachtsmarktflair entkommen nur die wenigsten und erliegen irgendwann dem Potpourri der Aromaschwaden. Punsch hin oder her, besonders reizvoll ist es, eine kulinarische Reise ins Ursprungsland des heißen Mischgetränks zu unternehmen: nach Indien.

Vor einem Jahr eröffnete der Oberösterreicher Wasi am Welser Stadtplatz das indische Lokal Indiya. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Punjab und bauten sich in Österreich eine gastronomische Existenz auf. Auch wenn der Sprössling nie in deren Fußstapfen treten wollte – "mich hat die Gastronomie nie wirklich gereizt" – ergab sich die Möglichkeit, das indisch-italienische Lokal Ali Baba zu übernehmen.

Die Wandmalereien aus 1001 Nacht wurden überstrichen, das Gewölbe blieb, und Ali Baba verwandelte sich in ein modernes Restaurant, das ein nicht alltägliches Ambiente mit Fauteuils, Schwarz-Weiß-Bildern und schickem Charme bietet.

Kulinarisch werden die Gäste mit indischer Küche beglückt. Klassisch, aber auch "Indian Street Food". Das Konzept wird honoriert, die Plätze sind regelmäßig ausgebucht, reservieren ist ratsam. Man muss auch nicht befürchten, als indisches Duftstäbchen das Restaurant zu verlassen. Aromen werden in den Speisen verpackt und machen Lust auf den Gewürzladen. Es ist zudem beispielgebend, wie vegetarische Küche auf der Kochbühne triumphiert und dem Fleisch die Show stiehlt.

Vorbildlich Samosa (3,80 Euro). Teigtaschen, mit Erdäpfeln und Erbsen gefüllt, bilden mit der leichten Schärfe des Chutneys eine Wohltat für den Gaumen.

Die milde Linsensuppe Dal Shorba (4,80 Euro) war eine Spur zu dünn, der aus Linsenmehl hergestellte Papadam klirrte voller Knusprigkeit.

Einen guten Überblick bekommt man bei der indischen Platte Thali,
die mit wohlduftendem Fladenbrot (Naan) serviert wird.

Bei "the austrian Punjabi" (16,80 Euro) spielen Malai Kofta (Gemüsebällchen), Palak Paneer (Spinat mit Käse), Dal (Linsengericht) und Raita (Joghurtdip) mit dem Reichtum an Gewürzen, Aromen und Konsistenzen. Zudem blitzt die Schärfe durch.

Wen die vegetarische Vielfalt unbeeindruckt lässt, kann sich bei Nihari (18,80 Euro), der langsam geschmorten, butterweichen Lammhaxe austoben. Das Fleisch löst sich fast selbst vom Knochen, die Sauce harmoniert mit den extra gereichten Ingwerstreifen, Limetten und Koriander sehr gut.

Bei Halwa (3,20 Euro), dem warmen Grießdessert aus Kokos und Rosenwasser, darf man sich nicht von der Farbe schrecken lassen. Einfach genießen und in eine kulinarisch andere Welt eintauchen.

*****

OÖN-WERTUNG

Vier von sechs Kochlöffeln
Neben der Standardkarte gibt es wöchentlich Spezialitäten

INFOS ZUM LOKAL

Indiya
Kategorie: Restaurant
Stadtplatz 33, 4600 Wels
0660/7151203
Ruhetag: Montag

 

 

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Artikel Philipp Braun 30. November 2018 - 00:04 Uhr
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