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Ein gewaltiger Klangstoß zum Auftakt des neuen Musiktheaters

LINZ. Gestern wurde das neue Linzer Musiktheater am Volksgarten mit einem bunten Cocktail aus Eröffnungsreden und Musik eröffnet.

Ein gewaltiger Klangstoß zum

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Lesen Sie mehr zur Eröffnung im nachrichten.at-Liveticker.

 

Die Geschichte des Linzer Musiktheaters aus der Sicht von Karikaturist Gerhard Haderer:


Titelseite der OÖNachrichten am 11. April 2013
PDF Datei (572.54 KBytes.)

Poetisch ist das akustische Schichtwerk aus Trompeten, das sich im Verein mit dem tiefen Blech hin zum gewaltigen Klangstoß steigert: Die herrliche „Fanfare pour précéder La Peri“ vom französischen Komponisten Paul Dukas (1865–1935) wurde gestern am späten Nachmittag zum Auftakt der Eröffnung des neuen Musiktheaters geblasen. Sie steht auch als prächtiges Symbol für die kommende Vielfalt des neuen oberösterreichischen Theaterbaus, der mit seinem durchinszenierten, außergewöhnlichen Eröffnungs-Festakt eine hervorragende Visitenkarte abgab.

Ein ebenso buntes wie hochwertiges, ein ebenso kurios-kreatives wie unterhaltsames Kaleidoskop aus schräg durchwachsenem Musiktheater-Alltag, aus Satire und hochkarätigen Aufführungs-Splittern entfaltete sich zwischen, während und über die Eröffnungsreden. Aus Bau-Bildern und Baulärm wuchs die Musik des Linzer Bruckner Orchesters, wuchsen in einem Miteinander von Ensemblemitgliedern und Bühnen-Nachwuchs pointierte Szenenausschnitte und Figuren aus Produktionen wie „Der Rosenkavalier“, „La Cenerentola“, „Rigoletto“ und „Land des Lächelns“.

„Ein großartiges Projekt!“ – das ist der erste Eintrag im Gästebuch des neuen Musiktheaterhauses. Er stammt von Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, der Linz zudem attestierte, nun im Reigen der großen österreichischen Festspielhäuser „hervorragend mitzuhalten“.

Foto: nachrichten.at/an

 

Das folgende Vorspiel aus dem 3. Akt von Richard Strauss’ „Rosenkavalier“ wird zugleich zur Intrada des zukünftigen Bühnengeschehens. Ein Amor schaut durch den Vorhangschlitz: „Es geht los!“ Prominente Operngestalten simulieren Chaos, die Vermischung von Traum und Realität zieht die bisherige Baustellen-Atmosphäre hinein ins Operngeschehen. Leiter, Bretter, Kisten, Stangen, Werkzeug. Bühnen- und Bauarbeiter werkeln hektisch. Theaterfiguren entdecken das Publikum: Meine Güte, wir müssen anfangen!

Wunderbar akzentuierte ein Chor aus Landestheater-Schauspielern den „Hymnus zur Einstimmung des Theaterraumes“ vom Schlierbacher Bernhard-Stipendiaten Thomas Arzt als „Stimm-Eröffnung“, der die Statements einiger in den Musiktheater-Entwicklungsprozess eng Eingebundener folgten.

„Dass Sie dieses Haus lieben“, möchte Gerhard Ritschel, Mastermind des umtriebigen „Vereins der Freunde des Linzer Musiktheaters“. Und: „Ein neues Wohnzimmer für Linz“ soll es sein, wünschte sich Musiktheater-Architekt Terry Pawson, der mit diesem Bau wohl die beste Basis dafür geschaffen hat.

Und: Es lässt sich auch allerbestens hören im neuen Haus am Volksgarten, wie die an diese ersten Statements anschließende, vom Bruckner Orchester unter seinem Chefdirigenten Dennis Russell Davies luftig in den Raum gesetzte und im zartesten Pianissimo bis ins letzte Winkerl zu hörende Pavane aus Prokowjews Ballettmusik zu „Romeo und Julia“ überzeugend demonstrierte.

Es ist tatsächlich „ein Jahrhundertbau“, wie es der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch formulierte. „Kultur kostet, aber Unkultur kostet noch viel, viel mehr“, das habe Finanzministerin Maria Fekter von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer gelernt, der nun nach harten Zeiten schärfster Diskussionen hochemotionalisiert sein „mutiges Zeichen des Aufbruchs“ in aller Freude feiern darf.

Mitreißende Liebeserklärung

Grandiose Vokal-Intermezzi: Die Arie aus Philip Glass’ Oper „Voyage“, von der japanischen Koloratursopranistin Mari Moriya auf einer Schaukel vor einem Vollmondbild hoch über der Bühne schwebend gesungen.

Weiters „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Lehárs „Land des Lächelns“, vom international renommierten Tenor Piotr Beczala, der in Linz seine ersten Engagements hatte. Als mitreißende Liebeserklärung an das neue Musiktheater serviert, nachdem Bundespräsident Heinz Fischer das Haus eröffnet hatte.

„Die Schönheit kann vom Himmel fallen!“, hieß es im Arzt-Hymnus des Schauspielchors. Nun: Der Anfang dafür wurde gestern geliefert.

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Artikel 12. April 2013 - 00:04 Uhr
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