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Neues Lehrerstudium: "Größte Reform seit Jahren"

Von Herbert Schorn, 10. März 2015, 00:04 Uhr
Neues Lehrerstudium: "Größte Reform seit Jahren"
Vier Jahre dauert das neue gemeinsame Bachelorstudium für NMS- und Gymnasiallehrer in Zukunft. Bild: PH OÖ

LINZ/SALZBURG. Ab Oktober 2016 studieren Lehrer für Neue Mittelschulen und Gymnasien gemeinsam – Planung in Intensivphase.

"Es ist das größte und komplexeste Reformprojekt im Bereich der Bildung der vergangenen Jahrzehnte. Das wird sowohl die Pädagogischen Hochschulen als auch die Universitäten verändern", sagt Rektor Herbert Gimpl von der Pädagogischen Hochschule (PH) des Bundes in Linz. Damit ab Herbst 2016 Lehrer für die Neue Mittelschulen (Hauptschulen gibt es dann nicht mehr) und Gymnasien gemeinsam ausgebildet werden können, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es gebe noch viel Arbeit, sagt Franz Keplinger, Rektor der PH der Diözese. "Es muss noch eine gemeinsame Philosophie von Unis und PHs für die Lehrerausbildung entstehen." So laufen die Planungen:

 

1 Das Studium: Das Bachelorstudium dauert vier Jahre, danach gibt es ein Induktionsjahr, in dem die Junglehrer unter Begleitung von Mentoren unterrichten. Wie viele Stunden sie halten, hängt vom Bedarf ab. Während oder nach der Induktionsphase ist das Masterstudium abzulegen.

2 Die Vorbereitungen: Damit die gemeinsame Ausbildung funktioniert, arbeiten in Oberösterreich und Salzburg ("Cluster Mitte") neun Institutionen zusammen: auf Salzburger Seite PH, Uni und Mozarteum, in Linz zwei PHs, Kunst-, Bruckner-, Katholisch-Theologische- und Kepler-Uni. Es gibt rund 35 Arbeitsgruppen, die die Studienpläne für die Fächer (etwa Deutsch, Geographie) und die Schwerpunkte (etwa Inklusion, Medienpädagogik) entwickeln und sich technischen und rechtlichen Fragen widmen. Etwa: Wie können die Computersysteme harmonisiert werden? Oder: Wie läuft die Inskription ab? Hier hat Rektor Gimpl eine klare Forderung: "Wir wollen eine völlig gleichrangige Inskription. Wer bei uns eingeschrieben ist, ist automatisch bei den Partnern mitinskribiert."

3 Rund 25 Fächer und Schwerpunkte werden entwickelt. Das soll im Sommer abgeschlossen sein und muss im Herbst durch zahlreiche Kommissionen bestätigt werden. Auch die Aufnahmeprüfung wird einheitlich.

4 Pendeln sollen die Linzer Studenten so wenig als möglich. Daher wird überlegt, viele Studieninhalte auch per E-Learning oder durch Videoübertragungen anzubieten. Schwierig wird es vor allem bei Inhalten für die Gymnasium-Oberstufe, die die Linzer Unis nicht anbieten, etwa Sprachen, Geschichte und Geographie.

 

5 Aufrüstung: Daher wird die PH des Bundes ihr Personal um 14 Professoren aufstocken – zum Ärger der PH der Diözese, der das Ministerium kein Zusatzpersonal genehmigte: "Hier muss es noch Nachverhandlungen geben", sagt Rektor Keplinger.

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