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Neue Studie: So bedroht Klimawandel die Eisbären

Von nachrichten.at/apa, 14. Februar 2024, 21:36 Uhr
Der Lebensraum von Eisbären ist bedroht
An 130 Tagen in Jahr müssen die Eisbären an Land gehen. Bild: dpa

ANCHORAGE. Kaum ein Tier steht so für die Klimaerwärmung wie der Eisbär – und tatsächlich machen eisfreie Phasen in der Arktis den Raubtieren schwer zu schaffen.

Das zeigt eine Studie im Fachblatt "Nature Communications", für die Forschende 20 Tiere in Kanada über mehrere Wochen beobachtet haben. Dabei stellte das Team um Anthony Pagano vom Alaska Science Center fest, dass die Eisbären auch an Land auf Futtersuche gehen, dabei aber weniger erfolgreich sind und an Gewicht verlieren.

130 Tage pro Jahr an Land

Der fortschreitende Klimawandel führt in der Arktis zu einem Rückgang des Meereises. Für die Eisbären ist das ein Problem, weil sie auf dem Eis vom späten Frühling bis zum Frühsommer Robben jagen, die zu dieser Zeit ihre Jungtiere zur Welt bringen. Zieht sich das Meereis zurück, sind Eisbären gezwungen, an Land zu gehen. Durch die Erderwärmung haben sich die eisfreien Phasen erheblich verlängert: Von 1979 bis 2015 schon um drei Wochen, sodass Eisbären mittlerweile 130 Tage im Jahr an Land verbringen.

Zwar sind Eisbären anpassungsfähig und jagen vereinzelt auch Beute an Land. Doch sollte sich die eisfreie Zeit weiter verlängern, befürchten Wissenschafter, dass das Überleben der Tierart stark gefährdet wird. So könnten bis 2050 laut Schätzungen 22 bis 67 Prozent weniger Jungtiere geboren werden. Andere Forschende gehen davon aus, dass ein Viertel der Männchen verhungern wird, wenn das arktische Meer 180 Tage eisfrei bleibt.

20 Eisbären untersucht

Trotz dieser Vermutungen ist unklar, ob Eisbären während der meereisfreien Zeit länger überleben könnten, wenn sie weniger Energie verbrauchen oder neue Nahrungsquellen erschließen. Um das herauszufinden, untersuchte das Team um Pagano 20 Eisbären in der kanadischen Hudson Bay während der meereisfreien Zeit.

Die Autoren ermittelten den täglichen Energieverbrauch der Tiere sowie Veränderungen ihrer Körpermasse. Über GPS-Tracker, die mit einer Kamera ausgestattet waren, konnten die Forschenden beobachten, wie sich die Tiere verhielten, was sie fraßen und wie viel sie sich bewegten.

"Sehr unterschiedliche Verhaltensweisen"

"Wir beobachteten sehr unterschiedliche Verhaltensweisen bei den Eisbären", sagte Pagano laut einer Pressemitteilung der Washington State University. "Manche Bären legten sich einfach hin und verbrauchten ähnlich wenig Energie wie beim Winterschlaf. Andere suchten aktiv nach Futter und ernährten sich von Vogel- und Karibu-Kadavern, Seetang und Beeren. Drei Tiere schwammen sogar über etliche Kilometer durchs Meer, um dort nach Nahrung zu suchen."

Je nach Aktivität stellten die Forschenden auch große Unterschiede im täglichen Energieverbrauch der Tiere fest. Insgesamt verloren aber 19 der 20 Eisbären an Gewicht: 0,4 bis 1,7 Kilogramm pro Tag und damit 8 bis 36 Kilogramm innerhalb des dreiwöchigen Beobachtungszeitraums. Zwar hätten manche Tiere Nahrung finden können, hieß es. Doch gewannen sie beim Fressen nur so viel Energie wie sie für die Futtersuche verbrauchten. Zu wenig, um in der Gesamtbilanz bei Kräften zu bleiben.

Keine Grizzlys mit weißem Fell

Manche Fachleute hatten angenommen, dass Eisbären sich auf dem Festland so verhalten würden wie ihre Verwandten, die Grizzly-Bären: Entweder gehen sie in den Ruhemodus oder suchen Nahrung an Land. Doch das ist offenbar nicht der Fall. "Eisbären sind keine Grizzlys mit weißem Fell. Sie unterscheiden sich sehr stark voneinander", sagte Co-Autor Charles Robbins, Direktor des Washington State University Bear Centers. "Eisbären sind größer und wiegen auch wesentlich mehr. Um ihr Gewicht zu halten, fressen sie das energiereiche Fett von Robben - und die fangen sie über das Meereis."

Obwohl Eisbären ihr Verhalten sehr stark anpassen können, verdeutlichen die Ergebnisse, wie stark eine längere meereisfreie Phase das Risiko erhöht, dass die Tiere verhungern. "Dadurch, dass Eisbären sich früher aufs Festland zurückziehen müssen, haben sie auch weniger Zeit, um überlebenswichtige Energiereserven aufzubauen", schildert Pagano. "Wir gehen davon aus, dass somit zukünftig mehr Tiere verhungern werden, insbesondere jüngere Eisbären und Weibchen mit Jungtieren."

Die Eisbären in der westlichen Hudson Bay sind den Fachleuten zufolge wahrscheinlich stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen als jene in anderen Regionen in der Arktis.

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