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Metaller-KV: Plus 9,6 Prozent oder doch ein bisschen mehr?

Von nachrichten.at/apa, 22. September 2023, 11:36 Uhr
In der Metalltechnischen Industrie starten am Montag die Betriebsversammlungen
(Symbolbild) Bild: HANS KLAUS TECHT (APA)

WIEN. Einen Abschluss unter der durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate - 9,6 Prozent - haben die Gewerkschaften ausgeschlossen.

Am Montag werden die Vertreter der Gewerkschaften GPA und PRO-GE ihre Lohnforderungen an die Arbeitgeber der Metalltechnischen Industrie übergeben. Einen Abschluss unter der durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate - eben diesen 9,6 Prozent - haben die Gewerkschaften ausgeschlossen. Aber es gibt auch Verhandlungsmasse abseits des Lohnanstiegs, wie etwa bei Urlaub und Arbeitszeit.

Die Arbeitgeber zeichnen im Vorfeld ein düsteres Bild der Wirtschaft, eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich oder ein früheres Erreichen der sechsten Urlaubswoche haben sie bisher abgelehnt. Und im Übrigen habe es von der Regierung zur Abmilderung der hohen Inflation auch Teuerungsausgleiche gegeben, die müssten mit berücksichtigt werden.

"Keine Lohn-Preis-Spirale"

Sicher nicht, lautet die Antwort von GPA und PRO-GE. Hier gehe es um eine nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung, das habe mit Regierungsmaßnahmen nichts zu tun. Einmalzahlungen, wie sie die Arbeitgeber schmackhaft machen wollen, lehnen die Gewerkschaften ebenfalls ab, denn dies sei auch nur ein Einmaleffekt und fehle dann bei den nächstjährigen Verhandlungen. Es gebe auch keine Lohn-Preis-Spirale, sondern die Regierung habe zu wenig gegen die Teuerung getan, nun könne man die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht im Regen stehen lassen, so die Arbeitnehmervertreter.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian hatte kürzlich gemeint: "Wir ändern die Spielregeln nicht, wir verhandeln nicht für die Zukunft." Schließlich hätten die Sozialpartner in der Metallbranche im vergangenen Jahr auch mit der rollierenden - also zwölfmonatigen - Inflation als Basis abgeschlossen, obwohl bei der Einigung im Herbst 2022 schon die Teuerung anzog. Damals habe die Arbeitgeberseite argumentiert, dass dieser Anstieg ohnehin heuer abgegolten werde - und das müsse nun auch gelten, so Katzian.

Einmalzahlungen seien bestenfalls "Schnittlauch am Butterbrot"

Zuletzt hatten sich die Lohn- und Gehaltsabschlüsse um die zehn Prozent plus - wohlgemerkt brutto - bewegt. Ein Ausreißer waren die Paketzusteller, sie erhalten ab 2024 im Schnitt um 16 Prozent mehr aufs Konto. PRO-GE-Chef Reinhold Binder stellte jedenfalls klar, dass die Forderung für den Kollektivvertrag (KV) sicher zweistellig und Arbeitszeitverkürzung ein Thema sein werden. Die von den Arbeitgebern angedachten Einmalzahlungen seien bestenfalls "Schnittlauch am Butterbrot".

Die Metalltechnische Industrie habe die vergangenen zwei Jahre Rekordeinnahmen lukriert, der Export würde nach wie vor hervorragend laufen, nun seien die Arbeitnehmer am Zug, so Binder. Er führt heuer zum ersten Mal die mehr als 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie in die Herbstlohnrunde. Insgesamt beschäftigt die Metallindustrie gut 200.000 Mitarbeiter, auf Wunsch der Arbeitgeber verhandeln aber die anderen Branchenbereiche in eigenen Runden. Allerdings waren die Abschlüsse in der Vergangenheit gleich hoch. Der Mindestlohn in der Metallindustrie liegt derzeit bei 2.236 Euro brutto.

Knill: "Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaften"

Sein Gegenüber Christian Knill, Industrieller aus der Steiermark und Obmann des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie (FMTI), wiederum hatte bereits betont: "Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaften". Und er stellte klar: "Unsere Aufgabe ist nicht, die Kaufkraft in Österreich zu gewährleisten."

Wifo-Lohnexperte Benjamin Bittschi sprach vor kurzem von einem "Dilemma". So seien die hohen Lohnforderungen aufgrund der stark gestiegenen Inflation ebenso gerechtfertigt wie die Darstellung der Arbeitgeberseite über die schlechte Wirtschaftslage in der Branche.

Was im Herbst die Metaller sind, sind im Frühjahr die Beschäftigten der Elektroindustrie, die die erste große Lohnrunde des jeweiligen Jahres einleiten. Die Branche schloss heuer mit einem Plus von 9,9 Prozent ab.

Interessant ist auch ein Blick auf die Pensionen

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner der Metalltechnischen Industrie im Schnitt auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 7,44 Prozent, wobei sich der Anstieg aus einem Plus von 5,4 Prozent und einer monatlichen Zahlung von 75 Euro zusammensetzte. Die rollierende Inflation lag damals bei 6,4 Prozent, die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von plus 10,6 Prozent in die Verhandlungen gestartet. Interessant ist auch ein Blick auf die Pensionen: Diese steigen im kommenden Jahr um 9,7 Prozent, gleiches gilt auch für die die Sozial- und Familienleistungen (Familienbeihilfe, Kinderbetreuungs- und Krankengeld, Studienbeihilfe, etc.).

Können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht einigen, läuft der KV des Vorjahres weiter. Da dies für die Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten würde, wird aber im Regelfall schon während der Verhandlungen mit Betriebsversammlungen und Warnstreiks der Druck durch die Arbeitnehmerseite erhöht.

Die Streikstatistik in der Metallindustrie weist zwei größere Arbeitsniederlegungen in der jüngeren Vergangenheit aus: 2011 kam es zu Streiks in rund 200 Betrieben mit 100.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie 2018 in über 240 Betrieben mit mehr als 70.000 Beschäftigten. Aktuell gibt es einen Arbeitskonflikt beim Tiefkühlkosthersteller Ardo in Niederösterreich.

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27  Kommentare
27  Kommentare
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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 23.09.2023 06:51

Das Problem ist das die Einkommensschere immer größer wird. Dies gehört zurückgedreht!!!

Personen welche viel verdienen erleiden leider einen Realitätsverlust und merken nicht wie schwer sich Personen mit niedrigen oder mittleren Einkommen das Leben gestallten können!!!

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sagenhaft (2.233 Kommentare)
am 23.09.2023 06:45

bei uns, einem kleinen Ort in Niederoesterreich mit viel Metallindustrie kodtete vor einem Jahr die Leberkaesesemnel 1,60 Euro und gestern 2,20 Euro. Immer die gleiche Schnitte Leberkaese. Bri 9,6% waeren es 1,75 Euro, also muss die Erhoehung 35% sein, nicht 9,8% damit sich das ausgeht

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sagenhaft (2.233 Kommentare)
am 23.09.2023 06:52

bei uns, einem kleinen Ort in Niederoesterreich mit viel Metallindustrie kostete vor einem Jahr die Leberkaesesemnel 1,60 Euro und gestern 2,20 Euro. Immer die gleiche Schnitte Leberkaese. Bei 9,6% waeren es 1,75 Euro, also muss die Erhoehung 35% sein, nicht 9,8% damit sich das ausgeht

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westham18 (4.794 Kommentare)
am 23.09.2023 11:23

LeberkäsSemmeln sind eh nicht gesund….💥

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fam.beham@gmx.at (466 Kommentare)
am 22.09.2023 19:58

das Thema Abfertigung alt sollte mal aufgegriffen werden, ab dem 45 Lebensjahr gibts bei uns keine Lohnerhöhung mehr da wirst nur mehr gefrotzelt weils wissen das Sie kaum wer herschenkt,
dabei würde man da die Kohle eher brauchen als mit 62 bzw 65, wennst Glück hast erlebst diese gar nicht, ein Witz sowas

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groma (1.115 Kommentare)
am 22.09.2023 20:55

Wenn ich mich richtig erinnere, stand es damals jeden frei das System zu wechseln. Sie und viele andere dachten sich damals halt wahrscheinlich, so hab ich meine 12 Monate Abfertigung schneller zusammen, als im neunen System.

Ich hab kurz nach der Umstellung selbst das Unternehmen gewechselt und bin nun froh „frei“ zu sein bzw. bei einem Arbeitgeberwechsel da keine Einbußen zu haben.

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 21:24

Groma
Jedes neue Arbeitsverhältnis ab 01.01.2002 war in Abfertigung neu.

Und für jene in einem aufrechten Beschäftigungsverhältnis galt:
Der Arbeitgeber musste dem Wechsel in Abfertigung neu zustimmen.
Was AG verweigert haben - weil der AN zukünftig leichter wegwechseln hätte können.

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 21:25

Abfertigung neu ist ein viel größeres Problem - kennen Sie die Wertentwicklung? Diese war nämlich grob negativ!

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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 23.09.2023 06:27

Leider gibt es bei den Beamten überhaupt keine Abfertigung!!!

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Uther (2.438 Kommentare)
am 23.09.2023 12:48

Dafür haben sie einen ruhigen geschützten Platz wo sie mit 80% vom Letztbezug in Rente gehen !

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( Kommentare)
am 22.09.2023 18:29

Dann muss halt auf das zugegriffen werden was die letzten jahre in saus und braus erwirtschaftet wurde, ! Leute müssen jetzt auch auf ihr erspartes zu greifen und mehr !! Faule ausrede

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Happy420 (267 Kommentare)
am 22.09.2023 15:22

wenn ich "lohn-preis-spirale" lese könnte ich kotzen.
wer ist denn schuld an der hohen inflation?

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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 22.09.2023 16:16

@ HAPPY420:

Meines Erachten sind an der hohen Inflation folgende Bereiche Schuld:
hohe Energiepreise,
hohe Treibstoffpreise,
CO2-Bepreisung,
COFAG - Förderungen,
....

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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 22.09.2023 14:12

Also die Metaller sind Spitzenreiter bei Lohnabschlüssen. Im Vergleich haben der Öffentliche Dienst durch geringere Lohnabschlüsse sowie Nulllohnrunden wirklich sehr viel verloren!!!

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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 22.09.2023 14:14

Wenn man aktuell einen Vergleich herstellen möchte mit die Nationalratsabgeordnete für das Jahr 2024 mit etwa 7.000 € brutto müsste die Niedrigverdiener und die Mittelschicht um etwa 25% mehr bekommen!!!

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Uther (2.438 Kommentare)
am 23.09.2023 12:53

Dann geh in die Privatwirtschaft!
3 Schichtbetrieb!
12 Stunden Arbeitstag!
Kein Kündigungsschutz!
Beamte in Österreich da bist im gelobten Land!
Leider brauchst viel Vitamin B das du da einen Job bekommst!

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 11:46

Der letzte Lohnabschluss hat für die Metaller einen Reallohnverlust von 3,9 % bereitet.

Diesen Reallohnverlust gilt es aufzuholen. Und die Inflationsrate von 9,6 % muss abgegolten werden.

Jeder Abschluss unter 13,5 % bedeutet einen weiteren Reallohnverlust für die hart arbeitenden Menschen.

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nangpu (1.752 Kommentare)
am 22.09.2023 12:05

Sehr lustig!
Das treibt die Inflation weiter an und schwächt den Standort Österreich (wirtschaftlich) weiter.

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 12:13

nangpu

die Gierflation der Unternehmen treibt die Inflation weiter an.

die Abzocke durch die Energieunternehmen treibt die Inflation weiter an.

die Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen (mit anschließender Umverteilung) treibt die Inflation weiter an

die Erhöhung der CO2 Steuer treibt die Inflation weiter an

Und derjenige der all diese Rechnungen bezahlen muss - der hart arbeitende Bürger - ausgerechnet der soll mit weniger Lohn für seine harte Arbeit abgespeist werden, damit die Inflation gebremst wird?

Sorry - aber so wird der Hase nicht laufen.

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 12:16

P.S.

Ob der Reallohnzuwachs durch Lohnerhöhungen oder zusammen mit Steuersenkungen zustande kommt, das ist egal.

Wenn Steuersenkungen ein Teil davon wird dann darf das nicht mit Mogelpackungen a la Abschaffung der kalten Progression sein.

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nangpu (1.752 Kommentare)
am 22.09.2023 12:59

Sie sollten bitte einmal weiter als bis zur eigenen Nasenspitze denken - das hilft eventuell.
Eine weiter Disk. mit Ihnen ist daher irrelevant.

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 13:06

Nangpu

Offenbar haben Sie den wichtigsten Aspekt übersehen.

Die Unternehmen haben die höheren Preise schon kassiert während die Löhne und Gehälter IM NACHHINEIN um die Inflationsrate angepasst werden.

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HumanBeing (1.892 Kommentare)
am 22.09.2023 16:02

Ist eine Diskussion mit Ihnen als Unternehmer noch sinnvoll?

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Happy420 (267 Kommentare)
am 22.09.2023 15:22

genauso wird der hase laufen... traurig

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watergate2000 (1.477 Kommentare)
am 22.09.2023 12:59

Sehr lustig. Sollen doch die Unternehmer die Erhöhung schlucken. Warum sollen sie Arbeiter/Angestellten sein?

Für die Wirtschaft ist es selbstverständlich, dass sie Erhöhungen weitergeben. Darum soll der kleine Mann/die kleine Frau darauf verzichten. Eine hochnäsige Einstellung die du da vertrittst

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nangpu (1.752 Kommentare)
am 22.09.2023 13:04

13,5% ist in dieser - eh schon hochbezahlten Brache - irrelevant.
Checken Sie das nicht?

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betterthantherest (35.353 Kommentare)
am 22.09.2023 13:07

Gerade diese Branche hat ihre Preise enorm erhöht.

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