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Wirtschaft

Drohnenangriff in Saudi-Arabien macht bei uns den Sprit teurer

Von Hermann Neumüller  und  Josef Lehner 17. September 2019 00:04 Uhr

Drohnenangriff in Saudi-Arabien macht bei uns den Sprit teurer
Bernd Zierhut, Doppler-Gruppe

WELS / WIEN. Doppler erhöhte schon gestern die Treibstoffpreise um sieben Cent pro Liter.

Der Drohnenangriff auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien blieb auch für uns nicht ohne Folgen. Nicht nur die internationalen Rohölpreise stiegen, auch bei uns wurden Treibstoffe gestern teurer. Was müssen wir in den nächsten Wochen erwarten? Hier die wichtigsten Fragen:

Rund fünf Prozent der täglichen weltweiten Ölproduktion sind von diesem Anschlag betroffen. Warum reagiert der Markt so heftig?

Um knapp zehn Prozent (Stand gestern Mittag) stieg der Rohölpreis auf dem Weltmarkt (Ölsorte Brent). Es ist weniger die Menge, es ist eher die Sorge vor Eskalation. US-Präsident Donald Trump hat Vergeltung für die Anschläge angedroht. Er macht den Iran für die Anschläge verantwortlich. Sollte es zu US-Schlägen in der Region kommen, könnte der Iran wiederum seine Drohung wahr machen und die Straße von Hormus sperren. Davon wäre dann rund ein Drittel der weltweiten Produktion betroffen.

Was bedeutet der Anschlag für unsere Treibstoff- und Heizölpreise?

Nichts Gutes. "Wir haben unsere Treibstoffpreise um sieben Cent erhöht", sagte Bernd Zierhut, Geschäftsführer des Welser Mineralölhändlers Doppler. Das Unternehmen betreibt mehr als 260 Tankstellen in ganz Österreich. Wie nachhaltig dieser Preisanstieg ist, weiß derzeit niemand. Aus Saudi-Arabien hieß es gestern, man sei in der Lage, die Produktion innerhalb kurzer Zeit wieder in Gang zu bringen. Ob das eine Schutzbehauptung ist oder ob es nicht doch Monate dauern wird, die Anlagen zu reparieren, weiß derzeit auch niemand.

Gibt es keine Reserven, die man anzapfen kann, um den Produktionsausfall zu kompensieren?

Doch. Weltweit werden rund zwei Milliarden Barrel an Ölreserven vorgehalten, die etwa für ein Jahr ausreichen würden, sagte der Ölexperte Hannes Loacker von Raiffeisen Capital Management. "Davon werden rund 1,5 Milliarden Barrel in den OECD-Ländern gehalten und davon wiederum 600 Millionen Barrel in den USA, wo Präsident Trump die Freigabe von Öl aus diesen Reserven bereits genehmigt habe. Auch Österreich verfügt über Ölreserven für etwa 90 Tage.

Was bedeutet dieser Ölpreisanstieg für unser Wirtschaftswachstum?

Die Volkswirte der UniCredit Bank Austria gehen davon aus, dass der Drohnenangriff nur temporäre Auswirkungen auf den Ölpreis haben werde. Dann sollte sich der Rohölpreis wieder bei einem Stand von rund 60 Dollar einpendeln (siehe Grafik).

Warum reagierten die Aktienbörsen mit Kursverlusten?

Dieser Anschlag ist ein zusätzlicher Beitrag zur Verunsicherung. Schon jetzt wird die internationale Lage als labil eingeschätzt, die Situation bei Rohöl, die derzeit niemand so wirklich genau abschätzen kann, ist da eine zusätzliche Belastung.

Video: OÖN-TV zum Thema incl. Gespräch mit OÖN-Wirtschaftsredakteur Hermann Neumüller

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