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Ski Alpin

Kriechmayrs wichtigste Abfahrt war schon gestern

Von Christoph Zöpfl  13. Januar 2022 00:04 Uhr

Kriechmayrs wichtigste Abfahrt war schon gestern
Einzigartige Kulisse: Daniel Hemetsberger im Wengen-Training

LINZ / WENGEN. Aus der Quarantäne auf das Stockerl? Für den Mühlviertler ist wieder alles möglich

Gestern nach einem positiven Covid-Test noch in der Quarantäne zur Untätigkeit verdammt, heute beim Super-G in Wengen (12.30 Uhr) im Favoritenkreis: Vincent Kriechmayr bekam für das verlängerte Rennwochenende am Lauberhorn doch noch ein Last-Minute-Ticket. ÖSV-Herrencheftrainer Andreas Puelacher spekuliert sogar damit, dass der Mühlviertler am Freitag und Samstag sogar die beiden Abfahrten absolvieren kann, obwohl das Reglement ganz klar gegen einen Start spricht. Ein Jury-Beschluss soll es doch noch richten.

Die wichtigste Abfahrt hat Kriechmayr gestern hinter sich gebracht – die Abfahrt Richtung Wengen aus der Quarantäne, in der er seit einem positiven Testergebnis am Wochenende "gefangen" war. Nach einem negativen Test am Dienstag bekam er zwar von der FIS und dem Schweizer Veranstalter grünes Licht für eine Teilnahme am gestrigen Training, die österreichischen Gesundheitsbehörden hoben allerdings den Quarantänebescheid nicht auf. Vorerst. Am späten Nachmittag bekam Kriechmayr nach einem neuerlichen negativen Test gestern schließlich das "Go" für die Rückkehr in den Skizirkus.

Kriechmayrs wichtigste Abfahrt war schon gestern
Last-Minute-Start: Vincent Kriechmayr.

Da der Doppelweltmeister in Wengen allerdings beide Trainingstage verpasst hat, kann er laut Regulativ zwar heute den Super-G absolvieren, ein Start in den Abfahrten am Freitag und Samstag ist aber nicht möglich. Der ÖSV ist aber auf der Suche nach einer Hintertür. "Aufgrund der Coronalage gibt es eine spezielle Situation, da muss man eben auch spezielle Ideen entwickeln", sagt Puelacher, der hofft, dass die anderen Teams den ÖSV solidarisch unterstützen. Puelacher: "Jetzt hat es den Vince getroffen, in Kitzbühel oder bei Olympia trifft es dann andere. Die Geschichte mit Omikron geht ja erst so richtig los." Nur ein Jury-Entscheid könnte Kriechmayr doch noch eine Freigabe für die Abfahrten ermöglichen. Er müsste vorher in jedem Fall eine Trainingsfahrt auf der Lauberhornpiste absolvieren. Puelacher: "Theoretisch würde es reichen, wenn er aus dem Starthaus fährt und das als Trainingslauf gewertet wird."

Hannes Trinkl, in Wengen für die FIS als Co-Renndirektor im Einsatz, hofft jedenfalls, dass sein oberösterreichischer Landsmann mehr als nur den heutigen Super-G absolvieren wird. "Es wäre jammerschade, wenn er nicht das volle Programm fährt." Darüber, ob sich eine Hintertür findet oder nicht, wollte Trinkl nicht spekulieren. Eine Startfreigabe für einen der besten Abfahrer der Welt wäre in jedem Fall eine Entscheidung im Sinne des Athleten und damit des Sports.

Hemetsberger: „Ich habe noch Reserven“

Im gestrigen zweiten Abfahrtstraining in Wengen markierte auf verkürzter Strecke ÖSV-Mann Max Franz die Bestzeit. Mit Daniel Hemetsberger vom SV Unterach war auf Platz fünf ein weiterer Österreicher im Spitzenfeld. „Gott sei Dank habe ich noch ein paar Reserven. Ich bin eigentlich zufrieden“, sagte der 30-Jährige. Die Läufer durften im zweiten Training Kraft sparen. Der Dienstag-Trainingsschnellste Christof Innerhofer hatte über die volle Streckenlänge eine Zeit von 2:30,84 Minuten stehen, Franz am Mittwoch 1:43,42. Nach dem heutigen Super-G gibt es Freitag (verkürzte Strecke) und Samstag zwei Abfahrten. Am Sonntag folgt der Slalom.

Wengen, 2. Training: 1. Franz (Ö) 1:43,42 Min. ; 2. Kilde (Nor) +0,56 Sek., 3. Cochran-Siegle (USA) und Paris (Ita) je +0,93; 5. Hintermann (Sz) und Hemetsberger (Ö) je +0,96; 7. Innerhofer (Ita) +1,24; 8. Rogentin (Sz) +1,25; 9. Goldberg (USA) +1,50; 10. Odermatt (Sz) +1,52.

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Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl

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