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Ein Fußballerleben nur für die SV Ried: Am Samstag endet die Karriere von Marcel Ziegl

Von Thomas Streif, 24. Mai 2024, 17:01 Uhr
Ein Fußballerleben nur für die SV Ried: Heute endet die Karriere von Marcel Ziegl
Marcel Ziegl auf der Stehplatztribüne, wo am Samstag eine große Choreografie für den 31-Jährigen geplant ist

RIED. Der 31-Jährige ist seit 2008 Teil der Profimannschaft des Innviertler Klubs: Nach 350 Pflichtspielen führt Ziegl am Samstag seine Mannschaft um 17.30 Uhr letztmals als Kapitän aufs Feld.

"Es sind, wenn ich ehrlich bin, schon gemischte Gefühle, wenn ich so aufs Spielfeld schaue. Es tut schon ein bisschen weh, dass es das letzte Mal ist, weil ich mir natürlich gewünscht habe, noch ein paar Jahre spielen zu können. Der Fußball wird mir fehlen", sagt Marcel Ziegl. Die Wochen vor der offiziellen Verkündung des bevorstehenden Karriereendes nach dieser Saison seien ein Wechselbad der Gefühle gewesen. "Ich bin froh, dass es jetzt heraußen ist, weil ich es doch einige Zeit mit mir herumgetragen habe." Der 31-Jährige steht auf der leeren Stehplatztribüne der Innviertel-Arena. Am Samstag (17.30 Uhr) beim Spiel der SV Guntamatic Ried gegen Dornbirn wird es hier eine große Choreografie für den Kapitän der Rieder Kicker geben. Ziegl wird dabei ein letztes Mal im Trikot seines "Herzensvereins" einlaufen. Geplant ist, dass der Mittelfeldspieler nach vier Minuten, angelehnt an seine Rückennummer, ausgetauscht wird.

Der Körper, vor allem das Knie, spielt nicht mehr mit. Das letzte Pflichtspiel bestritt Ziegl vor einem Jahr. "Es war sicher die bisher härteste Entscheidung meines Lebens. Ich habe mehr als eineinhalb Jahre alles getan, um wieder fit zu werden. Aber ich bin mit mir im Reinen, es war der richtige Entschluss", sagt Ziegl. Eine Fortsetzung im Fußball-Unterhaus schließt er so gut wie aus. "Das wird sich nicht ausgehen, es wäre Blödsinn."

Bundesliga-Debüt mit 15 Jahren

Ein Blick zurück: 13 Jahre jung ist Marcel Ziegl, als er vom SK Kammer am Attersee in die U15 der SV Ried wechselt. Eine andere Wäsche als die der Rieder Fußballer hat er seither nicht angezogen. Sein Debüt feiert Ziegl am 29. November 2008 im Alter von 15 Jahren und elf Monaten gegen den LASK. Seit damals gab es keinen jüngeren Debütanten in der österreichischen Bundesliga. Ziegl steht gemeinsam mit Salzburgs Andreas Ulmer wie kein anderer für das Wort "Vereinstreue". 16 Jahre unter 16 verschiedenen Trainern hat er in der Profimannschaft absolviert. Stammspieler war Ziegl – wenn er fit war – unter fast allen.

Ein Fußballerleben nur für die SV Ried: Heute endet die Karriere von Marcel Ziegl
Marcel Ziegl 2023 gegen Altach Bild: APA/EXPA/ROLAND HACKL

Die Karriere war geprägt von Höhen und Tiefen. Cupsieger 2011, dazu die verlorenen Endspiele gegen Salzburg 2012 und 2022, Herbstmeister in der Saison 2010/11 in der Bundesliga, nach vielen Jahren der Abstieg 2017.

Es folgten der Wiederaufstieg 2020 und 2023 der erneute Gang in die 2. Liga. "Ganz besonders war der Aufstieg im Coronajahr 2020. Zuerst lange die Ungewissheit, ob die Saison überhaupt fertiggespielt wird. Irgendwie haben wir es dann geschafft, schade war nur, dass es Geisterspiele waren. Bei den Cupfinalspielen hat man gemerkt, dass sich eine ganze Region mit uns identifiziert hat."

Video: Marcel Ziegl  im ausführlichen OÖN-Interview

Zusammenhalt als Erfolgsfaktor

Das zeige, so Ziegl, das Potenzial des Vereins. "Die SV Ried sollte wieder zu einem Klub werden, mit dem sich jeder, egal ob großer Fußballfan oder nicht, identifizieren kann. Hier besteht aus meiner Sicht ein gewisser Handlungsbedarf. Die SVR war immer stark, wenn alle zusammenstehen, also Stadt, Verein, Fans, Mannschaft, ja sogar das ganze Innviertel."

Eines ist für ihn klar: "Ob ich jetzt für die einen ein Superfußballer und für andere vielleicht ein Schweinskicker war – ich kann nur sagen, dass ich immer 100 Prozent gegeben und mich für den Verein vor allem körperlich aufgeopfert habe. Ich bereue nichts, weil ich hatte hier in Ried eine wunderschöne Karriere." Eine Laufbahn, die heute Abend zu Ende geht. Die Fans werden ihrem Kapitän einen würdigen Abschied bereiten. Allerdings soll Ziegl dem Verein auch nach dem Ende der aktiven Karriere erhalten bleiben. In einer Aussendung der SV Ried am 26. April war die Rede davon, dass man auch in Zukunft nicht auf die Verdienste des "Urgesteins" verzichten wolle. Man sei in Gesprächen für ein Großprojekt in der Region, das Ziegl verantworten solle.

Abschiedsspiel muss kein Abschied sein 

Eine Unterschrift für die berufliche Zukunft gibt es noch nicht. "Es gibt Gespräche und das grundsätzliche Interesse von beiden Seiten. Aber im Fußballgeschäft wird viel geredet. Solange noch nichts unterschrieben ist, halte ich mich bedeckt", sagt Ziegl. Der Verein, so ist in Gesprächen zu erfahren, will Ziegl halten. Es ist also durchaus möglich, dass es für Ziegl heute ein Abschiedsspiel, aber kein Abschied wird.

Ein Fußballerleben nur für die SV Ried: Heute endet die Karriere von Marcel Ziegl
Marcel Ziegl 2009 gegen den LASK Bild: APA

Ein Sportlerleben in Schwarz-Grün

Im Sommer 2006 wechselte Marcel Ziegl als 13-Jähriger in die Fußballakademie der SV Ried. Der Beginn einer Karriere in Schwarz-Grün, den Vereinsfarben der Rieder Fußballer. Mit 15 Jahren debütierte Ziegl gegen den LASK. Es folgten 245 Spiele in der Bundesliga, 61 Zweitliga-Einsätze und 38 Spiele im ÖFB-Cup, den er mit der SVR 2011 gewann. 2012 und 2022 unterlag Ried jeweils im Endspiel Salzburg. Sechsmal trug Ziegl in der Europa-League-Qualifikation das Trikot der Rieder.Zwei Mal (2017, 2023) stieg er mit seinem Herzensverein aus der Bundesliga ab. 2020 schaffte der Defensivspieler mit der SV Ried den Aufstieg. Geprägt war die Karriere des Seewalchners leider von mehreren schweren Verletzungen – darunter zwei Kreuzbandrisse und weitere Knieverletzungen.

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Autor
Thomas Streif
Redaktion Innviertel
Thomas Streif
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1  Kommentar
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Akv (3.687 Kommentare)
am 24.05.2024 20:29

Hiermit wünsche ich Ziegl Alles Gute für die zweite Laufbahn und danke für alles.

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