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SV Ried: 66 schlaflose Nächte

Im offiziellen Klub-Leitbild ist verankert, dass Ried in der oberen Hälfte der Bundesliga spielen soll. Die Realität sieht derzeit freilich ganz anders aus. Bild: GEPA

SV Ried: 66 schlaflose Nächte

Krise: Der Aufstieg wird zur Zitterpartie – die beiden Monate bis zum Saisonende sind sportlich und wirtschaftlich existenziell.

Von Harald Bartl, 19. März 2018 - 00:05 Uhr

Das Positive zuerst: Die SV Guntamatic Ried wird am Ende dieser Saison wohl irgendwie den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga schaffen. Alles andere ist mit diesem Kader, dem mit Abstand höchsten Budget der Liga und vor allem dank der insgesamt drei möglichen Aufsteiger fast unmöglich. Man muss darauf nicht stolz sein oder sich groß feiern lassen. Es ist schlimm genug, den Aufstieg selbst so in Gefahr zu bringen und bis zum Meisterschaftsende am 23. Mai noch 66 teils schlaflose Nächte vor sich zu haben.

Es muss sich auch ausgehen. Weil die Existenz des Rieder Fußballvereins auf dem Spiel steht. Ohne Bundesliga kein Profifußball, ohne Profifußball keine Akademie. Das ist die bittere Wahrheit.

Es ist müßig, den freien Fall vom sicheren achten Platz im Winter der vergangenen Saison in der Bundesliga bis jetzt noch einmal aufzurollen. Wichtiger ist es, nach vorne zu schauen.

Das größte Rieder Problem – und auch die größte Gefahr: Die Probleme sind wieder hausgemacht. Dass Anspruch und Wirklichkeit so weit voneinander entfernt sind wie die SV Ried vom Europacup, wird von der Klubführung so vorgegeben. Und das im wahrsten Sinn des Wortes: "Unser Ziel ist es, in der oberen Tabellenhälfte der höchsten österreichischen Spielklasse positioniert zu sein", steht im Klub-Leitbild, das vor ein paar Monaten auf der Klub-Homepage veröffentlicht wurde, zu lesen.

 

Ansagen, über die man im Innviertel vor ein paar Jahren noch gelächelt hatte, als sie vom damals weit hinter Ried platzierten LASK regelmäßig gemacht wurden – und nie eintrafen. Die Realität? Ried schafft es derzeit nicht einmal, mit einem Mega-Budget, das jenes der Konkurrenz weit übersteigt und zu einem Teil auch auf Fremdkapital basiert, den Aufstieg locker zu schaffen. Die Spieler sind mit dem Druck schon jetzt in der zweiten Liga überfordert. Der Kader wird sich aufgrund langfristiger Verträge kaum verändern.

Die Reaktionen sind logisch. Hauptschuldiger – vor allem bei den Fans – ist Trainer Lassaad Chabbi. Die längst nicht mehr inoffiziellen Vorwürfe stimmen auch. Chabbi ist auf dem Trainingsplatz sehr laut. Er ließ vor allem im Erfolg auch jedermann spüren, dass es nur einen sportlich Verantwortlichen in Ried gibt, nämlich ihn.

Es ist allerdings nicht Chabbis Schuld, dass er mit einer Machtfülle ausgestattet wurde, die vor ihm noch nie ein Trainer in Ried hatte. Der Kader trägt viel mehr die Handschrift des Trainers als jene seines "Vorgesetzten" (unter Anführungszeichen gesetzt, weil nach außen nicht spürbar), Fränky Schiemer. Deshalb ist es auch wahrscheinlicher, dass Chabbi von Finanz-Vorstand Roland Daxl noch eine Chance bekommt.

SV Ried: 66 schlaflose Nächte
 
Bild: Koller Franz

Hier kommt auch der finanzielle Aspekt ins Spiel. "Chabbis Vertrag läuft bis Sommer 2019 und ist für beide Ligen gültig", hatte Schiemer bei Chabbis Präsentation verkündet. Das wird also richtig teuer. Nächste Frage: Was macht man bei einer Entlassung von Chabbi mit dessen Trainerteam? Vor allem dann, wenn ein neuer Trainer auch sein eigenes Team mitnehmen will?

Ried wird diese Saison schon jetzt mit einem dicken Minus abschließen, das selbst bei einem Aufstieg in die Bundesliga nur schwierig und langsam abzubauen sein wird. Wer sich vom oft zitierten neuen TV-Vertrag einen Geldregen erhofft, verrechnet sich. Mit den Einnahmen steigen auch die Spielergehälter deutlich an.

Gutes Krisen-Management ist jetzt gefragt. Mit der General-Ausrede "Schuld war der Reiter" (Ex-Manager Stefan Reiter, Anm.) wird man heuer auch nicht mehr weit kommen. Ungeschickt war auch die Aussage von Rieds Finanzvorstand Roland Daxl in den OÖN vor zwei Wochen. "Wenn wir nicht aufsteigen, übergebe ich den Verein."

So viel sei verraten und versichert: Niemand wird das Wikinger-Schiff verlassen dürfen, bevor die Rechnung – sprich Schulden – nicht bezahlt ist. Es gibt jetzt kein Zurück mehr. Deshalb gibt es bis zum Meisterschaftsende in erster Linie für den Vorstand 66 schlaflose Nächte ...

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Kommentare

„Sollen unten bleiben...“ asklinz Sollen unten bleiben...
„...... noch gelächelt hatte .......Jetzt lächeln wir !“ allesklar ...... noch gelächelt hatte .......Jet...
„Mit dem Tschappi wird der Aufstieg nicht klappen. War vorherzusehen.“ gamwol Mit dem Tschappi wird der Aufstieg nicht...

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