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Schenkt Franco Foda heute Andi Herzog reinen Wein ein?

LINZ. ÖFB-Teamchef Franco Foda trifft bei der "OÖN-Gala-Nacht des Sports" auch seinen Gegner in der EM-Qualifikation. Im OÖN-Interview spricht der gebürtige Mainzer auch über seine besondere Faschingsaffinität.

Schenkt er heute Andi Herzog reinen Wein ein?

Vergangene Woche besuchte ÖFB-Teamchef Franco Foda noch die zahlreichen heimischen Bundesligisten bei ihren Trainingslagern in der Türkei. Bild: GEPA pictures

Sechs Wochen vor dem EM-Qualifikationsschlager zwischen Österreich und Israel trifft ÖFB-Teamchef Franco Foda bei der heutigen "Gala-Nacht des Sports" der OÖNachrichten mit Andreas Herzog auf seinen Gegenpart beim Duell am 24. März. 

 

OÖNachrichten: Mit Polen und Israel hat Österreich gleich zum Auftakt der EM-Qualifikation die schwierigsten Gegner. Nachdem Sie heute auch Israels Teamchef Andreas Herzog in Linz treffen: Welches Geheimnis würden Sie ihm gerne entlocken?

Franco Foda: Es gibt im modernen Fußball so gut wie keine Geheimnisse. Alles ist sehr transparent, durch Systeme wie 'Wyscout' bekommt man alle Infos. Und wir beobachten natürlich auch alle Gegner live. Andreas Herzog und ich verstehen uns gut, und ich freue mich immer, ihn zu treffen. Deshalb werden wir lieber gemütlich ein Glas Wein gemeinsam trinken und nicht über das Spiel sprechen. Wir werden bestens vorbereitet sein, wie auch Israel auf uns.

Die "Gala-Nacht des Sports" ist einer der ganz großen Höhepunkte im oberösterreichischen Fasching. Sagen Sie eigentlich Fasching oder Karneval?

Ich verwende beide Ausdrücke. Und in meiner Geburtsstadt heißt es Mainzer Fastnacht.

Sie sind ja auch in Mainz aufgewachsen. Kann man sich da dem Fasching überhaupt entziehen?

Nein, das ist nicht möglich. Das ist ein Höhepunkt des Jahres. Ich habe immer in Mainz oder Köln gefeiert, in dieser Zeit sind dort alle lustig und entspannt.

Stimmt es, dass Sie bei Sturm Graz teilweise auch den Trainingsplan nach dem Fasching ausgerichtet haben?

Nein, wir haben am Faschingsdienstag schon immer trainiert. Aber danach habe ich mit meiner Frau und Freunden immer den Faschingsumzug in Graz besucht und anschließend in der Stadt gefeiert. Ich bin auch immer maskiert.

Gibt es ein Kostüm, das Sie besonders gerne getragen haben – kann man wirklich unerkannt bleiben?

Ich möchte gar nicht unerkannt bleiben, sondern lustig und entspannt mit allen feiern. Ich wechsle jedes Jahr die Verkleidung und war schon Pirat, Indianer, Polizist oder Zorro. Sehr gut gefallen hat mir das Winnetou-Kostüm.

Wie verhält es sich mit Faschingsbällen – tanzen Sie gerne?

Bälle besuche ich nur selten, leider bin ich kein großer Tänzer. Vergangenes Jahr hatte ich aber die Gelegenheit, den Wiener Opernball zu besuchen.

Haben Sie einen Bezug zu Linz – waren die Ergebnisse bei uns immer positiv?

Ich bin des Öfteren in Linz. Mit Gottfried Wurpes, dem Geschäftsführer unseres Partners Technogym, ist eine Freundschaft entstanden. Auch die Familie Hagmayr (Max Hagmayr ist der Berater von Foda, Anm.), mit der wir befreundet sind, lebt in Linz. Die sportlichen Ergebnisse waren unterschiedlich, trotzdem komme ich gerne hierher. Auch, weil man hier gut essen gehen kann.

Sie wurden in Deutschland geboren, haben bis zu Ihrem siebten Lebensjahr die italienische Staatsbürgerschaft besessen und leben seit Jahrzehnten in Österreich. Wo fühlen Sie sich daheim, macht Sie die Mischung aus?

Ich fühle mich in Österreich daheim, lebe mit meiner Familie jetzt seit 21 Jahren in Graz. Österreich und Graz werden unser Lebensmittelpunkt bleiben. In meinem Beruf ist die Mischung aus der Mentalität aller drei Länder wichtig: Perfektionsanspruch, Disziplin, Emotionalität und auch Lockerheit.

Sie sind jetzt seit etwas mehr als einem Jahr Teamchef in Österreich. Kann man näher an die Spieler heranrücken, vielleicht sogar mehr Kumpeltyp als Autoritätsperson sein, oder wird die Distanz größer, je länger man im Amt ist?

Das kommt immer auf die Situation an. Ein Trainer sollte unberechenbar sein. Jeder Spieler benötigt eine andere Ansprache, es gibt in einer Mannschaft unterschiedliche Charaktere. Als Trainer muss man flexibel sein. Mal ist man Kumpeltyp, mal braucht es klare Ansagen, manchmal ist auch Autorität gefragt. Wir haben gemeinsame Ziele, die uns zusammenschweißen. Disziplin ist mir sehr wichtig. Ein Trainer muss aber auch in schwierigen Situationen für seine Spieler da sein. Soziale Kompetenz spielt eine Rolle.

Sind Sie froh, dass es mit dem Wechsel von Marko Arnautovic nach China nichts geworden ist?

Auch bei einem Wechsel nach China hätte Marko meine volle Unterstützung gehabt. Er wäre weiter fester Bestandteil des Nationalteams gewesen. So sind die Wege für Marko kürzer, und er spielt weiter auf allerhöchstem Niveau. Das ist für uns sicher kein Nachteil.

Die Teilnahme an der EM 2020 ist das große sportliche Ziel. Sie haben einmal gemeint, ein großes persönliches Ziel wäre es, auf den Mond zu fliegen. Warum?

Ich liebe generell die Herausforderung und Außergewöhnliches zu tun. Es wäre interessant, einmal eine andere Perspektive auf die Erde zu haben und die Bedingungen dort oben kennenzulernen.

 

Franco Foda

Geboren: 23. April 1966 in Mainz

Familie: Foda hat bereits im Alter von 20 Jahren seine Andrea geheiratet. Die Söhne Sandro (29) und Marco (26) spielen ebenfalls Fußball.

Vereine als Spieler: 1. FC Kaiserslautern, Bielefeld, Saarbrücken, Leverkusen, VfB Stuttgart, FC Basel, Sturm Graz

Vereine als Trainer: Sturm Graz, 1. FC Kaiserslautern, ÖFB-Nationalteam

Schenkt er heute Andi Herzog reinen Wein ein?

1998: Gleich im ersten Jahr beim SK Sturm Graz holte Foda den Titel.

 

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Artikel Harald Bartl 08. Februar 2019 - 10:34 Uhr
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