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Innenpolitik

Kurz kündigte eine "Phase der neuen Normalität" an

Von nachrichten.at/apa   26. März 2020 19:41 Uhr

Sebastian Kurz

WIEN. "Die Lage ist ernst und sie ist weiterhin ernst": Kanzler Sebastian Kurz dämpfte am Donnerstag abermals die Erwartungen nach einer vollständigen Aufhebung der Corona-Beschränkungen nach dem Ostermontag.

Die Regierung will am Freitag bewerten, ob die bisher gesetzten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus greifen und über das weitere Vorgehen informieren. nachrichten.at überträgt die Pressekonferenz am Freitag per Livestream.

Am Donnerstag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an die Bevölkerung appelliert, nicht auf "Beschwichtigungsversuche" hereinzufallen. Einmal mehr betonte er, künftig auf "Big Data"-Auswertungen setzen zu wollen und kündigte eine "Phase der neuen Normalität" an.

"Die Lage ist ernst und sie ist weiterhin ernst", so Kurz bei einer Pressekonferenz. Ob die gesetzten Maßnahmen wirken, werde man erst in den nächsten Tagen beurteilen können. Bekannt sei aber die Zahl der Toten sowie der in Krankenhäusern und Intensivstationen behandelten Patienten. "All diese Zahlen sprechen eine sehr eindeutige Sprache."

Video: Das Statement von Kanzler Kurz

"Glauben Sie keinen Beschwichtigungsversuchen"

Mit Stand Donnerstagvormittag ist die Zahl der Infizierten in Österreich auf 6.398 gestiegen. Laut Gesundheitsministerium sind bisher 49 Patienten an der Erkrankung gestorben. 547 Personen waren mit einer Covid-19-Erkrankung hospitalisiert, 96 auf der Intensivstation. "Halten Sie sich an die Vorgaben und glauben Sie keinen Beschwichtigungs- und Beruhigungsversuchen", appellierte Kurz an die Bevölkerung.

Einmal mehr dämpfte Kurz auch die Erwartungen nach einer vollständigen Aufhebung der Corona-Beschränkungen nach dem 13. April (Ostermontag). Auf die derzeitige "Phase massiver Einschränkungen" werde eine "Phase der neuen Normalität" folgen. "Erst wenn es eine Impfung oder ein gutes Medikament gibt, wird die Normalität wieder so sein, wir das aus der zeit vor der Krise kennen."

Wird Handyüberwachung verstärkt?

Nicht festlegen wollte sich Kurz auf die Frage, ob auch verstärkte Handyüberwachung der Bevölkerung Teil dieser "neuen Normalität" sein könnte. Entsprechende Befürchtungen hatte Kurz ja mit seiner Ankündigung geschürt, dass auch "Big Data"-Auswertungen zur Abwendung weiterer Infektionswellen verwendet werden könnten.

Jetzt gehe es darum, den Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Im Hintergrund arbeite aber bereits ein Team an Möglichkeiten, wie man die Gesellschaft nach der akuten Krise wieder hochfahren könne. "Am Ende des Tages wird vieles eine Abwägungsfrage sein, für den Staat als Ganzes, für die Gesellschaft, aber auch für Einzelne", so Kurz. Das beginne beim Tragen von Masken und gehe bis zum Verwenden von Big Data. Aber: "Die Nutzung von Big Data ist sicherlich etwas, was in Europa anders zu handhaben ist als in China."

Mehr Aktuelles zum Thema: 

  • Die Auszahlungen aus dem "Härtefallfonds" (maximal 6000 Euro) zur Hilfe für Selbstständige und Kleinunternehmer in der Coronakrise sollen kommende Woche starten (Mehr dazu)
  • Ab Donnerstag werden mehrere Großlieferungen an dringend benötigter Schutzausrüstung in Österreich eintreffen. Zudem soll die Zahl der Tests massiv erhöht werden (Mehr dazu)
  • In Oberösterreich gab es am Donnerstag den vierten Todesfall, in vier betroffenen Seniorenheimen laufen derzeit umfangreiche Tests (Mehr dazu)

 

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