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Innenpolitik

Aufgedeckt: Die E-Mails zwischen Identitären-Chef und Christchurch-Attentäter

Von nachrichten.at/apa   15. Mai 2019 11:12 Uhr

Martin Sellner

WIEN. Der rechtsextreme Attentäter von Christchurch und Identitären-Chef Martin Sellner könnten mehr Kontakt gehabt haben als bisher angenommen. Wie die "ZiB 2" am Dienstag berichtete, haben sie mehr als nur ein E-Mail ausgetauscht.

Sellner hat dem Mann, der später in zwei Moscheen 50 Menschen getötet hatte, angeboten, sich auf einen Kaffee oder ein Bier zutreffen, wenn er mal in Wien sei. Der Australier hatte Sellner im Jahr 2018 über 1.500 Euro gespendet. Nach dem Anschlag im März 2019 führte das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) eine Hausdurchsuchung bei Sellner durch und leitete ein Verfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung ein.

Video: Der E-Mail-Verkehr zwischen Identitären-Chef Sellner und Christchurch-Attentäter soll länger und intensiver gewesen sein, als Sellner bisher zugegeben hat.

Sellner räumte ein, vom Attentäter eine Spende erhalten zu haben und sich per E-Mail dafür bedankt zu haben. In dem Schreiben heißt es etwa: "Das ist meine persönliche Email-Adresse, du kannst mich darunter erreichen, wenn du möchtest." Und der Australier antwortet: "Es ist eine kleine Summe im Vergleich zu der vielen Arbeit, die du leistest. Es wird ein langer Weg bis zum Sieg, aber unsere Leute werden jeden Tag stärker."

Nach Bekanntwerden der Spende räumte Sellner ein, er hätte sich aber mit dem Mann auf einen Kaffee getroffen, wenn dieser ihn angeschrieben hätte, als er in Österreich war. Das wird in den nun publik gewordenen E-Mail bestätigt. Darin schreibt Sellner laut "ZiB" dem Australier: "Wir sollten auf einen Kaffee oder Bier gehen, wenn du in Wien bist."

Kickl sieht in Sellner-Mails nichts Neues

Innenministerin Herbert Kickl (FPÖ) hat am Mittwoch in Reaktion auf die am Dienstag bekannt gewordenen Mails, laut denen Identitären-Chef Martin Sellner dem späteren Christchurch-Attentäter ein Treffen angeboten hat, auf die laufenden Ermittlungen verwiesen. Die Vermutung, dass Sellner Teil eines rechtsextremen Netzwerks sein könnte, sei nichts Neues, darauf fußten die Ermittlungen schließlich.

"Die Ermittlungen sind jetzt am Laufen, dann wird es zu einer abschließenden Beurteilung kommen", sagte Kickl vor dem Ministerrat. Da sich die Reiseaktivitäten des späteren Attentäters nicht auf Österreich beschränkt haben, brauche es eine Kooperation mit den neuseeländischen Behörden. Ein entsprechender Informationsaustausch sei seines Wissens geplant.

In Bezug auf mögliche Auflösungen von Vereinen der Identitären verwies er auf die Landespolizeidirektionen Oberösterreich und Steiermark, die dafür zuständig seien. Eine "persönliche Einschätzung" wollte er nicht abgeben. Diese sei nicht relevant. Der Innenminister versicherte jedenfalls, dass in der Causa "gründlich ermittelt wird".

Vereinsauflösung geprüft

Die Identitären stehen nicht erst seit dem Christchurch-Attentat in heftiger Kritik. Doch seit Bekanntwerden der Verbindungen wurde sogar eine Auflösung des Vereins überprüft. Ein Verein in Linz soll bereits aufgelöst werden.

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