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Warum die Nachfrage nach Klopapier so groß ist: "Angst und Herdeneffekt"

Von Gerhild Niedoba, 16. März 2020, 00:04 Uhr
Warum die Nachfrage nach Klopapier so groß ist: "Angst und Herdeneffekt"
Leere Regale durch Hamsterkäufe Bild: EPA

LINZ. Notfallpsychologe sieht aber auch positive Seite der derzeitigen Hamsterkäufe.

Aufgrund der Hamsterkäufe der Bevölkerung kommen die Supermarkt-Mitarbeiter derzeit kaum nach, die Regale zu befüllen. Kurioserweise ist vielerorts auch das Toilettenpapier rar oder gar ausverkauft – obwohl dieser Artikel nicht zur empfohlenen Notfallration in Krisenzeiten zählt. Warum das so ist, das haben die OÖN zwei Psychologen gefragt.

"Weiß der Nachbar mehr...?"

Rudolf Morawetz, Leiter des Notfallpsychologischen Dienstes Österreich, begründet dies zum einen mit "Angst und wenig Wissen über die Situation". Zum anderen würde aber auch ein "Nachahmungs- und Herdeneffekt" dazu führen, dass derzeit die Nachfrage nach derartigen, "wenig überlebensnotwendigen Mitteln" ungewöhnlich groß sei. "Wenn jemand vor mir in seinem Einkaufswagen ein oder zwei Packungen WC-Papier liegen hat, denkt man rasch: 'Vielleicht weiß der mehr als ich' – und greift daher gleich zu der doppelten Menge."

Warum die Nachfrage nach Klopapier so groß ist: "Angst und Herdeneffekt"
Christa Schirl, Psychotherapeutin

Auch die Linzer Psychotherapeutin Christa Schirl sieht Angst als Hauptmotivator für derartige Hamsterkäufe. "Es ist klar, dass Menschen, wenn sie Angst haben, Vorsorge treffen." Das Problem sei aber, dass aus Angst rasch Panik entstehe. "Und da handelt man dann nicht mehr logisch", sagt Schirl. Irrationale Handlungen, wie der Einkauf in ungewöhnlich großen Mengen, seien die Folge. Aus psychologischer Sicht würde in Stresszeiten "der schlechtere Teil, die so genannte ,Schattenseite’, von uns" zutage treten. "In diesem Fall ist es so, dass ich nur noch auf mich schaue", sagt Schirl.

Positive Seite der Hamsterkäufe

Daher sei es wichtig, die Angst zu "dosieren" und bewusst zu versuchen, seine andere, "hellere" Seite zu zeigen. Etwa, indem man älteren Menschen anbietet, für sie einkaufen zu gehen. Oder auch Nachbarn an seinen groß angelegten Vorräten teilhaben zu lassen. Ein anderer Weg sei auch, bewusst gute Stimmung zu verbreiten, wie etwa derzeit Bürger in Spanien, die auf ihren Balkonen Konzerte für ihre Mitmenschen veranstalten.

Sowohl Schirl als auch Morawetz sehen aber auch einen positiven Nebeneffekt der Hamsterkäufe: "Die Leute haben nun Materialien für mindestens zwei Wochen zu Hause", was generell im Hinblick auf einen länger andauernden Stromausfall oder ein Blackout anzuraten sei, sagt Morawetz. Die gute Bevorratung sei auch im Hinblick auf die gestern ausgerufene Ausgehbeschränkung gut, wie Schirl sagt: "Wenn man genug zu Hause hat, muss man jetzt länger nicht mehr hinausgehen."

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Autor
Gerhild Niedoba

stv. Leiterin Regionalressort

Gerhild Niedoba

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