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Tausende unterschrieben für Erhalt der I-Klassen an Steyrdorfschule

STEYR. Gespräche zwischen Direktor und Inspektorin über eine "Notvariante" wurden verschoben.

Tausende haben für Erhalt der I-Klassen an der Steyrdorfschule unterschrieben

Die Zukunft der „I-Klassen“ an Sonderschulen ist ungewiss. Bild: APA

"Was wir beim Elternabend an der Steyrdorfschule erfahren haben, war für uns schlimm", sagt Barbara Hofer, "Kinder mit Behinderung dürfen nicht isoliert werden. Sie müssen die Chance bekommen, in einem Klima der Integration aufzuwachsen. Nur so können ihre schlummernden Fähigkeiten geweckt werden."

Die Krankenschwester aus Steyr hatte einen Umschulungsantrag für ihren sechsjährigen, nicht behinderten Sohn Paul gestellt, damit dieser im Herbst die Inklusionsklasse an der Schule besuchen kann. Doch nun erfuhr sie gemeinsam mit weiteren betroffenen Eltern erstmals offiziell vom ministeriell verordneten Aus für diesen erfolgreichen Schulversuch.

Doppelt betroffen

Die 33-Jährige hat nun gemeinsam mit ihrem Mann Harald eine Unterschriftenaktion und eine Online-Petition initiiert. Ziel ist der Fortbestand der I-Klassen, die seit 25 Jahren als Schulversuch geführt werden. Seit Freitag haben sie mit diesen beiden Aktionen bereits mehr als 3000 Unterstützer gefunden, alleine online wollen sie in den kommenden zwölf Wochen eine Anzahl von 5000 schaffen.

Wie berichtet, soll laut Erlass des Bildungsministeriums an der Steyrdorfschule und acht weiteren Sonderschulen in Oberösterreich der Schulversuch der I-Klassen auslaufen. In diesen werden beeinträchtigte und nicht-beeinträchtigte Kinder gemeinsam unterrichtet. Alleine in Steyr liegen für das kommende Schuljahr bereits 35 Umschulungsanträge von Eltern für diese Schulform vor.

"Wir sind doppelt betroffen", sagt Hofer, "unser vierjähriger Sohn Jakob hat das Smith-Magenis-Syndrom, einen Gendefekt. Er würde so nicht in die Ghettosituation der reinen Sonderschule gedrängt werden." Ihre beiden nicht behinderten Kinder würden in den I-Klassen die so wichtige Sozialkompetenz erwerben. Sie erwarte von der Politik, dass diese diesen Schulversuch nicht der Bürokratie oder dem Sparstift opfere und für die Anliegen der Menschen da sei.

Skeptisch sei sie so wie viele andere Eltern, ob die vom Landesschulrat ins Spiel gebrachte Notvariante mit dislozierten Klassen" zielführend sei. "Das ist doch nicht praktikabel", sagt Hofer. Vermutlich würde Direktor Günther Geist seine Zuständigkeit verlieren, die Lehrer müssten an der Steyrdorfschule ihre Stunden reduzieren, diese im Gegenzug an der anderen Schule erhalten, viele Fragen wären ungeklärt.

Aktuell gebe es noch keine Zusage einer anderen Volksschule für dieses Modell. Die Gespräche von Geist mit Bezirksschulinspektorin Eva Zöchling mussten krankheitsbedingt verschoben werden.

Unterschriftenaktion für den Erhalt der I-Klassen: www.openpetition.eu/at/petition/online/initiative-zur-erhaltung-des-erforlgreichen-schulversuches-an-der-steyrdorfschule

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Artikel Gerald Winterleitner 14. Februar 2018 - 04:19 Uhr
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