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Krebsbestand im Stodertal vernichtet

Von Alfons Krieglsteiner, 13. Juni 2017, 06:54 Uhr
Schlachtfest der "Panzerknacker": Krebsbestand im Stodertal vernichtet
Ein trauriger Anblick: Nur die Köpfe und die Scheren sind von der Otter-Mahlzeit übriggeblieben. Bild: privat

VORDERSTODER, LINZ. Landesfischermeister Pilgerstorfer: "Der Fischotter hat unser Zuchtprojekt zerstört".

"Mit einem unguten Gefühl" sei er kürzlich zum Loigisbach nach Vorderstoder gefahren, sagt Landesfischermeister Siegfried Pilgerstorfer. Der von ihm geführte Fischerclub (20 Mitglieder) hat dort ein Revier gepachtet, in dem er seit 30 Jahren die vom Aussterben bedrohten Stein- oder Bachkrebse züchtet. Tags zuvor hatte ein Landwirt Alarm geschlagen: Überall entlang des Bachufers würden verendete Krebse liegen. "Was ich dann gesehen habe, hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen", sagt Pilgerstorfer.

Alle ein, zwei Meter lag links und rechts des Baches im frisch gemähteLn Gras ein Kadaver, "und das auf einer Länge von mehr als hundert Metern." Krebs-Scheren und Beinpaare, an den Gelenken fein säuberlich vom graubraun marmorierten Chitinpanzer abgetrennt. Alle im Stadium der beginnenden Verwesung. Mindestens 50 Stück waren verendet. "Das sind 90 Prozent des gesamten Bestandes", sagt Pilgersrorfer.

An der Identität des Panzerknackers besteht kein Zweifel: Der Fischotter war’s. Denn beim Loigisbach und an seinem Quellgebiet, dem nahen Schafferteich, waren bei Begehungen im vergangenen Winter seine Fährten im Schnee unübersehbar. Mindestens ein Otterpaar mit Jungtieren dürfte dort nach Beute jagen. Vor zwei Tagen ist Pilgerstorfer das "Schlachtfeld" noch einmal abgegangen: "Da hatten die Enten des Bauern bereits alle Reste vertilgt." Dabei sind Krebse gar nicht die Hauptnahrung des Otters. Ihm steht der Sinn nach Fischen – Äschen und Bachforellen. Aber die hat er laut Pilgerstorfer längst alle aufgefressen. Pacht für das Gewässer zahlt der Fischerclub weiterhin, "aber Lizenzen können wir dort keine mehr vergeben."

"Otter vermehrt sich stark"

Und jetzt das Krebs-Massaker: Mehrere tausend Euro hat der Fischerclub in die "Scherenritter" investiert: "Wir waren so stolz auf unser Aufzuchtprogramm, jetzt war alle Mühe vergebens."

Beide Arten sind gemäß Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU streng geschützt. Doch während die Krebs-Bestände wegen der vom amerikanischen Signalkrebs eingeschleppten "Krebspest", aber auch durch Gewässerverschmutzung nach wie vor akut bedroht sind, hat sich der Otter seit Öffnung des Eisernen Vorhangs und dank des ganzjährigen Jagdverbots stark vermehrt. Pilgerstorfer schätzt seinen Bestand in Oberösterreich auf tausend Stück. "Nur ein Bruchteil davon" wäre für die Fischerei tragbar, sagt der Landesfischermeister.

Am Loigisbach hat er jetzt Wildkameras aufgestellt, um die Otter zumindest bildlich zu "fangen". Auf lange Sicht fordert Pilgerstorfer aber die Einführung einer Schusszeit auf den Otter. Für acht bis zwölf Wochen im Winter. Die Entscheidung darüber liegt beim zuständigen Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (VP).

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14  Kommentare
14  Kommentare
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hintergrundleser (4.812 Kommentare)
am 13.06.2017 18:19

Habe beim Überfliegen der Schlagzeilen erst "Kebabstand" gelesen, schade, dass ich falsch lag. zwinkern

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Citoyen (61 Kommentare)
am 13.06.2017 17:15

"Doch während die Krebs-Bestände wegen der vom amerikanischen Signalkrebs eingeschleppten "Krebspest", aber auch durch Gewässerverschmutzung nach wie vor akut bedroht sind,..." muss logischerweise der Otter abgeschossen werden.

ja eh.

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jesus2000 (616 Kommentare)
am 13.06.2017 13:12

"Auf eine Länge von 100 Metern, auf beiden Seiten alle 1-2 Meter ein Krebs ..... insgesamt waren es 50 Stück".

Ein Angler kann halt einfach nicht aus seiner Haut (Stichwort: Anglerlatein)

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( Kommentare)
am 13.06.2017 11:34

Der Mensch hat immer mehr in die eigene Entwicklung der Natur eingegriffen. Jetzt steht er ratlos da mit: "Wie reparieren wir diese Fehler wieder?"

Ja, es ist nicht einfach. Das über mehrere 10.000e Jahre entstandene Ökosystem ist nicht von heute auf Morgen wieder zu reparieren. Es ist ab sehr gut, dass es noch Idealisten gibt, die sich damit auseinandersetzen und auch Rückschläge in Kauf nehmen.

Aus diesen Rückschlägen werden wir lernen, wie und in welcher Art wir vorgehen, um wieder ein langsames Gleichgewicht der Feinde untereinander, in der Natur zu finden.

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pera (53 Kommentare)
am 13.06.2017 11:18

an fanfarikuss,
für Sachlichkeit fehlt wohl der Geist?

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fanfarikuss (14.172 Kommentare)
am 13.06.2017 12:43

12 Zoll Monitor oder Smartphone Display zu klein?
Einfach mal runterscrollen...

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hepusepp (6.259 Kommentare)
am 13.06.2017 08:53

Was macht der gute mit diesen Stein- oder Bachkrebse? Verkaufen, vielleicht Essen? Jedenfalls ist das ein Hobby von einigen, und darum gleich den Fischotter abknallen finde ich masslos übertrieben und nicht nötig!

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fanfarikuss (14.172 Kommentare)
am 13.06.2017 09:27

Das Brett das sie vor dem Kopf haben reichte aus um die Donau aufzustauen.
Schon mal daran gedacht dass dies Idealisten sind, welche sich dem Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten verschrieben haben?
Dass es Menschen gibt, welche etwas auch aus nicht kommerziellen oder monetären Gründen machen?

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pera (53 Kommentare)
am 13.06.2017 08:37

Schützt uns endlich vor den sogenannten, selbsternannten
Naturschützern!! Die haben schon genug Schaden angerichtet!
Siehe Kormorane,Biber,Fischotter...

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Istehwurst (13.376 Kommentare)
am 13.06.2017 08:25

Knallt die Otter endlich ab 💥💥💥

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fanfarikuss (14.172 Kommentare)
am 13.06.2017 07:11

1000 Stück in ganz OÖ halte ich für eine arge Untertreibung.
Wenn man auf Bildern von Fotofallen 4 adulte Otter auf einmal - und das an nur einem Aufzuchtteich - sieht, haut das die Statistik ganz schön durcheinander.
Wann wachen die ganzen NGO - Tierschützer mal endlich auf?
Mittlerweile gibt es mehr Biber und Otter als Bisamratten.

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kual (1.360 Kommentare)
am 13.06.2017 08:11

Sie wissen aber schon das Bisamratten nicht heimisch sind und als Schädlinge gelten , an Hochwasserschutzdämmen massive Schäden anrichten können und damit ganzjährig bekämpft werden ! der Fischotter ernährt sich auch von Bisamratten !

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fanfarikuss (14.172 Kommentare)
am 13.06.2017 08:15

Ja, das ist mir bekannt, ebenso dass Bisam und Nutria inversive Tierarten sind. Der Rückgang der Bisamratten ist in dem Fall vielfach dem Otter zu verdanken.
Jedoch schreiben sie es bereits selbst: Sie werden ganzjährig bekämpft.
Der Biber verursacht ungleich größere Schäden, hat sich wie der Otter über ein verträgliches Maß hinaus vermehrt und wird geschützt.

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kual (1.360 Kommentare)
am 13.06.2017 12:08

was ist ein verträgliches Maß für Fischer , für Jäger , für Landwirte ? keine Tiere die irgendwie den Einkünften zuwiderhandeln , was bringt ein Schwalbenschwanz dem Bauern , nur Erwerbseinbußen weil er nicht 5mal im Jahr mähen darf ! was bringt dem Fliegenfischer eine Ringelnatter die ihm alle Jungforellen wegfrisst , also weg damit und erschlagen ! was bringt dem Forstwirt ein Hirschkäfer , lieber die schönen alten Eichen verkaufen und kein Totholz im Wald belassen , kostet nur Geld und wer braucht dieses Krabbelgetier schon ! außer ein paar Naturromantiker , alles Idioten und Querulanten ???

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