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Salzkammergut

Ex-SP-Gemeinderat droht, Flüchtlingen Sarg vor die Tür zu stellen

Von Edmund Brandner   26. Februar 2013 02:15 Uhr

Ex-SP-Gemeinderat droht, Flüchtlingen Sarg vor die
Die kleinste Ortschaft im Trauntal fühlt sich überfahren – einzelne Lauffener reagieren mit unverhüllter Aggression.

BAD ISCHL. Eine Informationsveranstaltung über eine geplante Flüchtlingseinrichtung im Bad Ischler Ortsteil Lauffen entglitt völlig.

Das Don-Bosco-Flüchtlingswerk will im Bad Ischler Ortsteil Lauffen im Frühjahr eine betreute Wohneinrichtung für 22 jugendliche Afghanen einrichten, die vom Krieg in ihrer Heimat traumatisiert sind – manche bis hin zur Suizidgefährdung.

Dass die Lauffener diese Pläne nicht begrüßen, nimmt ihnen keiner übel. Auf Kopfschütteln stößt aber die Gehässigkeit, die einige von ihnen am Wochenende bei einer Informationsveranstaltung an den Tag legten. Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide wurde mit den Worten „der Jud“ begrüßt. Der ehemalige Lauffener SP-Gemeinderat Alois Lackner drohte wiederum, den jungen Afghanen einen Sarg vor die Tür zu stellen, sollten sie in den Ort kommen. Floridus Kaiser, dem Leiter des Don-Bosco-Flüchtlingswerks, schlug nur Häme entgegen. Lauffen zeigte sich von seiner hässlichen Seite.

„Alkohol steigerte Aggression“

„Es war keine gute Idee der Veranstalter, das Treffen in einem Wirtshaus abzuhalten“, sagt der Bad Ischler FP-Obmann Anton Fuchs. „Der Alkohol steigerte die Aggressionen nur. Die Veranstaltung war aus meiner Sicht äußerst unangenehm.“

SP-Bürgermeister Hannes Heide will die Sache nicht hochspielen und die Äußerungen seines Parteikollegen Lackner nicht kommentieren. „Es wäre fatal, wenn jetzt der Eindruck übrig bliebe, die Lauffener seien ausländerfeindlich, denn das sind sie nicht“, sagt er. „Wir müssen auf die sachliche Ebene zurückkommen. Für mich ist klar, dass solche Einrichtungen wichtig sind, und ich weiß, dass das Don-Bosco-Flüchtlingswerk gute Arbeit leistet. Lauffen ist als Standort aber ungeeignet. Die Ortschaft ist zu klein. Was sollen 22 Jugendliche hier abends unternehmen? So kann Integration nicht funktionieren.“

Weil das Jugendwohnheim im Kloster der Kreuzschwestern untergebracht werden soll, richtete sich die Aggression auch gegen die Kirche. Pfarrer Richard Czurylo fragte die anwesenden Lauffener deshalb ganz direkt, ob sie auch künftig noch einen Pfarrer im Ort haben wollten. Und er erinnerte sie an das Gebot der christlichen Nächstenliebe. „Ich kann die Botschaft des Evangeliums für euch nicht umdrehen“, so Czurylo.

Das Don-Bosco-Flüchtlingswerk und der Kreuzschwestern-Orden bleiben vorerst bei ihren Plänen. Weitere Gespräche mit Vertretern der Stadtgemeinde sind aber vereinbart.

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