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Oberösterreich

Rufe nach Lockerungen in Heimen werden lauter

Von nachrichten.at/apa   22. Februar 2021 15:36 Uhr

Altenheime: Mehr Freiheiten für die Bewohner
Großteil der Bewohner ist geimpft

LINZ. Die Landeshauptmann-Stellvertreter Christine Haberlander (VP) und Manfred Haimbuchner (FP) sowie Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP) wollen gelockerte Besuchsregeln.

Haberlander und Gerstorfer können sich darüber hinaus Erleichterungen für Geimpfte vorstellen. Sie stützen sich dabei auf Empfehlungen von Experten. Haimbuchner ist bei den Vorteilen für Geimpfte hingegen zurückhaltend. 

Derzeit sind in Oberösterreich 24 Bewohner und 15 Mitarbeiter an 17 Heimstandorten Covid-19-positiv. Rund 8.800 Bewohner und 6.500 Betreuungspersonen wurden zumindest einmal geimpft, die Zweitimpfungen sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Angesichts dieser Zahlen hatten am Wochenende bereits der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und der Landesobmann des ÖVP-Seniorenbundes, Altlandeshauptmann Josef Pühringer, Lockungen bei den Besuchsregelungen verlangt. Die OÖN haben ausführlich berichtet.

OÖN im Gespräch: Der Unmut in oberösterreichs Altenheimen wird größer

Es regt sich Unmut in den Altenheimen in Oberösterreich. Seit mittlerweile drei Monaten gelten dort scharfe Besuchsregeln - und daran haben auch die Impfungen nichts geändert. Wären da nicht schon Lockerungen möglich und warum sind keine geplant?

  • "Senioren sollten ihre Liebsten wieder öfter sehen dürfen", schreibt der Leiter des Oberösterreich-Ressorts, Markus Staudinger, in seinem Kommentar

Weniger Tests für geimpftes Personal?

Aktuell dürfen Bewohner von Alters- und Pflegeheimen laut Bundesvorgabe nur Besuch von einer Person pro Woche bekommen. Wenn die Impfungen Ende Februar abgeschlossen sind, solle man in Heimen ohne aktive Corona-Fälle "unter Einhaltung der derzeitigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen zumindest zwei Besuche mit je zwei Personen pro Woche" erlauben, forderten Haberlander und Gerstorfer in einer Presseaussendung am Montag. Sie stützen sich auf die Ergebnisse einer von ihnen in der Vorwoche eingesetzten Arbeitsgruppe. Diese kommt zu dem Schluss, dass man angesichts des hohen Anteils an Geimpften gewisse Lockerungen vornehmen könne, "um Konsequenzen der Isolierungsmaßnahmen wie Depressionen, Verstärkung demenzieller Erkrankungen oder Verlust von Lebenswillen möglichst rasch entgegenzuwirken".

Darüber hinaus treten die Experten aber auch dafür ein, "wohngruppenübergreifende Kontakte und Aktivitäten für geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner unter Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Schutzmaßnahmen" wieder zu ermöglichen. Zudem können sie sich vorstellen, dass geimpfte Mitarbeiter nur mehr einmal statt wie derzeit dreimal pro Woche getestet werden müssen. Man könne zwar bisher eine sterile Immunität nach einer Impfung - also, dass man das Virus nicht an Dritte weitergeben kann - noch nicht sicher bestätigen, aber wissenschaftliche Beobachtungen würden zunehmend darauf hindeuten. Eine verringerte Testfrequenz bei geimpften Betreuern sei damit medizinisch vertretbar, so die Experten.

Haimbuchner sieht Erleichterungen für Geimpfte skeptisch

Haimbuchner forderte in einer Aussendung am Montag ebenfalls Lockerungen. Er argumentiert, dass die Impfungen von der Bundesregierung schließlich als "Game-Changer" beworben worden seien. "Viele haben einer Impfung zugestimmt, weil sie sich davon wieder einen normalen Alltag erhofft haben. Nun sind die Heime durchgeimpft und nichts hat sich geändert", pocht er auf "versprochene Änderungen". Er will, dass Pflegebedürftige und ihre Familien wieder normale soziale Kontakte pflegen dürfen, um Kollateralschäden durch die Einsamkeit hintanzuhalten. Erleichterungen für Geimpfte sieht er hingegen skeptisch: Man solle vorsichtig ein, solange die sterile Immunität nicht gänzlich bewiesen sei, und auch, was man hinsichtlich einer Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften in Aussicht stelle, hieß es aus seinem Büro.

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