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"Es tut mir im Herzen weh, dass ich das blühende Linz niemandem zeigen kann"

Von Julia Popovsky, 15. April 2020, 03:09 Uhr
"Es tut mir im Herzen weh, dass ich das blühende Linz niemandem zeigen kann"
Solche Bilder von Touristengruppen wird es dieses Jahr vermutlich nicht mehr geben.

LINZ. Keine Touristen, keine Aufträge: Fremdenführer hoffen auf österreichische Gäste.

Keine Schiffe, die an der Donaulände anlegen, keine Touristen, die eine Stadtführung buchen, keine Aufträge für die kommenden Wochen: Die Corona-Krise hat den Tourismus in der Landeshauptstadt Linz fast völlig zum Erliegen gebracht.

Mit teils verheerenden Auswirkungen für Eva Hofer, Regionalsprecherin der Austria Guides Linz, und ihre rund 70 Kollegen: "Wir sind alle selbstständig, die Situation ist wirklich trist. Gerade der Tourismus wird am längsten von der Krise betroffen sein." Vor allem jüngere Fremdenführer würden sich derzeit um andere Jobs umsehen: "Das Einkommen ist gleich null, die Ausgaben wie Miete bleiben aber."

Die vergangene Karwoche wäre der Auftakt für die neue Saison gewesen, ob und wann es weitergehen wird, sei derzeit noch nicht abschätzbar: "Wer weiß, ob es im Sommer oder Herbst schon wieder so weit ist oder ob das ganze Jahr zum Abschreiben wird."

Pläne für Wiederhochfahren

Die Situation sei herausfordernd, so Hofer: "Es tut mir im Herzen weh, dass ich das blühende Linz niemandem zeigen kann." Grund genug, um bereits Pläne für die Zeit des Wiederhochfahrens des Tourismus zu schmieden: "Vorstellbar wäre, dass man mit Gruppen von maximal zehn Personen wieder beginnt und Headsets einsetzt, auch um den Mindestabstand gut einhalten zu können." Ebenso sei das Tragen von Masken in der Vorbereitung ein Thema. Hofer hofft vor allem auf österreichische Gäste: "Dass die, sobald es wieder möglich ist, beginnen, ihr eigenes Land zu erkunden."

Diesen Wunsch teilt die Fremdenführerin mit Michael Nell, Hotelier und Obmann der Linzer Gastronomie- und Hotelkooperation "Hotspots". Neben Österreich-Urlaubern erwartet Nell, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa den "Schwarzen Bären" führt, einen leichten Aufschwung bei Gästen aus dem Planungs- und Entwicklungsbereich und Handelsreisenden: "Für diesen Sommer ist insgesamt aber nur mit ganz wenig Tourismus zu rechnen." Nell fiebert der für Mitte Mai angedachten schrittweisen Öffnung der Gastronomie und Hotels entgegen: "Wir freuen uns darauf, dass es bald wieder losgeht." Und dass zumindest ein Stück weit Normalität in den Betrieb einkehrt: Denn derzeit seien dort nur zwischen zwei und fünf Gäste untergebracht. "Die dürfen wir bewirten, weil sie in systemrelevanten Berufen arbeiten", sagt Nell im OÖN-Gespräch.

Viele Stornierungen

Stornierungen sind aus dem Arbeitsalltag derzeit nicht wegzudenken, nicht zuletzt deshalb, weil bis Jahresende bereits viele Großveranstaltungen und mehrere Hochzeiten abgesagt wurden: "Firmen haben auch großen Respekt davor, Seminare zu buchen."

Seine Mitarbeiter sind, wie auch alle anderen der Hotspots-Betriebe, in Kurzarbeit. Kündigungen auszusprechen sei keine Option gewesen: "Wenn wir wieder aufsperren, brauchen wir qualifizierte Fachkräfte." Der Hotelier will die Zeit bis zum Wiedereröffnen nicht ungenutzt lassen: "Wir überlegen etwa, zusätzliche Desinfektionsspender aufzustellen und die Tische anders zu positionieren."

3 Fragen an Georg Steiner

Der Linzer Tourismusdirektor über aktuelle Herausforderungen und Positionen

Wie steht der Linzer Tourismus aktuell da?
Wir wurden durch die Corona-Krise völlig ausgebremst, das trifft uns alle. Das Knacken der Eine-Million-Nächtigungszahl wäre heuer in greifbarer Nähe gewesen. Selbst wenn Mitte Mai der Hotel- und Gastronomiebetrieb wieder hochgefahren wird, stehen die Angebote der Kulturbetriebe noch nicht zur Verfügung – von öffentlichen Veranstaltungen wie etwa dem Pflasterspektakel einmal ganz abgesehen.

Braucht es eine Neupositionierung des Linzer Tourismus?
Eine Kulturstadt bleiben wir trotz Krise, es wäre aber sinnvoll, sich auf den Donauradweg-Tourismus zu konzentrieren, der auch zu Corona-Zeiten gut funktionieren kann. Zudem muss der Geschäftstourismus angekurbelt werden, damit sich dieser nicht nur in Videokonferenzen erschöpft. Längerfristig gesehen warne ich davor, nur auf Inlandstourismus zu setzen und sich abzuschotten. Für einen funktionierenden Tourismus müssen wieder offene Grenzen das Ziel sein.

Stichwort Budget: Wie sieht es da aus?
Für heuer waren für die Tourismusregion Linz, die neben Linz, auch Ansfelden und Kirchschlag umfasst, vier Millionen Euro vorgesehen. Wir rechnen aber mit empfindlichen Einbußen, da die Hälfte des Budgets auf den Nächtigungsabgaben basiert. Nun steht alles still und wir wissen nicht, wie viele Nächtigungen heuer noch erreicht werden können. Deshalb muss nun gespart werden, damit nachher noch Geld für Marketingausgaben zur Verfügung steht.

 

 

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Autorin
Julia Popovsky
Redakteurin Landes- und Innenpolitik
Julia Popovsky

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18  Kommentare
18  Kommentare
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dereisernefelix (579 Kommentare)
am 17.04.2020 22:05

keine autos, keine herumliegenden e-scooter, keine touris, keine gelben sigthtseeingzüge, keine staus ... - ein paradies.

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nodemo (2.314 Kommentare)
am 15.04.2020 16:55

Ja, von der seinerzeit geplanten Reichshauptstadt ist nichts realisiert worden, dafür diente sie dann umso mehr als brave Abgabenprovinz für die Hauptstadt Wien.

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Gugelbua (32.163 Kommentare)
am 15.04.2020 11:21

blühende Linz ???😁
seit wann blühen Steine Beton und Asphalt
gerade jetzt bräuchten die kümmerlichen Bäume in den Betonmulden Wasser und was passiert ???

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 15.04.2020 12:39

Du kennst Linz nicht!
Besuch es doch mal. Den Barbarafriedhof z.B., oder das Aboretum, die Donaulände.
Schau nicht grau in grau, sondern darauf, was es zu entdecken gibt.

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Gugelbua (32.163 Kommentare)
am 15.04.2020 13:11

Ich kenn Linz/Urfahr seit über 80 Jahren und auf den Friedhof komme ich noch bald genug😁😁😁

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deskaisersneuekleider (4.150 Kommentare)
am 15.04.2020 13:17

; )

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( Kommentare)
am 15.04.2020 14:54

Guglbua. Aber auf dem Friedhof blueht was😜. Aber der botanische Garten gefällt dir sicher besser.

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CedricEroll (11.487 Kommentare)
am 15.04.2020 14:14

Der "Gugelbua" weiß ja nicht mal, dass es Gugl heißt.

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Orlando2312 (22.423 Kommentare)
am 15.04.2020 22:06

Kommt ja auch sicher nicht von der Gugl, sondern vom Gugelhupf. 😉

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deskaisersneuekleider (4.150 Kommentare)
am 15.04.2020 11:06

"Blühendes Linz" und zeigt den zubetonierten Hauptplatz ohne Bäume, Schatten oä... feine Klinge!

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haspe1 (23.645 Kommentare)
am 15.04.2020 14:45

Der „Baum-Masterplan“ von Vizebürgermeister Baier wird Hauptplatz, Pfarrplatz und co. in blühende Baumoasen verwandelnd.

Oder doch nicht?

Auf jeden Fall fliessen damit einige 10.000 Euro aus der klammen Stadtkasse in private „Berater/Experten-Taschen“.

Die ÖVP-Stadträte haben ja in Linz den Haupt-Zweck uns das altbekannte „Weniger Staat/Stadt, mehr privat!“
der Schüssel-ÖVP forzuführen...

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nodemo (2.314 Kommentare)
am 15.04.2020 10:36

Von der Werbung verführt, in der Virus Realität gelandet ist ein Schockerlebnis.

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 15.04.2020 08:14

Warum denn nicht auch Führungen für Linzer oder Oberösterreicher? Ganz spezielle, die Einblicke gewähren in Orte oder Geschichten, die sonst nicht bekannt sind.
Ich bin hier geboren und hab meine ersten Jahrzehnte in dieser Stadt verbracht.
Dann bin ich lange nach Linz zum Arbeiten ein- und ausgependelt. Vom Bahnhof zur Arbeit und wieder retour.
Erst als ich länger blieb und mich hier wie ein Tourist fühlte, hab ich die Stadt so richtig kennen- und lieben gelernt!
So sollte man sich die Orte erobern, in denen man lebt. Es gibt so viel Unentdecktes. Sicherlich für Jeden!

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( Kommentare)
am 15.04.2020 14:58

Mitdenk. Da geb ich dir recht. Es gab auch eine Zeit, da hat die linzag auch an verschiedenen Orte fuer die Linzer fuehrungen gemacht. Jetzt haben sie nicht einmal das Geld fuer die neuen Busse. Bis das Geld vorhanden ist, sind die Busse, welche bestellt sind schon wieder alt. 😜😂

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lentio (2.772 Kommentare)
am 15.04.2020 07:04

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir leider fesstellen, dass weder das Kultur- noch das Sportprogramm einer Landeshauptstadt würdig sind. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind ebenso Fehlanzeige, die Shoppingmeile ist austauschbar mit jeder anderen europäischen Kleinstadt.

Man sollte also, nach Corona, auf gewohnt niedrigem Niveau, zufrieden sein.

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 15.04.2020 08:08

Was suchen Sie?
Viele finden etwas in dieser Stadt, was Ihnen verborgen bleiben dürfte!

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CedricEroll (11.487 Kommentare)
am 15.04.2020 09:51

Was Lentio sucht, ist offensichtlich: Streit. Er findet aber nur Mieselsucht.

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Mgaeckler (481 Kommentare)
am 15.04.2020 11:33

Unfug. Das sehen auch meine Münchner Freunde anders, die mir jedes mal, wenn ich dort bin, den Mund verbieten, weil sie vor Neid nicht hören wollen, was ich zu berichten weiß.

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