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Linz

Alt-Urfahr-West: Das Dorf in der Stadt

Von Erhard Gstöttner   07. Juni 2011 00:04 Uhr

Alt-Urfahr-West: Das Dorf in der Stadt
Idylle am Donauufer: Alt-Urfahr-West mit dem Steinmetzplatzl und dem Badestrand

LINZ-URFAHR. Es ist noch nicht lange her, da sollte Alt-Urfahr zum Großteil verschwinden. Zum Glück ist es anders gekommen. Das Viertel an der Donau ist nun ein Idyll mit vielen besonderen Qualitäten.

Kleinteilige Verbauung, viel Grün, Schwimmen in der Donau, urige Gasthäuser, wenig Autoverkehr, das bietet Alt-Urfahr-West, das einzige Linzer Wohnviertel, das direkt an der Donau liegt.

Hätten sich die „Modernisierer“ durchgesetzt, so wäre Alt-Urfahr verschwunden. Abgerissen für Straßen. So gab es den Plan, vom Römerberg-Tunnel aus eine Donaubrücke zu bauen, anschließend eine Verkehrsschneise durch Alt-Urfahr zu schlagen. Bis in die Achtzigerjahre war auch vorgesehen, durch das Viertel eine Durchzugsstraße in Ost-West-Richtung zu bauen, den Mittelgassen-Durchbruch.

Alt-Urfahr war der Ursprungsort der bis 1919 selbstständigen Stadt Urfahr. Hier lebten Fährleute, Fischer, Handwerker. Speziell nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Viertel keinen guten Ruf. Die Häuser waren feucht, viele Bewohner nicht nobel. Es hätte damals nicht recht viele Menschen gestört, wenn die Straßenbaupläne Wirklichkeit geworden wären.

Dichter und Architekten

Doch es gab auch Menschen, die die besondere Qualität dieses Viertels erkannt hatten. Einer war der Schriftsteller, Journalist und Politiker Franz Kain, der mit der Novelle „Die Donau fließt vorbei“ dem Viertel vor 50 Jahren ein literarisches Denkmal setzte. Dann entdeckten junge Architekten das Viertel. Bernhard und Helga Schremmer sowie Siegfried Jell untersuchten in den Achtzigerjahren wissenschaftlich das Viertel westlich der Nibelungenbrücke.

Mitarbeiter der Studie war der damalige Universitätsdozent Erich Wolny, mittlerweile Magistratsdirektor von Linz. Diese Menschen, damals vielfach als Spinner belächelt, hatten einen einflussreichen Unterstützer: Bürgermeister Hugo Schanovsky.

Auf Alt-Urfahr aufpassen

Schanovskys Nachfolger war nicht sensibel im Umgang mit dem besonderen Viertel. Doch der Widerstand von Bürgern und das Engagement der OÖNachrichten verhinderten Ärgeres. Ein großer Eingriff ist freilich nicht mehr gutzumachen: Dem Bau des Neuen Rathauses in den Achtzigerjahren wurden die wertvollsten Häuser von Alt-Urfahr geopfert.

 

Urfahrs Anfänge

Alt-Urfahr ist der Ursprungsort der bis 1919 selbstständigen und dann von Linz eingemeindeten Stadt Urfahr. Der Name Urfahr kommt von Überfuhr. In Alt-Urfahr lebten vor allem Fährleute, Fischer, Handwerker. Bis in die Achtzigerjahre gab es Pläne, große Teil des Viertels für neue Straßen abzureißen

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