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Ärztemangel: Franckviertel, Pichling und Froschberg besonders betroffen

LINZ. Vor allem Hausärzte fehlen – Schon seit 2016 kein Nachfolger für Kinderarzt in Linz-Urfahr.

Ärztemangel: Franckviertel, Pichling und Froschberg besonders betroffen

Es gibt hierzulande zu wenig Hausärzte, obwohl Österreich an der Spitze bei der Versorgung mit Ärzten liegt. Bild: dpa

Der Ärztemangel hat die Städte erreicht. Im Trauner Stadtteil St. Martin gibt es, wie berichtet, zu wenig Hausärzte. Ursache: Stellen von Ärzten mit Kassenverträgen, die in Pension gehen, können nicht nachbesetzt werden. Auch in Linz gibt es keine Nachfolger für Ordinationen von praktischen Ärzten.

Besonders betroffen ist das Franckviertel. Dort leben 9500 Menschen, darunter viele Senioren und Migranten. Drei Hausärzte fehlen schon jetzt in diesem Stadtteil. Pensionierungen in absehbarer Zeit werden den Ärztemangel im Franckviertel weiter verschärfen. Eine Initiative hat bereits zahlreiche Unterschriften gesammelt, trotzdem ist das Problem ungelöst geblieben. Auf die Ausschreibung offener Stellen durch die Ärztekammer haben sich keine Bewerber gemeldet.

"Können niemanden zwingen"

"Wir können niemand zwingen, diese Stellen anzunehmen", sagt Harald Schmadlbauer, der Leiter des Direktionsbüros der Gebietskrankenkasse Oberösterreich. Man werde die Stellen gemeinsam mit der Ärztekammer erneut ausschreiben: "Wir müssen auch schauen, wie man gegensteuern kann, so dass sich Medizinstudenten für Allgemeinmedizin entscheiden." Alles in allem bestehe in Österreich kein Ärztemangel, sagt Schmadlbauer im Gespräch mit den OÖNachrichten: "Österreich liegt nach wie vor an der Weltspitze bei der Versorgung mit Ärzten. Doch wir haben Lenkungsprobleme."

In Linz ist der Hausarzt-Mangel nicht auf das Franckviertel beschränkt. Auf dem Froschberg ist seit Beginn des heurigen Jahres eine Hausarztstelle verwaist, da der Allgemeinmediziner Wolfgang Holzleitner in Pension gegangen ist. Für diese Einzelpraxis hatte es einen Bewerber gegeben, doch der hat seine Bewerbung zurückgezogen. Wie im Franckviertel wohnen auch auf dem Froschberg viele Senioren, darunter zahlreiche ÖBB-Pensionisten.

Problem in der Neuen Heimat

Ebenfalls seit Anfang 2018 ist in Ebelsberg/Pichling eine Hausarztstelle nicht besetzt. Für die ehemalige Praxis von Heinz Leyrer in der Oidener Straße gab es bisher keine einzige Bewerbung. Ähnliches zeichnet sich in der Daimlerstraße in der Neuen Heimat ab. Dort hört laut Ärztekammer Ende März der Hausarzt Ernst Panhuber auf. Bis jetzt gibt es keinen Nachfolger.

Krass ist auch die Situation bei Kinderärzten. Wolfgang Tiefen-thaller, der seine Ordination in der Hauptstraße in Linz-Urfahr hatte, ist seit mehr als einem Jahr in Pension. Doch einen Nachfolger gibt es noch immer nicht. "Wir erweitern das Gebiet von Urfahr auf Linz Mitte und schreiben die Stelle wieder aus", sagt Krankenkassen-Sprecher Schmadlbauer.

Amtsarzt gesucht

Seit 2016 sucht die Stadt Linz einen Amtsarzt und hat noch immer keinen gefunden. Nun lockt die Stadt mit einem Sondervertrag. „Trotzdem hält sich der Andrang in leider sehr überschaubaren Grenzen“, sagt der zuständige Vize-Bürgermeister Detlef Wimmer (FP). Die Stadt würde auch Asylwerber als Arzt aufnehmen. Dem bisher am besten geeigneten Bewerber mangelte es an Deutschkenntnissen.

 

 

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Artikel Erhard Gstöttner 03. Januar 2018 - 00:58 Uhr
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