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"Die Wähler sind genervt und verbittert vom ewigen Streit"

INNVIERTEL. Schärdings Stadtchef Franz Angerer (VP) erwartet ein Wahldebakel für die CSU – das grundsätzliche Verhältnis mit Bayern sei aber ausgezeichnet.

Schärdings Bürgermeister Franz Angerer Bild: Stadtgemeinde

Von den zuletzt heftig geführten Diskussionen in der bayerischen Landespolitik rund um die Grenzkontrollen merkt man an den meisten Grenzübergängen im Innviertel kaum etwas. Ausnahme sind die ständigen Einreisekontrollen an der Autobahn in der Nähe von Suben. Dort kommt es zum Ärger vieler Innviertler und auch bayerischer Pendler regelmäßig auch zu längeren Rückstaus, verbunden mit Auffahrunfällen.

Das historisch gute Verhältnis zwischen dem Innviertel und Bayern scheint dadurch aber nur wenig belastet zu sein. Die Bayern schätzen die hervorragende Qualität der Innviertler Lebensmittel, was sich beim Andrang in den heimischen Fleischhauereien zeigt. Umgekehrt profitieren die Innviertler von einem eklatanten Preisgefälle bei Drogeriemarktwaren, die in Bayern deutlich günstiger sind.

Ausgezeichnetes Verhältnis

"Ich merke durch die Grenzkontrollen kaum einen Unterschied zu vorher", sagt Walter Geiring. Der Simbacher ist täglich im Grenzgebiet unterwegs. Grund dafür ist, dass am Grenzübergang Braunau-Simbach nur selten kontrolliert wird. Als im September Europas Staatschefs in Salzburg empfangen wurden, habe es kurzzeitig strengere Kontrollen gegeben. "Diese Maßnahme wurde von den meisten nicht negativ aufgenommen. Auf Dauer wären solche Kontrollen aber nicht gut", sagt Geiring. Das Verhältnis zwischen den Innviertlern und den Simbachern habe unter den Grenzdiskussionen nicht gelitten. "Wir verstehen uns hervorragend", sagt Geiring.

Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher (VP) spricht von einer ausgezeichneten Stimmung zwischen dem Innviertel und Bayern. Von der AfD geforderte Grenzzäune lehnt er ab. "Zäune dürfen im heutigen Europa kein Thema mehr sein."

GRUSSWORT VON BÜRGERMEISTER MAG. JOHANNES WAIDBACHER

Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher

Schärdings Bürgermeister Franz Angerer (VP) bezeichnet die Chemie zwischen "seiner" Barockstadt und dem benachbarten Bayern als "hervorragend". Das Verhältnis sei von gemeinsamer Zusammenarbeit geprägt. "Besser könnte es nicht sein."

Scharfe Kritik an der CSU

Die Politik der bayerischen Nachbarn der CSU kritisiert Angerer aber scharf. Aus Selbsterhaltungstrieb habe CSU-Ministerpräsident Markus Söder den Schuldigen an der sich abzeichnenden Niederlage schon gefunden. Nicht München, sondern Berlin sei Schuld, sagt Angerer und fügt hinzu: "Umgekehrt sagt Innenminister Horst Seehofer, er hätte sich in den vergangenen sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt. Das ist für den aktuellen CSU-Chef bei so einer wichtigen Wahl ein Armutszeugnis. Die Wähler sind nicht dumm, sondern genervt und verbittert vom ewigen Streit und wissen genau, wer und was verantwortlich ist für die historische Niederlage, die die CSU am Sonntag einfahren wird. Viele wenden sich ab, weil sie diesen Streit satt haben. Das höre ich auch bei vielen Gesprächen mit meinen bayerischen Freunden."

Stimmen

"Viele wenden sich von der CSU ab, weil sie diesen Streit satt haben. Das höre ich auch von meinen bayerischen Freunden.“
Franz Angerer, Bürgermeister von Schärding

„Die Stimmung zwischen den Innviertlern und den Bayern ist ausgezeichnet.“
Johannes Waidbacher, Bürgermeister Braunau

„Die Grenzkontrollen wurden von den meisten nicht negativ aufgenommen. Auf Dauer sind sie aber nicht gut.“
Walter Geiring, der täglich im Grenzgebiet unterwegs ist

 

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Artikel Thomas Streif 13. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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