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Retten wir die Bienen

Vater Johann, sein Sohn Jakob und "der Bien"

Von Michael Schäfl  19. August 2021 00:04 Uhr

Vater Johann, sein Sohn Jakob und "der Bien"
Im Jahr 2012 legte sich Johann Zöchbauer den ersten Bienenstock zu, seither imkert auch sein Sohn Jakob.

NEBELBERG. Mit sieben Jahren versorgte Jakob Zöchbauer sein erstes Volk, unter Imkern "Bien" genannt

Auf seinem Grundstück hatte der Nachbar der Familie Zöchbauer Bienenstöcke aufgestellt. Wie gebannt stand der kleine Jakob vor den Kästen, in denen es so seltsam brummte. Immer in großem Sicherheitsabstand zu den kleinen Tierchen, die da so fleißig ein- und ausflogen und den neugierigen Burschen ganz besonders faszinierten. Eine Faszination, die anhält. Mit sieben Jahren begann Jakob zu imkern, mittlerweile ist der heute 16-Jährige der beste Jungimker Österreichs.

"Auf den ersten Blick sieht es aus, als würden die Tierchen nur chaotisch herumwuseln, aber da stecken komplexe Abläufe dahinter", sagt der Schüler. "Jede Biene hat ihre Aufgabe. Die Insekten agieren wie ein einzelner Organismus. Der hat unter Imkern sogar einen Namen: ,der Bien’."

Jakobs "Bienenplatzerl"

Am 25. April 2012 legte sich der Vater Johann Zöchbauer den ersten Bienenstock zu. Im Laufe der Jahre sollten 24 weitere folgen. Mittlerweile hat "der Bien" die Familie fest im Griff.

Die Aufgaben im "Bienenplatzerl", wie die Zöchbauers ihre kleine Imkerei nennen, sind klar verteilt. Während sich Vater Johann und Sohn Jakob um die Völker kümmern, der älteste Sohn Dominik die EDV und Tochter Nicole den Verkauf der Produkte übernehmen, ist Mutter Elisabeth die "Schleuderkoordinatorin". Sie war die vergangenen Tage im Dauereinsatz, denn der Honig musste aus den Waben geholt werden. Aktuell sind Jakob und Johann Zöchbauer wieder zur Stelle, die vom Menschen "geplünderten" Vorratslager der Bienen müssen wieder mit Zuckersirup aufgefüllt werden.

Vater Johann, sein Sohn Jakob und "der Bien"
Der 16-jährige Jakob Zöchbauer ist der beste Jungimker Österreichs.

"Am Anfang hat der Papa das ganze Wissen über Bienen gesammelt und versucht, mir etwas zu erklären", sagt der 16-Jährige. "Während er am Stock herumgewerkt hat, durfte ich die Bienen mit dem ,Raucher’ beruhigen." Doch mit der Zeit wuchs auch das Wissen des Jungimkers stark an. "In der Imkerei führen viele Wege zum Ziel. Aber je älter Jakob wird, desto mehr wird auch diskutiert", sagt sein Vater Johann Zöchbauer. "Aber wir kommen sehr gut zurecht, manchmal muss man halt auch Kompromisse eingehen." "Und sonst muss halt einer nachgeben", sagt Jakob. Oder die "Schleuderkoordinatorin" versucht zu schlichten. "Aber die Mama tut sich das Fachgesimpel auch nicht immer an, die sucht dann manchmal das Weite", sagt der Schüler.

Fast täglich schaut er bei den Bienen vorbei, kontrolliert, ob sie genug zu fressen haben oder von Schädlingen oder Krankheiten befallen wurden, das könne man bereits an ihrem Flugverhalten ablesen. Doch was sagen Jakobs Freunde eigentlich zu seinem für 16-Jährige ungewöhnlichen Hobby? "Den meisten taugt es sehr, letztens war sogar ein Freund da und hat mitgeholfen", sagt der Schüler.

Und seitdem er als bester Jungimker Österreichs ausgezeichnet wurde, finden manche seiner Freunde das Imker-Hobby wohl "etwas cooler". Denn er setzte sich beim bundesweiten Jungimker-Wettbewerb in Niederösterreich gegen 19 andere Imker im Alter von zehn bis 17 Jahre durch. Drei Tage lang dauerte der Bewerb, bei dem sich die Imker in neun Disziplinen, unter anderem Bienengesundheit, Anatomie, Botanik und "Drohnen zeichnen", durchsetzen mussten. Bei letzterer musste Jakob nur zum Stift, allerdings nicht zum Papier greifen, denn gezeichnet wurde auf den Bienen. "Man nimmt die Tiere einfach mit den Fingern und markiert sie, damit man sie im ganzen Volk später leichter findet", sagt Jakob. "So gefährlich ist das gar nicht."

Gemeinsam mit dem Zweitplatzierten aus Tirol und dem Drittplatzierten aus Vorarlberg wird er Österreich kommendes Jahr beim internationalen Bewerb in Russland vertreten.

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Michael Schäfl

Redakteur Land und Leute

Michael Schäfl
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