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Oberösterreich

Von London bis La Paz: Wo Seilbahnen im Stadtverkehr bereits im Einsatz sind

LONDON/LA PAZ/LINZ. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt: Viele Städte haben gute Erfahrungen mit Seilbahnen als öffentlichem Verkehrsmittel gemacht.

Berlin

Im Jahr 2017 ging anlässlich der internationalen Gartenausstellung in Berlin die IGA-Seilbahn in Betrieb. Sie soll noch mindestens bis zum Jahr 2020 weiter betrieben werden. Bild: Instagram (siehdichum10186916)

Eine 8,5 Kilometer lange Seilbahn, die in bis zu 100 Metern Höhe Pendler aus dem Linzer Süden ins Industriegebiet bringt, soll (wie berichtet) den öffentlichen Nahverkehr in Linz ergänzen. Mehr als 280 Millionen Euro würde das umstrittene Projekt kosten. Bund und Land sollen 75 Prozent dieser Kosten tragen, wünscht sich der Linzer Magistrat.

Vorreiter in Nordafrika

Algerien war der Vorreiter. In der Hauptstadt Algier würde ohne die fünf Seilbahnen, die die steilen Hänge der Bucht der Küstenstadt überwinden, gar nichts mehr gehen. Die erste dieser Bahnen wurde bereits 1956 errichtet. In Algier meinen manche Bürger gar, die Stadt sei um die Seilbahnen herum gewachsen. So wichtig sind sie für den öffentlichen Nahverkehr in der nordafrikanischen Metropole.

Seilbahnnetz in Bolivien

Auf der andere Seite des Atlantiks sind Seilbahnen als öffentliche Verkehrsmittel vorwiegend in Südamerika im Einsatz. La Paz, Medellin, Mexiko-Stadt – all diese Metropolen nutzen Seilbahnen im Nahverkehr. In La Paz und der Nachbarstadt El Alto errichtete das österreichische Unternehmen Doppelmayr das größte urbane Seilbahnnetz der Welt. Insgesamt elf Bahnen, die im Endausbau 100.000 Passagiere pro Stunde befördern können, sollen es werden. Vier sind bereits in Betrieb. Bis zu 200.000 Fahrgäste pro Tag werden derzeit registriert. Das Werbeversprechen der Seilbahnbauer ist durchaus verführerisch: "Schweben, anstatt im Stau zu stehen." Stadtseilbahnen seien für Doppelmayr ein Zukunftsmarkt, heißt es auf der Homepage der Seilbahnbauer.

Emotionale Vorbehalte

In Europa werden Seilbahnen als Nahverkehrsoption meist noch kritischer gesehen. Wer an Seilbahnen denkt, hat ein Bild von Massentourismus in den Bergen samt riesigen Parkplätzen vor Augen. Außerdem fürchten Städter, dass die Seilbahnen – genauer gesagt, deren Fahrgäste – ihre Privatsphäre stören könnten. Die Hamburger waren aufgrund solcher Bedenken dagegen, dass in ihrer Stadt eine Seilbahn errichtet wird. 2014 wurde ein Projekt, das St. Pauli mit dem Hafenviertel verbinden sollte, in einem Bürgerentscheid abgelehnt.

In London gibt es eine Stadtseilbahn, die aber eher als Touristenattraktion gilt. Die Emirates Air Line verbindet die Stadtteile Greenwich und Docklands. Sie wurde 2012 als erste städtische Seilbahn im Vereinigten Königreich vor den Olympischen Sommerspielen eröffnet.

Im deutschen Koblenz entstand vor der Bundesgartenschau im Jahr 2011 ebenfalls eine Stadtseilbahn, die über den Rhein führt. Die Seilbahn kam bei der Bevölkerung und den Touristen so gut an, dass nach der Bundesgartenschau ihr Weiterbetrieb ausverhandelt wurde. (hip)

Lesen Sie mehr über die Seilbahn auf nachrichten.at/linz

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Artikel 17. Oktober 2018 - 00:04 Uhr
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