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Oberösterreich

Polizei erlaubt Beamten jetzt Tätowierungen

17. März 2018 00:04 Uhr

Polizei erlaubt Beamten jetzt Tätowierungen
Selfie mit Kickl. Ein Polizeischüler rang dem Innenminister ein Lächeln ab.

WELS. Innenminister besuchte künftige Welser Polizeischule. Um Personallücken zu schließen, wird Aufnahme gelockert.

Bei seinem Besuch in Wels bekräftige gestern Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), 2100 zusätzliche Planstellen für die Exekutive zu schaffen. Zugleich gab er den Startschuss für eine Aufnahmeoffensive. Eine Imagekampagne mit prominenten Werbeträgern aus dem Spitzensport soll junge Leute zur Polizei locken. Außerdem wird das Verbot von sichtbaren Tattoos aufgehoben.

2000 neue Ausbildungsstellen sind vorgesehen. In der früheren Welser Frauenklinik, die seit vielen Jahren leer steht, wird kommendes Jahr die österreichweit zwölfte Polizeischule in Betrieb genommen. Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) erinnerte an die Pläne von Kickls Vorgänger Wolfgang Sobotka (ÖVP), das Gebäude in der Linzer Straße in ein Erstaufnahmezentrum für Asylwerber umzuwandeln: "Das hat zu breitem Widerstand geführt. Die Polizeischule ist eine Ideallösung."

Für junge Beamte lockert die Polizei schon demnächst die Aufnahmekriterien. Bald sollen auch Tätowierungen bis zum Unterarm erlaubt sein: "Bisher musste das kurzärmelige Sommerhemd die Tätowierung bedecken", erklärte Kickl. Die Regeländerung werde der Exekutive 30 Prozent mehr Bewerber bringen, rechnet Landespolizeikommandant Andreas Pilsl. Kandidaten mit Tattoos, die dem Ansehen der Polizei schaden könnten, bleiben weiter chancenlos.

Video: Innenminister Herbert Kickl hat bei seinem Besuch in Wels bekannt gegeben, dass dort eine zweite Polizeischule errichtet wird. Damit soll dem Polizistenmangel entgegengewirkt werden.

Reformen gibt es auch beim Aufnahmeverfahren. Nur wenn ein Bewerber eine Stufe schafft, darf er zur nächsten antreten. Diese Änderung soll die Rekrutierung beschleunigen. Schon nach zwei Monaten wird über die Eignung entschieden. Der Polizeinachwuchs wird aus zwei Gründen dringend gebraucht. Abgesehen von den 2100 zusätzlichen Planstellen steht der Exekutive eine Pensionierungswelle ins Haus. Jährlich müssen schon jetzt an die 900 Polizisten ersetzt werden. Tausende Beamte der geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1961 gehen bald in den Ruhestand. Rund 150 Polizeischüler standen bei der Ankunft des Innenministers im Welser Veranstaltungszentrum Minoriten Spalier. Vor dem ehemaligen Kloster lud die Exekutive zu einer Leistungsschau. Kickl besuchte auch die künftige Polizeischule, wo ab 2019 pro Jahrgang bis zu 450 neue Polizisten ausgebildet werden.

Ja zur Bereitschaftseinheit

Am Freitagnachmittag kam es noch zu einem ersten Arbeitsgespräch zwischen Kickl und Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP). Der Innenminister versicherte, dass die im Vorjahr im Probebetrieb gestartete Bereitschaftseinheit in Oberösterreich erhalten bleibt. "Die Einheit ist im Hinblick auf die Brennpunkte Hauptbahnhof und Linzer Parks ein wichtiger Baustein für die Sicherheit der Oberösterreicher", sagte Stelzer.

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