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Oberösterreich

OÖ und Bayern: Was uns trennt – und was uns verbindet

LINZ. Warum der Bayer zum Fußball-„Spui“ geht, der Oberösterreicher dagegen zum „Spüü“, wieso Rauchen und Tanken regen Grenzverkehr auslösen und warum die CSU-Fraktion, die derzeit zu Besuch in Linz ist, schon mal mehr Wahlglück hatte: Die OÖNachrichten beleuchten, was Oberösterreich und Bayern trennt und verbindet.

Die Wirtschaft – ein enges Band: Mit keiner anderen Region der Welt ist Oberösterreich wirtschaftlich so eng verbunden wie mit Bayern. 15,6 Prozent aller oberösterreichischen Exporte gingen laut Wirtschaftskammer (WK) 2009 in den Freistaat – das Exportvolumen betrug 3,7 Milliarden Euro. Ohne bayerisches Engagement sähe es um die Auto-Industrie in Steyr düster aus: Das BMW-Motorenwerk und MAN sind die größten Arbeitgeber in der Stadt. Umgekehrt sind auch die Oberösterreicher stark in Bayern vertreten: Mehr als 200 oberösterreichische Firmen haben Niederlassungen in Bayern, darunter Engel, Raiffeisenlandesbank, Oberbank, voest und XXXLutz.

Rauchen und Tanken – der kleine Grenzverkehr: Auch im Kleinen gedeihen die Wirtschaftsbeziehungen: Weil Zigaretten in Oberösterreich günstiger sind als in Bayern und auch der Liter Sprit zwischen 10 und 20 Cent weniger kostet, machen Tankstellen und Trafiken diesseits des Inns ein gutes Geschäft mit bayerischen Grenzgängern. Mit dem strikten Rauchverbot in Gaststätten, das nach dem Volksentscheid in Bayern ab 1. August jenseits des Inns in Kraft treten soll, rechnet so mancher Wirt im Innviertel in Zukunft mit mehr Gästen aus Bayern.

Der Dialekt – ähnlich, aber nicht gleich: Ganz Österreich spricht – mit Ausnahme der Vorarlberger – bairische Dialekte. Und nein – hier handelt es sich um keinen Schreibfehler: Die Schreibweise mit i wird in der Sprachwissenschaft verwendet, weil einerseits in Bayern auch fränkische und schwäbisch-alemannische Mundarten gesprochen werden, die bairischen Dialekte sich andererseits nicht auf Bayern beschränken. Baiern als Staatsbezeichnung wurde im Übrigen auch erst im 19. Jahrhundert durch König Ludwig I. auf Bayern geändert.

Doch zurück zur Sprache: Auch wenn die Oberösterreicher einen Dialekt aus derselben Familie pflegen, gleich ist die Sprache nicht. Am nächsten kommen der Sprachfärbung jenseits des Inns die Innviertler, die bis 1779 ja noch Niederbayern waren. Auch wenn Kaiserin Maria Theresia unmittelbar nach der Übernahme des Innviertels Lehrer aus der Hauptstadt schickte, um den ehemaligen Innbaiern den österreichischen Dialekt einzutrichtern – was zum Teil gelang.

So wie die Linzer zum „LASK-Spüü“ auf die Gugl gehen, gehen daher auch die Rieder zum „Spüü“ der SV Ried. Während die Braunauer sich dagegen ein „Spui“ des FC Braunau anschauen, genauso wie die Bayern zu einem „Bayern-Spui“ in die Allianz-Arena gehen – abgesehen davon dass ein waschechter Münchner wohl eher ein „Spui“ der „60er“ (1860 München) besucht.

Der Sport – geliebte und gehasste Bayern: Womit wir schon beim Sport wären. Entweder geliebt oder gehasst: Das gilt für Bayern München nicht nur in Oberösterreich – aber hierzulande sind besonders treue Fans zu Hause. Mit 1177 Mitgliedern ist der FC-Bayern-München-Fanclub der Union Natternbach (Bezirk Grieskirchen) der größte Österreichs – was den Natternbachern als erstem ausländischem Fanclub auch die Aufnahme in die „Hall of Fan“ in der Allianz Arena einbrachte.

Die Politik – wechselndes Wahlglück: Die CSU in Bayern und die ÖVP in Oberösterreich – die Landespolitik dominieren beide seit Jahrzehnten. Wobei sich deren Wahlglück abzuwechseln scheint. Als Oberösterreichs ÖVP bei der Landtagswahl im September 2003 ein für sie enttäuschendes Ergebnis von 42,3 Prozent einfuhr, war die CSU mit dem Jubeln noch nicht fertig: Sie hatte bei der bayerischen Landtagswahl eine Woche zuvor ein Rekordergebnis von 60,7 Prozent eingefahren.

Fünf bzw. sechs Jahre später kehrte sich das um: Die CSU erlebte bei der bayerischen Landtagswahl im September 2008 mit 43,4 Prozent ein Desaster und verlor erstmals seit 1962 die absolute Mehrheit. Weshalb Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der nach der Wahl den glücklosen Günther Beckstein ablöste, jetzt in einer Koalition mit der FDP regiert.In Oberösterreich ging es für die ÖVP dagegen im September 2009 in die andere Richtung. Sie steigerte sich auf 46,8 Prozent.

Was Bayern und Oberösterreich noch unterscheidet: Während die Bayern auch bei bundespolitischen Wahlen stets mehrheitlich CSU wählen, hatte die ÖVP in Oberösterreich bei Nationalratswahlen zuletzt eher selten die Nase vorne.

Die Grösse – ein unüberwindbarer Unterschied: Mit 70.550 Quadratkilometern Fläche ist Bayern fast so groß wie ganz Österreich (83.000 km2). Mit 12,5 Millionen Einwohnern hat Bayern sogar deutlich mehr Einwohner als Österreich (8,4 Millionen).

Oberösterreich kann da nicht mithalten: Mit 1,4 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 11.980 Quadratkilometern ist es in etwa mit dem ans Innviertel grenzenden Niederbayern vergleichbar – einem von sieben Regierungsbezirken Bayerns (neben Oberbayern, Oberpfalz, Schwaben und Ober-, Mittel- und Unterfranken).

An Landkreisen, die unseren Bezirken entsprechen, hat der Freistaat 71, Oberösterreich 18 – jeweils inklusive der Statutarstädte, die in Bayern kreisfreie Städte heißen.

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Artikel Von Markus Staudinger 21. Juli 2010 - 00:04 Uhr
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