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Oberösterreich

"Das Wichtigste: Die Freude am Lernen bewahren"

LINZ. Lernen oder faulenzen? Experten der beiden Pädagogischen Hochschulen in Linz geben Tipps für Kinder und Eltern für die letzte Ferienwoche.

"Das Wichtigste: Die Freude am Lernen bewahren"

Sarah Landskron bereitet sich mit ihrer Mama auf die Schule vor. Bild: Alexander Schwarzl

Sarah Landskron freut sich schon auf die Schule. Die Elfjährige liest gerne Bücher und schreibt mit großem Eifer Geschichten. Aber auch für Mathematik ist sie zu begeistern. "Wir haben ein Lernheft gekauft, in dem der Stoff des vergangenen Jahres wiederholt wird", sagt Mutter Ute Landskron. Nun rechnet die Tochter jeden Tag eine halbe Stunde.

Ihre ältere Schwester Hannah übt dagegen täglich Englisch-Vokabeln. "Wir trainieren jene Inhalte, die ihnen im vergangenen Jahr nicht so leicht fielen", sagt die Mutter. Von zu viel Lernerei hält die Linzerin aber nichts: "Die Ferien sind wichtig. In den ersten Wochen haben wir nichts für die Schule getan." Jetzt stimmen sich die Töchter langsam wieder auf das Lernen ein: "Dann tun sie sich beim Einstieg leichter."

Das sehen die Experten der beiden Pädagogischen Hochschulen (PH) in Linz ähnlich. Das raten sie Eltern für die letzten Ferientage und die ersten Schulwochen:

 

1. Wiederholen: Die letzten Ferienwochen sollten dafür genutzt werden, den Stoff des vergangenen Jahres zu wiederholen, sagt Marianne Obermüller. Sie ist die neue Direktorin der Adalbert-Stifter-Praxis-Neue-Mittelschule und lehrt auch an der Privaten PH der Diözese Linz. "Wichtig ist, dass man die Kinder sanft auf die Schule vorbereitet. Das Wichtigste ist, die Freude am Lernen zu bewahren", sagt die Pädagogin. Man sollte sich daher auf die Hauptfächer beschränken und auch dort vor allem jene Inhalte wiederholen, die im Vorjahr Schwierigkeiten bereiteten: "Schüler und Eltern wissen in der Regel sehr gut, wo es Probleme gab. Aus diesen Gebieten sollte man sich ein paar Übungen ansehen." Auch die Zusammenfassungen am Kapitelende in den Schulbüchern können für das Wiederholen hilfreich sein.

2. Vertrautheit: "Wenn ich Vertrautheit schaffe, erzeuge ich Sicherheit", sagt Raphael Oberhuber, der an der PH Oberösterreich Pädagogische Psychologie unterrichtet. "Das ist die Basis, um Leistungen zu erbringen und über mich hinauszuwachsen." Doch wie schaffen Eltern Vertrautheit? Zum einen helfen Informationen: Wie schaut die neue Schule aus? Wann muss ich aufstehen? Wie verläuft mein Schulweg? "Je mehr ich weiß, umso sicherer bin ich", sagt der Psychologe. Aber auch Rituale geben Sicherheit: Wie läuft der Morgen ab? Wann ist Zeit für Hausübung? Wann für Freizeit?

3. Alltag: Die letzte Ferienwoche sollte auch dafür genutzt werden, dass die Kinder langsam wieder in den Alltag zurückfinden, sagt Direktorin Obermüller: "Man sollte vom Ferienmodus auf den Schulmodus umschalten." Konkret: Wieder früher schlafen gehen und früher aufstehen.

4. Ängste der Kinder sollten Eltern ansprechen, sagt Obermüller: "Wichtig ist, zuzuhören und positiv zu motivieren." Manche Ängste müssen Eltern und Kinder aber einfach gemeinsam durchstehen, sagt Psychologe Oberhuber: "Die Kinder sollten aber wissen, dass die Eltern hinter ihnen stehen."

5. In den ersten Schulwochen ist eines wichtig: Ruhe und Gelassenheit: "Es braucht daheim eine gute Atmosphäre. Je gestresster die Eltern sind, umso schwerer tun sich die Kinder, in den Schualltag hineinzufinden", sagt Oberhuber. Das sieht Direktorin Obermüller ähnlich. Sie rät, den Kindern gut zuzuhören, wenn sie erzählen: "Wenn man sich für die Kinder Zeit nimmt, klappt der Schulanfang sicher gut."

 

Schulbeginn in Zahlen

190.000 Schüler starten ab Montag in einer Woche wieder in die Schule. Der Großteil, rund 107.000, besucht eine Pflichtschule. Rund 60.000 Schüler gehen in ein Gymnasium oder eine berufsbildende höhere Schule.

20.000 Lehrer gibt es in Oberösterreich. Da viele in den kommenden Jahren in Pension gehen, wird es bald auch in Oberösterreich einen Lehrermangel geben.

14.628 Erstklassler werden ab Montag in einer Woche zum ersten Mal in die Schule gehen. Ihre Zahl ist leicht gestiegen. Im Vorjahr gab es um 231 Erstklassler (1,6 Prozent) weniger.

976 Schulen gibt es im Bundesland Oberösterreich. Die meisten davon sind Pflichtschulen, rund die Hälfte aller Schulen sind Volksschulen. Gymnasien gibt es insgesamt 50.

4000 Schüler haben in dieser Woche noch besonders viel Stress. Sie müssen eine Nachprüfung bestehen. Die gute Nachricht: Im Schnitt schafft mehr als die Hälfte die Prüfung. Ihnen raten Experten, sich den Lernstoff gut einzuteilen. Eltern sollten es dagegen vermeiden, unnötigen Leistungsdruck aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

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Artikel Herbert Schorn 01. September 2018 - 00:05 Uhr
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