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Oberösterreich

40 Stiche überlebt: Opfer belastet toten Freund schwer

Von Robert Stammler  28. Oktober 2021 00:04 Uhr

40 Stiche überlebt: Opfer belastet toten Freund schwer
Der Tatort war in einem Einfamilienhaus in Engerwitzdorf. In beiden Geschossen wurde Feuer gelegt.

LINZ. Freundin mit Messer attackiert und Haus angezündet: Die Kripo konnte das Opfer befragen – Suizid des Täters wird überprüft

Bis zu 40 Messerstiche in den Rücken hat jene 21-Jährige überlebt, die in der Nacht auf den Nationalfeiertag in Engerwitzdorf von ihrem Freund (23) attackiert worden war. Während der psychisch kranke Täter den Tatort – das Haus seiner Mutter – in Brand setzte, gelang der schwer verletzten Freundin die Flucht vom Obergeschoss auf das Nachbargrundstück. Dabei brach sie sich ein Bein.

Die 23-Jährige ist nicht in Lebensgefahr und wurde gestern auf der Normalstation behandelt. "Die Mordermittler konnten mit ihr eine Einvernahme durchführen", so Reinhard Steiner von der Staatsanwaltschaft Linz.

Dabei schilderte sie den Beamten, dass sie den Engerwitzdorfer im Sommer während des gemeinsamen Aufenthalts in der Psychiatrie kennengelernt habe, seit etwa drei Monaten seien sie ein Paar gewesen und wohnten im Obergeschoss des Hauses. Dort kam es in der Nacht in der Küche zu einem Beziehungsstreit. Ihr Freund habe Bier und Wein getrunken, sagte die Frau aus. Er habe sie gewürgt und mit den Fäusten geschlagen, sodass sie bäuchlings stürzte. Er habe sich auf ihren Rücken geworfen und mit einem Küchenmesser zugestochen. Danach zog er die blutende Freundin ins Badezimmer, ohne die Tür zu versperren und begann, mehrere Zimmer anzuzünden. Er sei bisher nicht gewalttätig gewesen, so das Opfer.

Rasenmäher-Benzin verwendet

Dazu soll er Kleidungsstücke und Rasenmäher-Benzin verwendet haben. Die Ermittler entdeckten Spuren des Brandbeschleunigers. Das Feuer wurde sowohl im Ober- als auch im Erdgeschoss gelegt. Dort leben die Mutter des 23-Jährigen sowie ihre jüngeren Kinder. Doch diese waren in der Nacht nicht zuhause. Die 42-jährige Mutter war zu Besuch bei ihrem Lebensgefährten.

Im Obergeschoss schlief auch noch die 53-jährige Großcousine seiner Mutter. Sie erlitt eine Rauchgasvergiftung und konnte sich selbst in Sicherheit bringen. Die Frau wurde von den Einsatzkräften aus dem Haus gerettet, so ein Sprecher der Polizei. Wie berichtet, hatte der Sohn nach seinen Taten Suizid begangen, indem er sich auf der B125, etwa 300 Meter vom Haus entfernt, vor ein anfahrendes Tanklöschfahrzeug warf und überrollt wurde. Das Strafregister des jungen Mannes ist leer. Es gibt aber Vormerkungen wegen Drogenkonsums. Vom Vorwurf, an einer Rauferei teilgenommen zu haben, wurde er freigesprochen. Zwar geht die Anklagebehörde davon aus, dass in Engerwitzdorf ein versuchter Mord passiert ist. Doch es wird zu einer Einstellung des Verfahrens kommen, weil laut Gesetz nicht gegen einen Toten ermittelt werden darf.

War es "Fahrlässigkeit"?

Überprüft müsse nun werden, ob der Lenker des Feuerwehrwagens womöglich fahrlässig einen Fehler gemacht, zu spät reagiert habe, so der Staatsanwalt. Die Obduktion würde aber die Aussagen des Feuerwehrmannes bestätigen, dass jemand plötzlich "von links" auf die Fahrbahn gesprungen sei.

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Redakteur Land und Leute

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