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iPhone funktioniert mit Technologie von EVG

SANKT FLORIAN AM INN. Das erste SMS, das Aya Maria Thallner unmittelbar nach dem Gewinn des Pegasus in Gold in der Kategorie „Leitbetriebe“ verschickte, ging an ihren Mann Erich. Der konnte wegen einer Auslandsreise nicht bei der glanzvollen Gala vergangenen Donnerstag dabei sein.

iPhone funktioniert mit Technologie von EVG

Bild: EVG

„Nachdem wir bei Bronze und Silber nicht dran kamen, haben wir nicht mehr an einen Platz auf dem Treppchen geglaubt“, sagte die erfreute Firmenchefin im Anschluss. Die EV Group ist quasi das vierte Kind des Gründungsehepaars, und das High-Tech-Unternehmen gibt es seit 1980. Sohn Werner ist seit Jahren im Unternehmen. Er hat die Leitung der Produktion übernommen. Auch die Kinder Bernd und Johanna arbeiten in der Gruppe. Dazu kommen zwei Geschäftsführer, die nicht aus der Familie stammen. „Bei unserer rasanten Entwicklung ist es zu gefährlich, alle Entscheidungsmacht auf zwei Personen zu konzentrieren“, sagt Thallner.

Einer der externen Manager, Hermann Waltl, berichtet, dass die Wachstumsgeschichte der EV Group weitergehen soll. Die Basis dafür wurde im Vorjahr mit der Verdopplung der Produktion um 15 Millionen Euro gelegt. Seit 2003 habe es jährliche Wachstumsraten von 20 Prozent gegeben. Der Umsatz erreichte im Vorjahr 84,3 Millionen Euro. Derzeit werden die Labor- und Reinraum-Kapazitäten erweitert. Setzt sich das Wachstum wie geplant fort, sollte das für die nächsten fünf Jahre reichen.

Trotz der Investitionen kann sich das Unternehmen auf einen Eigenkapital-Polster von 44 Prozent stützen. Selbst wenn das Wachstum schneller gehen solle, wäre das bewältigbar: Am Sitz sind Grundreserven, die eine Verdreifachung zulassen würden.

Das Einzige, was Probleme macht, ist das Finden neuer Mitarbeiter. „Wir konnten lange nicht so gut vermitteln, was wir machen. Da tut sich ein Motorrad-Hersteller leichter“, sagt Waltl.

Am anschaulichsten ist die erzeugte Wafer-Technologie so zu erklären: Im iPhone von Apple stecken mindestens zehn Komponenten, die von EVG produziert werden. „Mehr als 80 Prozent der Bildsensoren in Handykameras werden auf unseren Anlagen erzeugt“, sagt Vertriebsmann Waltl. Mit Unterhaltungselektronik macht EVG etwa 50 Prozent des Geschäfts. Weitere 15 Prozent des Umsatzes werden mit der Autoindustrie erzielt. Hier sind es vor allem Bewegungssensoren (etwa in Airbags), die auf Technologie aus dem Innviertel basieren.

Ein neues Wachstumsfeld ist der vermehrte Einsatz von LED-Beleuchtungen. Auch hier sollen Sensoren eingesetzt werden. Die Strategie ist klar: „Als relativ kleiner Hersteller im Semiconductor-Bereich muss man Technologieführer sein, damit die Kunden ihre Ideen mit uns umsetzen.“ Zuletzt hat EVG die Recruiting-Bemühungen in der Region verstärkt. Seit Oktober wurden 90 Mitarbeiter aufgenommen. 450 Beschäftigte gibt es am Stammsitz, weitere 100 an Servicegesellschaften rund um den Globus.

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Artikel Sigrid Brandstätter 18. Juni 2012 - 00:04 Uhr
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