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„Will mich ja nicht in aller Welt unbeliebt machen“

Lange Antworten auf kurze Fragen – das gehört zu Hugo Portisch wie sein profundes Wissen und der lebhafte Vortrag.

Buchpräsentation, Portisch, Wrabetz

„Geschichtelehrer“ Portisch, ORF-Chef Wrabetz bei der Präsentation Bild: APA

So wurde die Präsentation seiner Erinnerungen („Aufregend war es immer“) gestern im Wiener Café Landtmann zur unterhaltsamen Geschichtsstunde.

Zahlreiche Weggefährten, Freunde und Fans waren gekommen, um dem legendären Journalisten zuzuhören. Paul Lendvai lobte Portischs Bedeutung für den Blick über den Tellerrand. ZiB-2-Moderator Armin Wolf befand: „Der Mann weiß praktisch alles und kann es erzählen wie kein anderer.“

Unter den Gästen war auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Dessen Amt hätte Portisch vor Jahrzehnten bekommen können. Nach dem erfolgreichen Rundfunk-Volksbegehren 1964 trug der damalige Bundeskanzler Josef Klaus (VP) Portisch den Posten an. Dieser lehnte ab und schlug stattdessen Gerd Bacher vor. Der Salzburger wurde tatsächlich ORF-Chef und holte Portisch zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Chefkommentator. In dieser Funktion erklärte der vormalige Printjournalist Generationen von TV-Konsumenten die Weltpolitik.

Einer von Portischs Fernsehkommentaren bewog im Juli 1991 Bundeskanzler Franz Vranitzky zu seiner berühmten Rede über die Mitschuld Österreichs an den Kriegsgräueln. Später wollte sich Vranitzky revanchieren: Der Sozialdemokrat bot dem strikt parteiunabhängigen Portisch das höchste Amt der Republik an; er sollte Kurt Waldheim nachfolgen.

Portisch lehnte ab – auch auf Drängen seiner Frau Gertraude („Traudi“), die keinesfalls ein Leben im Rampenlicht führen wollte.

Bei einem Auftritt Hugo Portischs geht es nie nur um die Vergangenheit. Aktuelle Themen sind sein Lebenselixier. Und so sprach er sich im Landtmann für ein militärisches Engagement der EU in Syrien aus („Europa muss militärisch drohen und diplomatisch vorgehen“). Wer den Frieden wolle, müsse sich auf den Krieg vorbereiten, zitierte Portisch Cicero.

Zur aktuellen Innenpolitik wollte er nichts sagen. Launige Begründung: „Ich will mich ja nicht in aller Welt unbeliebt machen.“ (chk)

Lesen Sie dazu die ausführliche Buchbesprechnung

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Artikel 17. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
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