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Schwarz-Blau hält sich stabil

WIEN. Im aktuellen Politikbarometer der OÖNachrichten hält die ÖVP Platz eins, die FPÖ würde die SPÖ knapp überholen. Die Grünen erholen sich nicht von ihrem Tief.

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (l./FPÖ) und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Bild: (APA/HANS KLAUS TECHT)

Knapp vier Monate ist die ÖVP/FPÖ-Koalition im Amt, vor einem Jahr hatte Sebastian Kurz die ÖVP nach dem Rücktritt von Reinhold Mitterlehner übernommen. Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung nach der ersten Phase der schwarz-blauen Bundesregierung? Dies erhob der Politikbarometer von OÖNachrichten und dem Linzer Markt- und Meinungsforschungsinstitut Spectra.

"Die Ergebnisse der Sonntagsfrage ("Wen würden Sie am ehesten wählen, wenn am nächsten Sonntag Nationalratswahlen wären?") zeigen relativ wenig Bewegung", sagt Spectra-Chef Peter Bruckmüller. Die Volkspartei hält auch im aktuellen Politikbarometer Platz eins, sie erhält 31 Prozent Zustimmung, das entspricht dem Niveau des Nationalratswahl-Ergebnisses vom Oktober mit 31,5 Prozent (siehe Grafik).

Platz zwei getauscht

Die ÖVP würde aber in der Wählergunst gegenüber der Befragung von Jänner/Februar etwas abrutschen: Damals erreichte die Volkspartei ein Hoch von 33 Prozent.

Hinter dem Ersten würden die Plätze getauscht: Bei der Nationalratswahl am 15. Oktober hatte sich die SPÖ mit knapp einem Prozentpunkt Vorsprung vor den Freiheitlichen platzieren können. Wären am kommenden Sonntag Nationalratswahlen, wäre das Verhältnis laut OÖN-Politikbarometer umgekehrt: Die FPÖ würde gegenüber der Wahl und gegenüber der Befragung von Jänner/Februar drei Prozentpunkte auf 29 Prozent dazugewinnen, sie läge auch nur zwei Prozentpunkte hinter der ÖVP. Die SPÖ bliebe mit 27 Prozent bei einem vergleichbaren Ergebnis wie bei der Oktober-Wahl.

Die Liste Pilz bleibt im jüngsten OÖN-Politikbarometer konstant bei sechs Prozent.

Neos müssten zittern

Für die Neos hat sich ihr Auftreten als "führende Oppositionspartei" bisher noch nicht in Zustimmungs-Prozenten gelohnt: Mit vier Prozent im jüngsten Politikbarometer (minus ein Prozentpunkt) wäre für sie der Wiedereinzug in den Nationalrat eine Zitterpartie. Die Rücktrittsankündigung von Matthias Strolz spielte keine Rolle, sie erfolgte erst nach dem Befragungszeitraum. Alles andere als gut waren im September, kurz vor der Nationalratswahl, die Meinungen über die Parteien: Alle lagen damals bei der Frage, ob man eine "gute Meinung" oder "keine gute Meinung" von der jeweiligen Partei habe, beim Saldo im Minus – am wenigsten noch die ÖVP.

Sie konnte sich in diesem Punkt unter den derzeit im Nationalrat vertretenen Parteien auch am meisten steigern und erreicht eine relative Mehrheit von 44 Prozent bei "gute Meinung" gegenüber 37 Prozent bei "keine gute Meinung". Bei den anderen Parlamentsparteien überwiegen auch im jüngsten OÖN-Politikbarometer die prozentuellen Nennungen von "keine gute Meinung", wobei sich im Saldo alle leicht verbessern konnten (für die Liste Pilz gibt es keine Vergleichswerte vom September). Auffallend: FPÖ und SPÖ liegen bei "guter" bzw. "schlechter" Meinung ziemlich gleichauf (siehe Grafik).

Strache und Kern gleichauf

Nahezu vergleichbar ist das Bild bei den Parteichefs. FP-Vizekanzler Heinz-Christian Strache kommt mit 35 Prozent auf ebenso viele Befragte, die von ihm eine "gute Meinung" haben, wie SP-Vorsitzender Christian Kern. Auch der Prozentsatz jener, die "keine gute Meinung" haben, ist mit 48 (Kern) bzw. 49 Prozent (Strache) annähernd gleich.

Kanzler Sebastian Kurz kann 51 Prozent verbuchen, die von ihm eine "gute Meinung" haben, mit 61 Prozent "keine gute Meinung" hat Peter Pilz den höchsten Negativ-Wert. Wobei: Gegenüber Herbst 2017 haben sich die Bewertungen kaum verändert.

Deutlich bessere Noten als SP/VP

Nach ihren ersten Monaten im Amt bekommt die schwarz-blaue Bundesregierung deutlich bessere Noten als zuvor die SPÖ/ÖVP-Koalition: Eine relative Mehrheit (46 Prozent) beurteilt die derzeitige Koalition „eher positiv“, 33 Prozent "eher negativ".

Die rot-schwarze Koalition hatte, im Vergleich dazu, im OÖN-Politikbarometer vom September 2017 mehr als dreimal so viele Kritiker wie Befürworter: 64 Prozent der Befragten sahen sie „eher negativ“, nur 20 Prozent "eher positiv".

Bei der Frage, ob die derzeitige Regierung ihre Sache bisher "gut gemacht" habe, gehen die Meinungen auseinander: 39 Prozent der Befragten sagen "eher gut", 34 Prozent "weniger gut". Mit 27 Prozent ist der Anteil derer, die sich nicht festlegen können, relativ hoch.

Die Umfrage:

Gemeinsam mit dem Linzer Marktforschungsinstitut Spectra präsentieren Ihnen die OÖNachrichten mit dem Politikbarometer einen kompakten Überblick über die aktuelle politische Ausgangslage in Österreich. Die Ergebnisse des Politikbarometers basieren auf der Befragung von 997 Personen in Österreich, 717 haben sich in der Sonntagsfrage parteipolitisch deklariert. Spectra erstellt den Politikbarometer nach den Qualitätsrichtlinien des Verbands der österreichischen Markt- und Meinungsforschungsinstitute (VdMI). Eine Folge davon ist, dass zumindest 800 statt 500 Personen befragt werden.

Die Sonntagsfrage ("Wen würden Sie am ehesten wählen, wenn am kommenden Sonntag Nationalratswahl wäre?") ist ein Stimmungsindikator dafür, wie die Parteien in der Gunst der Wähler zum Zeitpunkt der Befragung liegen.

 

Zielgruppe: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren
Methode: f2f, Stichprobengröße: 997
Anzahl der Deklarierten: 717
Schwankungsbreite (Basis Deklarierte): max. +/– 3,8 %
Untersuchungszeitraum: März 2018

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Artikel Heinz Steinbock 11. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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